Hören Sie Audis neuen Supersportwagen in Monaco
Genervt vom überladenen Design moderner Autos? Audi hat die Lösung
Mit der Enthüllung des Concept C vergangenen September überraschte Audi die Autowelt mit einer komplett neuen und ziemlich radikalen Designsprache. Vergangene Woche legten die Ingolstädter. Und wie. Der Supersportwagen Nuvolari ist das erste Serienmodell, das die frische Ästhetik übernimmt.
Der Stealth Bomber feierte anschließend am Wochenende sein dynamisches Debüt: Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto wechselten sich am Steuer ab – im Vorfeld des F1-Grand-Prix von Monaco.
Das vom Lamborghini Temerario abgeleitete Modell wird ab 2027 zu den Kunden rollen. Später im selben Jahr soll sich der Concept C zu einem Serienmodell weiterentwickeln – als elektrischer Sportwagen mit versenkbarem Targa-Dach und enger technischer Verwandtschaft zu den elektrischen Porsche Boxster und Cayman. Beide Performance-Modelle sind die ersten Fahrzeuge, die vollständig unter der Verantwortung von Chief Creative Officer Massimo Frascella entstanden sind, seit er im Juni 2024 zu Audi wechselte.
Der frühere Designchef von Land Rover und Jaguar sprach mit Car Magazine darüber, wie Audi künftig aussehen soll. Er ist überzeugt, dass kommende Modelle mit den ikonischen vier Ringen „extreme Solidität und absolute Einfachheit“ ausstrahlen sollten. Der Designverantwortliche in Ingolstadt erklärte zudem, er habe die „Geheimzutat“ für die Gestaltung der nächsten Fahrzeuggeneration gefunden.
„Die Geheimzutat ist das perfekte Zusammenspiel von Radien und Spannungslinien – unglaublich kontrolliert, aber nie organisch; ein starkes Gefühl von massivem Metall, getragen von sehr präzisen, geometrischen Trennfugen.“
Ähnlich wie zuvor der Concept C signalisiert auch der Nuvolari radikale Veränderungen im Innenraum: Die Premium-Marke des Volkswagen-Konzerns verabschiedet sich vom Bildschirm-Overkill vieler aktueller Fahrzeuge. Ob andere Premiumhersteller diesem Ansatz folgen, bleibt offen – bei Audi soll die Reduzierung der Displayflächen jedoch noch einen weiteren Vorteil bringen: die Rückkehr physischer Bedienelemente. Zudem ist eine spürbare Steigerung der Materialqualität im gesamten Innenraum geplant.
Audis neue Designsprache soll die gesamte Modellpalette prägen
Die neue Richtung wurde zwar zunächst an zwei eher speziellen Modellen gezeigt, doch die Welle der Veränderungen soll sich über das gesamte Portfolio ausbreiten. Audi konnte die Entwicklung der beiden Fahrzeuge dank Kooperationen mit Lamborghini und Porsche beschleunigen – die klassischen Volumenmodelle der Baureihen „A“ und „Q“ werden den neuen Look allerdings nicht so schnell übernehmen.
Der nächste Q7, der erstmals kommende Q9 sowie der Rückkehrer A2 wurden noch vom bisherigen Team gestaltet; daher sollte man hier nicht mit starken Einflüssen von Concept C oder Nuvolari rechnen.
Allerdings behauptet Car Magazine, dass Massimo Frascella beim RS 5, beim Q4-Facelift sowie bei den genannten Modellen A2, Q7 und Q9 zumindest in begrenztem Umfang Spuren hinterlassen habe. Das britische Magazin berichtet zudem, der Designchef habe in letzter Minute Änderungen am in Kürze debütierenden A6 Allroad vorgenommen. Auch wenn es nicht erwähnt wird, erscheint es plausibel, dass ein künftiger RS 6 (erstmals seit langem wohl wieder als Avant und Limousine) ebenfalls in diese Liste fällt.
Die indirekten Nachfolger von R8 und TT kommen zu einem Zeitpunkt, an dem BMW das Design seiner Fahrzeuge innen wie außen ebenfalls grundlegend verändert. Die Neue Klasse fährt einen ähnlich reduzierten Ansatz mit weniger Kanten und Sicken, im Interieur setzt BMW im Gegensatz zu Audi jedoch weitgehend auf Displays. Mercedes wiederum ist ebenfalls ein Fan großflächiger Bildschirmlandschaften im Cockpit, während das Exterieur evolutionär bleibt – mit einer wachsenden Zahl an Sternen.
Motor1 meint: Es kommt nicht oft vor, dass ein Automobilhersteller – ob im Premium- oder Volumensegment – seine Designrichtung so deutlich ändert. Es erfordert Mut, neu anzufangen und etwas zu kreieren, das Audi „The Radical Next“ nennt. Zunehmend wirkt es wie ein Gegenmittel gegen frustrierende Trends moderner Autos: überladene Karosserien und Innenräume, die von Bildschirmen dominiert werden.
Der Nuvolari ist technisch gesehen noch ein Prototyp – die 499 Fahrzeuge, die an Kunden gehen, werden aber identisch aussehen. Der Concept C könnte stärker überarbeitet werden, doch auch hier ist nicht mit all zu großen Veränderungen zu rechnen. Jenseits dieser beiden Kleinserienmodelle ist aus Absatzsicht entscheidender, wie Audi die neue Designsprache bei den regulären Modellen umsetzt.
Bildergalerie: 2027 Audi Nuvolari
Quelle: Car Magazine
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