Hätte Opel den besseren Smart gebaut?

Name: Opel Maxx
Premiere: Genfer Autosalon 1995
Technische Daten: 2,97 Meter Länge, 1,58 Meter Breite und Höhe, Dreizylinder-Benziner, 973 ccm, 37 kW (50 PS), 90 Newtonmeter maximales Drehmoment, 650 Kilogramm Leergewicht

Hintergrund:

Vor 25 Jahren waren Dreizylinder-Motoren noch recht selten. Das begann sich zu ändern, als Opel den Maxx auf dem Genfer Salon vorstellte – ein innovatives Konzept für ein zukünftiges Stadtfahrzeug, das von einem hochmodernen Dreizylinder-Benzinmotor angetrieben wurde.

Heute fragt sich beim Anblick des Maxx: Wäre der etwas später vorstellte Smart Fortwo womöglich besser geworden, wenn ihn Opel gebaut hätte? Der Maxx und sein cleveres Konzept faszinierten jedenfalls die Genfer Messebesucher.

Weniger als zwölf Monate später überraschte Opel die Welt erneut mit der Ankündigung, den Dreizylinder-Reihenmotor in Serie zu bringen. Leider blieb die Hülle in Gestalt des Maxx auf der Strecke. 

Opel Maxx (1995)

Der Maxx war ein Konzept für ein zukünftiges Stadtfahrzeug. Anstelle von gepressten Stahlblechen wurde die Karosserie in Modulbauweise aus Aluminium-Profilen hergestellt. Die verschiedenen Abschnitte wurden zu einer Zelle zusammengeschweißt, teilweise freigelegt und in die Außen- und Innenkonstruktionen einbezogen.

Diese Zelle bot nicht nur optimale Sicherheit, sondern war auch die Grundlage für den modularen Aufbau, der der Schlüssel zum Maxx-Konzept und Vorläufer moderner flexibler Fahrzeugarchitekturen war. Auf derselben Plattform konnte ein Cabrio, ein Pick-up, ein Offroader, ein Van oder ein Taxi entstehen. Obwohl die Abmessungen fix waren, konnten die Kunden Karosserie und Innenausstattung auch nach Abholung des Fahrzeugs ändern.

Opel Maxx (1995)

Mit einer Länge von nur 2,97 Meter und einer Breite sowie Höhe von 1,58 Meter bot der zweitürige Maxx dennoch reichlich Platz. Wenn der Kunde viel Gepäck mitnehmen wollte, konnte er sich für zwei Sitze plus einen Laderaum entscheiden, der ungefähr so groß war wie der eines damaligen Astra Kombi. Eine in die Aluminiumstruktur eingebaute Rücksitzbank bot Platz für vier Personen.

Sicherheit war ebenso wichtig wie Flexibilität. Neben der stabilen Aluminiumstruktur verfügte der Maxx bereits über einen Fahrerairbag und ein Antiblockiersystem (ABS). Von den Mittelklassemodellen Opel Vectra und Opel Omega stammte die McPherson-Federbein-Vorderradaufhängung nach dem Dynamic Safety-Prinzip (DSA).

Opel Maxx (1995)

Die Opel-Ingenieure platzierten den Kraftstofftank für optimale Sicherheit zwischen den Hinterrädern, während die Aluminiumstruktur das hintere Ende schützend umschloss und vorne eine verformbare Struktur bildete. Der Maxx wog dank der Verwendung von Leichtmetall lediglich 650 Kilogramm.

Der Dreizylindermotor im Opel Maxx war der erste von einem europäischen Automobilhersteller zur Serienreife entwickelte Dreizylinder. Mit einem Hubraum von 973 Kubikzentimeter, zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder legte der Hightech-Motor seine ersten Kilometer in zwei Prototypen des Maxx-Konzeptautos zurück.

Opel Maxx (1995)

Mit einem Hubraum von rund 330 Kubikzentimeter pro Zylinder hatte das neue Mitglied der Ecotec-Motorenfamilie ein optimales Bohrhubverhältnis, was für ein hohes maximales Drehmoment von 90 Newtonmeter bei nur 2.500 U/min und eine Spitzenleistung von 37 kW/50 PS bei 5.000 U/min sorgte.

Dank dieser Werte übertraf der 1,0-Liter-Motor selbst einige seiner Vierzylinder-Zeitgenossen und verlieh dem Maxx – in Kombination mit dem geringen Gewicht – ein lebhaftes Temperament: Beschleunigung von null auf 100 km/h in nur 12,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 151 km/h.

Am eindrucksvollsten war jedoch der geringe Spritverbrauch: Mit seinem Verdichtungsverhältnis von 10,1:1 verbrauchte der Dreizylinder des Maxx laut dem damals aktuellen Testzyklus "Euromix" bei konstant Tempo 90 nur 3,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer.

Bildergalerie: Opel Maxx (1995)