Airstream geht fremd. Mit einem kleinen Kunststoff-Caravan

Camping ist wieder cool. Was die Urlauben-in-der-Natur-Situation jedoch Coolness-mäßig völlig explodieren lässt, ist, wenn Sie einen Airstream hinter sich her ziehen. Sie wissen schon, diese amerikanischen Trailer-Monster, bei denen Freiheit und Abenteuer aus jeder Pore ihrer Hochglanz-Aluminium-Haut triefen. Firmengründer Wally Byam brachte es einst auf den Punkt, als er sagte: “Wir verkaufen keine Trailer, wir verkaufen ein Lebensgefühl.” Allerdings ist dieses Lebensgefühl in der Regel riesig und unglaublich teuer. Das ist für viele ein Problem. Daher geht die Wohnwagen-Ikone aus Ohio nun neue Wege. Mit ihrer neuesten Kreation namens Nest.

Schwere Geburt
Der Nest ist nicht unbedingt das, was man als klassische Schönheit bezeichnen würde. Er ist klein, praktisch, modern und von Aluminium ist weit und breit nichts zu sehen. Er ist der erste Airstream aus Glasfaser verstärktem Kunststoff (GFK). Mit der Einführung des neuen Materials hat sich das Unternehmen ganz schön Zeit gelassen. Bereits in den 1950ern hatte Byam mit GFK experimentiert. Mehr als ein halbes Jahrhundert später kommt nun der erste Plastik-Airstream auf den Markt. Und dazu bedurfte es auch noch eines Ankaufs im Jahr 2016, denn der Nest wurde ursprünglich von US-Designer Robert Johans entworfen. Unter seiner Führung entwickelte man den Nest dann im eigenen Haus zur Marktreife weiter.

Mit 5,18 Meter relativ klein
Der Nest sieht aus wie ein kleiner Eisenbahn-Waggon, hat abgerundete Fenster und eine Frontscheibe, die laut Airstream von Skibrillen inspiriert ist. Warum auch nicht. Er ist 5,18 Meter lang, 2,13 Meter breit und wiegt etwa 1.540 Kilo. Man kann ihn also auch mit den meisten normalen Autos ziehen und braucht keinen ausgewachsenen Pick-up-Truck dafür. Innen bietet er auf 10,4 Quadratmetern trotzdem alles, was zwei Camper-Herzen höher schlagen lässt: Er hat eine Küche mit Spülbecken, zwei Herdplatten, Mikrowelle und Kühlschrank. Außerdem hat er ein ausreichend großes Bad mit Toilette und Dusche. Um allen Wohn-Vorlieben gerecht zu werden, bietet Airstream beim Nest gleich zwei verschiedene Grundrisse an. Einer bietet eine U-förmige Sitzanordnung (mit Tisch), die in einen Schlafplatz verwandelt werden kann, die andere ein permanentes Bett mit komfortablerer Matratze.

Ab 45.900 US-Dollar
Der Airstream Nest ist in den USA ab 45.900 US-Dollar plus Steuern zu haben. Umgerechnet sind das etwa 37.200 Euro (plus Steuern). Kleinster Airstream-Anhänger bleibt weiterhin der “Basecamp”. Der 4,96 Meter lange Alu-Wohnwagen kostet in Deutschland mindestens 44.317 Euro. Für einen ausgewachsenen Airstream 684, mit 8,25 Meter das größte in Deutschland verfügbare Modell, werden inklusive Überführung über 105.000 Euro fällig.

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