Home

Volkswagen

News

Vergessene Studien: VW EcoRacer (2005)

Der Diesel-Sportwagen war drei Autos in einem

VW EcoRacer 2005

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

4. Sep. 2018 um 08:06 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Name: VW EcoRacer

Premiere: Tokyo Motor Show 2005

Spezifikationen: voll fahrbarer Prototyp, Länge: 3,77 Meter, Breite: 1,74 Meter, Höhe: 1,21 Meter. 1,5-Liter-TDI mit 136 PS und 250 Newtonmeter in Mittelmotor-Anordnung. DSG-Doppelkupplungsgetriebe. 0 auf 100 km/h in 6,3 Sekunden, Spitze 230 km/h. Stückzahl: 1.

Weitere vergesssene Studien:

Vergessene Studien: Audi TT Shooting Brake (2005 und 2014)

Vergessene Studien: BMW Turbo (1972)

Der Hintergrund:
Im Oktober 2005 befand sich VW noch voll im TDI-Fieber. Der Diesel war der Zaubermotor der Zukunft für Genuss ohne Reue. Parallel lotete die Marke das Sportwagen-Potenzial des Selbstzünders aus. Heraus kam der EcoRacer, quasi die Quadratur des Kreises: 3,4 Liter Durchschnittsverbrauch, aber trotzdem 230 km/h Höchstgeschwindigkeit. Er gehört definitiv in unsere Reihe vergessener Studien.

Mit einer Länge von 3,77 Meter war der VW EcoRacer 14 Zentimeter kürzer als heute der Mazda MX-5. Zwischen den eigens entwickelten 17-Zoll-Leichtmetallfelgen betrug der Radstand 2,48 Meter. Hinzu kamen extrem kurze Überhänge. Ein direktes Designvorbild hatte der EcoRacer nicht, ein wenig erinnert er aber an den Renault Sport Spider (1995 bis 1999).

Ein Highlight war die Karosserie aus CFK, VW sprach damals von einem „Polycoque“. Es bestand im Wesentlichen aus einer Chassiswanne, zwei Seitenschwellern und dem Armaturenträger. Ein weiteres CFK-Modul trug Motor und Hinterachse. Auch die Hauben und Türen sowie die Dachteile waren aus CFK. Die Türschlösser öffneten elektromechanisch, per Gasdruckdämpfer schwenkte der jeweilige Dachflügel nach oben, um den Ein- und Ausstieg zu optimieren.

Das bringt uns zum zweiten Highlight des VW EcoRacer: Die Dachteile und der Längssteg dazwischen, der sogenannte T-Bar, ließen sich herausnehmen und hinter den Sitzen verstauen. Auch die Heckhutze konnte entfernt werden. Zu guter Letzt bestand die Möglichkeit, den Windschutzscheibenrahmen gegen eine kurze Rennscheibe zu tauschen. Damit war der EcoRacer Coupé, Roadster und Speedster in einem.

Und technisch? Komplett neu war die vordere Doppelquerlenkerachse mit Dreieckslagern aus Aluminium. Die Vierlenker-Hinterachse orientierte sich an der Lösung im damaligen Golf. Als Gewichtsverteilung für den EcoRacer gab VW 40:60 zugunsten der Hinterachse an. Der als Mittelmotor verbaute 1.5 TDI befand sich 2005 noch in der Erprobung. Seine Eckdaten: 136 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter zwischen 1.900 und 3.750 Touren. Zitat von VW: „ Das ebenso kompakte wie leichte Aggregat erfüllt die für die EU-5-Abgasnorm geplanten Werte.“

Nun, es kam anders, auch für die seinerzeit von VW gepriesene Möglichkeit des CCS-Verfahren. Jenes „Combined Combustion System“ sollte unter dem Einsatz synthetischer Kraftstoffe die Vorteile von Diesel- und Ottomotor vereinen. Lediglich Mazda schaffte es, den sogenannten „Diesotto“ in abgespeckter Form in Serie zu bringen, 2019 startet dort der Skyactiv-X-Motor.

In Serie schaffte es der VW EcoRacer nicht, schon die TransFormers-artigen Umbaumöglichkeiten wären in der Produktion immens teuer gekommen. Die Möglichkeit eines Mittelmotor-Roadsters verfolgte VW nach 2005 aber weiter: 2009 zeigte man den BlueSport mit Diesel und erwägte eine Fertigung ab 2014. Doch ebenfalls 2009 kam Porsche zu VW und damit auch der Boxster. Die Karten wurden neu gemischt.

Bildergalerie: VW EcoRacer 2005

VW EcoRacer 2005

5

VW EcoRacer 2005 VW EcoRacer 2005 VW EcoRacer 2005 VW EcoRacer 2005

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



VW Polo: Wie lange wird es den Kleinwagen noch mit Verbrenner geben?



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



VW Golf GTI (2026) im Test: Genügt der Basis-GTI noch?



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Mehr Fahrdynamik für den VW ID. Buzz mit H&R-Gewindefedern



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Der nächste ID. Buzz soll billiger werden