Zu schade, dass der Baby-Targa nicht in Serie ging

Name: Opel Aero GT
Premiere: IAA Frankfurt 1969
Technische Daten: 1,9-Liter-Vierzylinder, 90 PS, 149 Nm Drehmoment, 185 km/h Höchstgeschwindigkeit, Targadach; zwei Prototypen in Blau und Orange

Hintergrund:

Der Opel GT, der 1968 auf den Markt kam, ist bis heute eines der beliebtesten historischen Modelle des Unternehmens. Der 1,9-Liter-Motor mit obenliegender Nockenwelle der Spitzenversion (es gab auch einen 1.1, aber nicht für alle Märkte) und das Layout mit Frontmotor und Hinterradantrieb machten ihn zu einem spaßigen kleinen Sportwagen, das an die Corvette erinnernde Styling tat sein Übriges. (Spitzname: Maurer-Corvette)

In seinen sechs Produktionsjahren wurde das coole Coupé zwar in diversen Versionen angeboten, allerdings gab es nie andere Karosserievarianten, obwohl das Unternehmen daran gedacht hatte. Der Opel Aero GT, ein Konzept, das 1969 auf der Frankfurter Automobilausstellung vorgestellt wurde, war nur eine Idee davon

Es war ein einfacher, zeitgemäßer Versuch, den GT in ein offenes Auto zu verwandeln. Da klassische Cabrios zu jener Zeit wegen der Sicherheit stärker in die Kritik gerieten, setzte Opel auf eine Targa-Lösung wie beim Porsche 911 oder dem auch auf der IAA 1969 vorgestellten VW-Porsche 914. Bedeutet: Ein fester Überrollbügel plus abnehmbares Dach.

Bildergalerie: Opel Aero GT (1969)

Der Motor war derselbe wie beim GT: ein 1,9-Liter-Vierzylinder, der zunächst auf 102 PS gesteigert, dann aber aufgrund von Emissionsbeschränkungen auf die ursprünglichen 90 PS reduziert wurde. Die Fahrleistungen waren hervorragend: Dank des geringen Gewichts, das nicht durch die für offene Autos üblichen Verstärkungen belastet wurde, und des guten Drehmoments von 149 Nm beschleunigte der Aero GT in 11,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte wie das Coupé eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h.

So gesehen ist es schwer zu verstehen, warum das Auto nicht in Produktion ging, besonders wenn man die große öffentliche Resonanz denkt. Womöglich aus Angst, mit dem Porsche 914 zu konkurrieren, verzichtete Opel darauf, das Projekt weiterzuverfolgen.

Vielleicht war die Entscheidung gar nicht so falsch, wenn man die Verkaufszahlen des 914 betrachtet, von dem bis 1976 immerhin 118.987 Exemplare produziert wurden.

Ein weiterer Grund war die aufwendige Produktion des normalen GT: Fertigung der Karosserie in Frankreich, Komplettierung in Bochum. Für den Aero GT hätte man zusätzliche Kapazitäten schaffen und neue Presswerkzeuge anschaffen müssen. Zudem wäre wohl der Verkaufspreis zu hoch ausgefallen.