Leider ging keiner der beiden je in Serie.

Name: Audi TT Shooting Brake, Audi Allroad Shooting Brake

Premiere: Tokyo Motor Show 2005, Detroit Motor Show 2014

Daten (Studie 2005): 4,18 Meter Länge3,2-Liter-V6, 250 PS; Quattro-Allradantrieb; 0-100 km/h in 6,0 Sekunden, 250 km/h Vmax

Daten (Studie 2014): 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder mit 292 PS/380 Nm plus zwei Elektromotoren, Systemleistung: 408 PS/650 Nm; Quattro-Allradantrieb; 0-100 km/h in 4,6 Sekunden, 250 km/h Vmax (abgeregelt)

Der Hintergrund:

Audi TT Shooting Brake (2005)

Die Idee eines vielseitigeren Audi TT hatte nicht nur 2005 einen gewissen Reiz. Die Sportlichkeit eines Coupés mit dem Kofferraumvolumen eines kleinen Kombis - durchaus verlockend.

Noch mehr vergessene Studien

So kam es zu der heute vergessenen Studie TT Shooting Brake von 2005 auf Basis der zweiten TT-Generation. Allerdings blieb es bei nur einem einzigen Exemplar. Die Idee, ein wenig mit der Dachlinie zu spielen und das Heck zu verändern, um die heute beliebte Shooting-Brake-Form zu erzielen, war interessant. BMW hatte es ja mit dem Z3 Coupé vorgemacht. Auch Audis Entwurf war sehr schick. Und praktisch. Zumindest in der Theorie. Damals sprach man beim Hersteller von "viel Platz für wesentliche Transport-Bedürfnisse". Nach Umlegen der Rücksitzbank wuchs der Laderaum von 255 auf 730 Liter. Das Problem war nur: Platz gab es nach wie vor nur für Zwei. Und das normale TT Coupé schluckte auch bis zu 700 Liter.

Trotzdem gab es viel, was man am TT Shooting Brake mögen konnte. Er hatte den damals noch üblichen Sechszylinder-Sauger mit 250 PS, dessen Kraft per Sechsgang-Handschalter an alle vier Räder ging. Dazu kamen Hightech-Features wie ein OLED-Display im Cockpit, adaptive Dämpfer und LED-Scheinwerfer. Letztere waren vor 13 Jahren wirklich ein dickes Ding.

Die 19-Zöller und das unten abgeflachte Lenkrad übernahm die Studie vom damaligen RS 4 (B7). Die schneidige Karosse (über den mamutösen Grill kann man streiten) war in “Electric White” lackiert und nahm Anleihen sowohl beim A4-basierten DTM-Rennauto als auch beim futuristischen RSQ Concept das im Film “I, Robot.” zu sehen war.

In Serie ging der Shooting-Brake-TT nie. Er hätte das Coupé wohl doch zu stark kannibalisiert. Und das ohne wirklichen praktischen Mehrwert. Wenn man sich den 2017 eingestellten VW Scirocco so ansieht, kann man aber sehen, dass die Design-Idee im Konzern durchaus weiterlebte. 

Audi Allroad Shooting Brake (2014)

Und damit schnell vorgespult ins Jahr 2014. Vor vier Jahren brachte Audi die Idee eines TT Shooting Brake erneut auf den Tisch. Diesmal jedoch mit einem trendigen Schuss Allroad. Die Studie eines hemdsärmeligen Sportcoupés mit den mittlerweile fast unverzichtbaren SUV-Anleihen vertraute auf einen mindestens ebenbürtig trendigen Antrieb. Die Ingolstädter kombinierten beim Allroad Shooting Brake nämlich den bekannten Zweiliter-TSI mit gleich zwei Elektromotoren. 

Aber selbst damit war das Ende der Fahnenstange für Audis "Sportcoupé-mit-heißem-Hintern"-Ambitionen noch nicht erreicht. Im gleichen Jahr, auf der Peking Motor Show 2014, folgte eine weitere TT-Interpretation – ein Crossover (was sonst). Wie die beiden anderen Studien schaffte es das TT Offroad Concept (in der Galerie unten) nie auf die Produktionsbänder. Allerdings wird der 2019 erscheinende Audi Q4 einer recht ähnlichen Philosophie folgen. Ganz umsonst waren die TT-Shooting-Brake-Abenteuer also keinesfalls.

Bildergalerie: Audi TT offroad concept