Man muss keine großen Insider-Kenntnisse haben, um zu wissen, dass der VW Tiguan zu den beliebtesten Kompakt-SUVs in Europa zählt. Speziell der deutsche Markt steht auf den Tiguan und seinen siebensitzigen Bruder mit dem Zusatz Allspace.

Im Programm der Marke Volkswagen zählt der Tiguan neben Golf und T-Roc zu den wichtigsten Modellen. Seit 2016 ist die derzeitige Generation auf dem Markt, Mitte 2020 erfolgte ein Facelift. Doch populär hin oder her: Der Modellzyklus nähert sich dem Ende, ein Nachfolger steht in den Startlöchern. Jetzt wurde die dritte Generation des Tiguan erstmals mit Serienkarosserie abgelichtet.

Wir bekommen den Eindruck eines größeren Fahrzeugs im Vergleich zum aktuellen Standardmodell, also könnte es sich um die Allspace-Version mit langem Radstand handeln. Es ist aber unklar, ob die nächste Generation des Tiguan die beiden Größenoptionen beibehält oder ob die Wolfsburger sie zu einem einzigen Modell verschmelzen werden.

VW Tiguan (2023) mit Serienkarosserie erwischt

In typischer VW-Manier will die geschickte Tarnung dem ungeübten Auge vorgaukeln, es handele sich um nichts anderes als den heute angebotenen Tiguan. Wenn man jedoch über die gefälschten Aufkleber auf den Scheinwerfern hinwegschaut, stellt man fest, dass die Seitenlinie nicht mehr eine ununterbrochene Linie auf Höhe der Türgriffe ist.

Das SUV hat jetzt Falten an den Kotflügeln und Türen, die sich nicht in der Mitte treffen. Dieses Element erinnert an den größeren Touareg. Außerdem scheinen die Türgriffe etwas tiefer zu sitzen als zuvor. Während die Vierfach-Endrohre, die dem R-Line-Modell vorbehalten sind, nur eine Täuschung darstellen, kann man unter dem Stoßfänger den Endschalldämpfer sehen.

Im März 2021 kündigte VW einen Tiguan der nächsten Generation mit Verbrennungsmotor an, und die Logik sagt uns, dass es der letzte seiner Art sein wird, bevor er auf Elektroantrieb umgestellt wird. Von vorne betrachtet hatte der Prototyp einen überraschend breiten Lufteinlass und eine raffinierte Verkleidung des oberen Kühlergrills mit weißen Streifen, die die horizontalen Streben des aktuellen Modells nachahmen.

VW Tiguan (2023) mit Serienkarosserie erwischt

Der einfachste Weg, diesen Tiguan als das Modell der nächsten Generation zu identifizieren, ist ein Blick in den Innenraum, wo der Infotainment-Touchscreen jetzt aus dem Armaturenbrett herausragt. Beim bisherigen Modell ist das Display sauber in die Mittelkonsole integriert, wie es die bisherige Designsprache von VW im Innenraum vorsieht.

Ein schwarzes Stück Stoff scheint ein kleines digitales Kombiinstrument im Stil des ID.4 zu verbergen. Ein großer Bildschirm auf dem Armaturenbrett bedeutet in der Regel ein vereinfachtes Layout mit weniger physischen Tasten, was Traditionalisten (zu Recht) kritisieren.

Zur Erinnerung: Klaus Zellmer, einstiger Vertriebsvorstand von VW und jetziger Skoda-Chef, wurde vor geraumer Zeit von Reuters zitiert: Demnach werde VW den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in Europa nicht vor 2033 bis 2035 einstellen. Das bedeutet, dass noch viel Zeit bleibt, um einen Tiguan mit Benzin- und Dieselmotoren zu verkaufen.

Wie steht es in Sachen Plug-in-Hybrid? Seit dem Facelift gibt es bereits den Tiguan eHybrid mit dem Antrieb aus dem Golf GTE (245 PS Systemleistung). Trotz des Auslaufens der PHEV-Förderung auf dem deutschen Markt dürfte VW an dieser Antriebslösung festhalten. Gründe sind der Flottenverbrauch und die künftige Euro-7-Norm.  

Wann kommt der neue Tiguan auf den Markt? Denkbar ist Anfang 2024 mit einer Präsentation auf der IAA 2023. So könnte das Modell lange auf dem Markt bleiben, um Anfang der 2030er-Jahre mit dem ID.4 zu verschmelzen. 

Bildergalerie: VW Tiguan (2023) mit Serienkarosserie erwischt