Ford will Hilfe in Europa. VW sucht Produktionsstätten in den USA. Es ist eine Win-Win-Situation.

Im Juni diesen Jahres unterzeichneten Volkswagen und Ford eine Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft. Diese hatte hauptsächlich die gemeinsame Entwicklung von Nutzfahrzeugen zum Ziel, entfachte aber auch Gerüchte über eine mögliche größere Kooperation. Wie sich nun herausstellt, ist Volkswagen an der Nutzung von Werken des amerikanischen Herstellers interessiert, um seine Produktionskapazität in den USA zu pushen. 

"Wir sind in fortgeschrittenen Verhandlungen und im Dialog mit Ford, um wirklich eine globale, automobile Allianz aufzubauen, die auch die amerikanische Autoindustrie stärken würde", sagte VW-Konzernchef Herbert Diess gestern nach einem Meeting im Weißen Haus. Diess gab ebenso bekannt, dass VW "darüber nachdenkt, ein zweites Werk in den USA zu bauen".

Eine Allianz zwischen zwei der weltweit größten Autohersteller könnte Ford helfen, sein angeschlagenes Geschäft in Europa aufzupeppeln. Allerdings würde VW im Zuge einer Kooperation keine Anteile am US-Konzern übernehmen. Im Gegenzug könnte Ford den Wolfsburgern mit zusätzlicher Produktionskapazität un den Vereinigten Staaten unter die Arme greifen.

"Wir arbeiten an einer Allianz mit Ford, die Fords Position in Europa stärken wird, weil wir Plattformen teilen werden", meinte Diess. "Womöglich nutzen wir Kapazitäten von Ford hier in den USA, um eigene Autos zu bauen. Wir brauchen zusätzliche Kapazität hier in den Vereinigten Staaten, wir brauchen ein zusätzliches Werk für beide, VW und Audi."

Ford-Biss Bill Ford kommentierte, dass die beiden Hersteller "in unseren Gesprächen noch nicht allzu detailliert geworden sind, aber wir reden mit ihnen und die Gespräche laufen richtig gut". Unterdessen bestätigte Diess, dass VW sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit Tennessee befindet, um seine Produktionskapazität auszuweiten. Aber "es könnte da auch andere Optionen geben". Aktuell betriebt das Unternehmen ein Automobilwerk in Chattanooga, Tennessee. 

Quelle: Automotive News