Dafür gibt es anscheinend ein großes US-SUV und eine Art Mustang-Elektroauto

Ford hat Pläne zu einer großen Restrukturierung in Europa bekanntgegeben. Die Strategie ist Teil der "breiteren globalen Vision, smarte Autos für eine smarte Welt anzubieten". Der Autobauer hatte im dritten Quartal 2018 in Europa 245 Millionen Dollar Verlust eingefahren und muss profitabler werden.

Zu großen Teilen konzentriert sich der neue Plan auf die Operationen in Russland, aber man hat sich auch darauf verständigt, im August 2019 ein Werk im französischen Bordeaux zu schließen, dass kleine Automatikgetriebe herstellt. Außerdem will man die Hauptquartiere von Ford UK und Ford Credit in Dunton, Essex zusammenlegen. Gerade im traditionell starken Markt in Großbritannien hat das Unternehmen derzeit Probleme. Der Brexit ist auch hier ein großes Sorgenkind. Auch wenn es noch nicht bestätigt ist, berichtet Reuters, dass die Transformationen "tausende Jobs vernichten" könnten. Ford-Europa-Chef Steven Armstrong sagt: "Wir ergreifen entschlossene Maßnahmen, um das Ford-Geschäft in Europa zu transformieren". Auch er spricht davon, dass "tausende" stellen wegfallen, eine genaue Höhe des geplanten Personalabbaus nennt er aber nicht. Derzeit beschäftigt man in Europa 53.000 Menschen, etwa 20.000 davon in Deutschland. 

"Wir werden in Autos, Services, Segmente und Märkte investieren, die uns auf lange Sicht ein profitables Geschäft versprechen, für unsere Stakeholder Nutzen kreieren und unseren Kunden emotionale Fahrzeuge liefern", ergänzt Armstrong. 

In wie weit Volkswagen in den neuen Ford-Plänen eine Rolle spielt, erwähnt das Unternehmen nicht. Die beiden Autobauer hatten angekündigt, im Nutzfahrzeugbereich kooperieren zu wollen. Inzwischen wird aber davon ausgegangen, dass die Zusammenarbeit ausgeweitet wird. Auf der Automesse in Detroit, die kommende Woche startet, will man sich wohl weiter austauschen. 

Interessanter für tatsächliche Kunden dürfte aber sein, dass Ford ein weiteres SUV aus Amerika auf den europäischen Markt bringen will. Im April diesen Jahres soll es mehr Infos dazu geben, aber wir gehen davon aus, dass es sich dabei um den neuen Explorer handelt. Das mehr als fünf Meter lange Siebensitzer-SUV könnte mit Audi Q7, Mercedes GLE und Co. konkurrieren.

Zusätzlich wird man 2020 auf dem alten Kontinent "ein komplett neues, Mustang-inspiriertes, vollelektrisches Performance-Utility" auf den Markt bringen. Dazu soll jedes neue Modell ab dem aktuellen Focus eine elektrifizierte Variante erhalten. Das umfasst Mildhybride, Hybride, Plug-ins und rein elektrische Versionen. Diese Ankündigung bezieht sich auf komplett neue Modelle und Überarbeitungen von bereits existierenden Modellen.

Aufgrund sinkender Nachfrage im Segment der kompakten Vans, denkt Ford über ein Aus für den C-Max und den Grand C-Max nach. Derzeit ist man in Gesprächen mit den Gewerkschaften. Keine neuen Infos gibt es zum Mondeo und zum S-Max, die Gerüchten zufolge ebenfalls vor dem Aus stehen. 

Quellen: Ford, Reuters