Preise, Ausstattungen, Motoren und alles zum Plug-in-Hybrid (Update)

Mit neuem Design, großem Infotainment-Display im Tesla-Stil und komplett neuer Antriebspalette startet die zweite Generation des Renault Captur. Das deutlich gewachsene Kleinwagen-SUV erhält auch sonst viel Technik, wie ein teilautonomes Fahrsystem und ab Frühjahr 2020 einen Plug-in-Hybridantrieb. Marktstart für die konventionellen Versionen ist am 11. Januar 2020; wir stellen alle Infos zu Preisen, Ausstattung und Motoren zusammen.

Die technische Basis für die zweite Captur-Generation bildet die neu entwickelte CMF-B-Plattform. Im Vergleich zur Plattform des Vorgängermodells besteht diese zu 85 Prozent aus neuen Teilen. Die Elektronikarchitektur wurde eigens für moderne Assistenzsysteme konzipiert. Ab Werk verfügt das Modell über sechs Airbags, darunter sind erstmals auch vorhangartige Windowbags für beide Sitzreihen.

Design und Maße

Das Design bleibt eng am Vorgänger, doch die neuen Scheinwerfer fallen auf. Sie arbeiten nun serienmäßig mit LED-Technik – eine Seltenheit im B-Segment. Außerdem gibt es künftig  Chromelemente an Fensterunterkante, hinterer Dachsäule, seitlichen Protektoren und am Grill.

Was die Maße angeht, so ist die neue Version mit 4,23 Meter gleich elf Zentimeter länger als der Captur I. Auch der Radstand wächst um drei Zentimeter auf 2,64 Meter. Weiter ausgestellte Kotflügel sowie der breite Unterfahrschutz verstärken den SUV-Charakter.

Renault Captur
Neuer Renault Captur

Auch hinten gibt es deutlich andere Leuchten (neue Version mit Renault-Nummernschild). Außerdem wurde die hintere Dachsäule mit einem dreieckigen Fensterausschnitt neu gestaltet.

Renault Captur
Neuer Renault Captur

Auch den neuen Captur gibt es wieder mit Bicolor-Lackierung. Man hat die Auswahl zwischen vier Kontrastfarben für das Dach, elf Karosserielackierungen und drei Individualisierungspaketen für das Exterieur.

Kofferraum

Durch die gewachsenen Maße bietet der Captur auch innen mehr Platz. Die Rücksitzbank ist wie beim Captur I um 16 Zentimeter längs verschiebbar. Je nach ihrer Position passen 422 bis 536 Liter hinein, beim Dieselmodell sind es (wohl wegen des Adblue-Tanks) nur 406 bis 520 Liter. Zum Vergleich: Im Vorgängermodell waren es 377 bis 455 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es nun 1.275 statt 1.235 Liter. Wie beim Captur I gibt es einen variabel einlegbaren Gepäckraumboden.

Cockpit

Das neue Smart Cockpit ähnelt dem des neuen Clio. Das senkrecht installierte, große Infotainment-Display erinnert an Tesla. Der Unterschied zum Vorgänger ist deutlich:

Renault Captur
Captur I
Neuer Renault Captur
Captur II

Alternativ zur 7-Zoll-Variante des zentralen Infotainment-Displays gibt es einen 9,3-Zoll-Touchscreen – wohl eines der größten Displays im Kleinwagensegment. Beide gehören zur neuen Version des Easy-Link-Infotainmentsystems. Diese erlaubt nun Over-the-Air-Updates und erlaubt die Smartphone-Integration über Apple CarPlay und Android Auto.

Über eine App kann man künftig das geparkte Fahrzeug lokalisieren. Auch das Navigationsziel lässt sich schon von zu Hause aus eingeben. Zusätzlich beinhaltet die App eine Adressensuche via Google sowie TomTom-Services wie Verkehrsmeldungen, Informationen zu Kraftstoffpreisen, Gefahrenstellen oder zum Wetter. Integriert ist außerdem ein automatischer Notruf bei einem Unfall (eCall).

Als Basis-Multimedialösung ist die App Renault R&GO zum Koppeln eines Smartphones via Bluetooth erhältlich. Das Smartphone selbst wird mit einer Halterung vor dem Radio im Blickfeld des Fahrers befestigt.

Auch eine Fahrmodus-Auswahl bietet der Captur nun. Das Multi-Sense-System bietet die Modi Eco, Sport und den frei konfigurierbaren Modus My Sense. Beeinflusst werden Lenkung, Gaspedal-Ansprechverhalten, Klimaautomatik und die Farbe und Intensität des Ambientelichts.

Ein interessantes Designdetail (serienmäßig ab Intens) ist die scheinbar frei schwebende Mittelkonsole, unter der es eine Fläche fürs induktive Aufladen des Smartphones gibt:

Neuer Renault Captur

Der Wahlhebel des Doppelkupplungsgetriebes (EDC) arbeitet elektronisch, das heißt ohne Kulisse. Das Getriebe kann auch manuell über Paddles am Lenkrad geschaltet werden. Der Captur Edition One verfügt außerdem über die elektronische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion (Option für Intens).

Renault Captur (2020)

Serienmäßig hat der Captur konventionelle Instrumente. Alternativ gibt es nun aber ein konfigurierbares Instrumentendisplay mit 7 oder 10 Zoll Diagonale. Die Navigationskarte kann allerdings nur das 10-Zoll-Display darstellen.

Motoren

Zum Marktstart sind drei Turbobenziner und ein Diesel verfügbar, die sich allesamt schon im offiziellen Renault-Konfigurator finden. Den Preis für die Plug-in-Variante hat Renault aber auch schon mitgeteilt; es gibt ihn ab 33.600 Euro.

  Leistung / Drehmoment 0-100 km/h / Spitze Basispreis
TCe 100 5-Gang 101 PS / 160 Nm 13,3 Sek / 173 km/h 17.950 Euro (Life)
TCe 130 6-Gang 131 PS / 240 Nm k.A. 21.100 Euro (Experience)
TCe 130 6-Gang EDC 131 PS / 240 Nm 9,6 Sek. / 193 km/h 22.800 Euro (Experience)
TCe 155 EDC 154 PS / 270 Nm 8,6 Sek. / 202 km/h 25.750 Euro (Intens)
Blue dCi 115 6-Gang / EDC 116 PS / 260 Nm 11,0 Sek. / 186 km/h 27.350 Euro (Intens)
E-Tech Plug-in 150 PS / 300 Nm k.A. 33.600 Euro (Intens)

Im Vergleich zum Clio fehlt der drehmomentschwache 65-PS-Saugbenziner an der Basis, dafür wird die Palette nach oben um einen 155-PS-Turbo verlängert. Außerdem wird hier anders als beim Clio ein Diesel angeboten.

Der Basisbenziner ist ein 1,0-Liter-Dreizylinder, bei den übrigen Motoren handelt es sich um Vierzylinder. Der TCe 130 und der TCe 155 haben einen 1,3-Liter-Vierzylinder, der Diesel ist ein 1,5-Liter-Aggregat mit ebenfalls vier Zylindern. Der Basisbenziner kommt ohne Partikelfilter aus, die übrigen besitzen einen; beim Diesel kommt noch ein SCR-System hinzu. Bei den gehobenen Motorisierungen gibt es optional ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (EDC).

Plug-in-Hybrid (E-Tech)

Ab sofort ist der Captur auch mit Plug-in-Hybridantrieb bestellbar; Marktstart ist jedoch erst Mitte 2020. Der Antrieb, eine Gemeinschaftsentwicklung der Konzerns, basiert auf einem 1,6-Liter-Benziner und zwei Elektromotoren. So ergibt sich eine Systemleistung von 150 PS und ein Gesamt-Drehmoment von 300 Newtonmeter.

Außerdem setzt Renault ein "innovatives Multi-Mode-Getriebe" ein – was das ist, sagt die französische Marke aber nicht. Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Speicherkapazität von 9,8 kWh.

Der Captur E-Tech Plug-in startet immer im Elektromodus und kann im Stadtverkehr bis zu 65 Kilometer rein elektrisch zurücklegen. Im Mix aus Stadt- und Überlandfahrten sind 45 Kilometern bei Fahrgeschwindigkeiten bis 135 km/h möglich. Die CO2-Emissionen im WLTP-Zyklus liegen unter 50 Gramm pro Kilometer, die Ladezeit für die Batterie bei 14 Ampere Ladestrom beträgt 3:30 Stunden.

Renault Captur (2020)

Assistenzsysteme

Die Liste der Fahrerassistenzsysteme umfasst unter anderem den Autobahn- und Stauassistenten. Das teilautomatisierte System kann auf mehrspurigen Straßen die Steuerung komplett übernehmen, es beschleunigt, bremst und folgt dem Vordermann. Dabei wird der Captur in der Mitte der Spur gehalten.

Nimmt der Fahrer die Hand vom Lenkrad, so wird er nach 13 Sekunden vom System gewarnt. Nach zwei weiteren Warnungen deaktiviert es sich automatisch. Die Grundlage hierfür bildet der Abstandstempomat mit Stop&Go-Funktion. Wie der Autobahnassistent ist er ab Intens optional erhältlich, allerdings nur für die Versionen mit EDC.

Serienmäßig hat der neue Captur:

  • Notbremssystem mit Fußgängererkennung,
  • Verkehrszeichenerkennung,
  • Fernlichtassistent
  • Spurhalteassistent (greift korrigierend in die Lenkung eingreift, wenn das Fahrzeug eine Linie überquert)

Optional gibt es:

  • Abstandstempomat
  • Autobahn- und Stauassistent
  • Totwinkelwarner
  • Parkpiepser vorn und hinten
  • Rückfahrkamera
  • Einparkassistent
  • Querverkehrswarner fürs Rückwärtsausparken
  • 360-Grad-Rundumsichtsystem

Bildergalerie: Renault Captur (2020)