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Für eine persönlichere Erfahrung

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test: Noch ein bisschen besser

Der neue Vollhybrid im Rumänen überzeugt im Test durch gestiegene Fahrdynamik bei geringem Verbrauch

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland

Der Jogger ist so eine Ausnahmeerscheinung. Also das Auto, nicht der Läufer. Nicht ganz so tief wie ein Opel Astra Sports Tourer, nicht ganz so lang wie ein Golf Variant, aber auch nicht so hoch und nutzfahrzeuglastig wie Citroën Berlingo, VW Caddy und Co. Irgendwo zwischen Kombi und Hochdachkombi sammelt der Rumäne mit passender Preis-Leistung Fans.

Und trotzdem bietet der Dacia Jogger massig Raum – auf Wunsch sogar für sieben Menschen. Ein praktisches und pragmatisches Kerlchen für jedwede Unternehmung. Zum aktuellen Modelljahr ist er noch einmal ein wenig frischer geworden.

Bildergalerie: Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Unter der Haube hat sich einiges getan. Der neue Hybrid 155 ersetzt den bisherigen Hybrid 140. Statt eines 1,6-Liter-Motors werkelt jetzt ein 1,8-Liter-Benziner mit zwei Elektromotoren. Die beim Bremsen oder im Schiebebetrieb rekuperierte Energie speichert der Kombi in einer 1,4-kWh-Batterie. Das sorgt auf dem Papier für Werte, die im Alltag spürbar weiterhelfen.

Insgesamt bringt der Jogger 116 kW (158 PS) und 205 Nm über ein automatisches Multi-Mode-Getriebe auf die Straße. Bis zu 80 Prozent der Wege soll der Jogger in der Stadt rein elektrisch zurücklegen können – gestartet wird immer im E-Modus. 0,8 Sekunden schneller ist er in der Beschleunigung gegenüber seinem Vorgänger. Statt bei 167 km/h ist jetzt erst bei 180 km/h Schluss. Und all das bei weniger Verbrauch und größerer Effizienz.

Schnelle Daten Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) 7-Sitzer
Antrieb

- 1.789 ccm Vierzylinder Benziner (80 kW) + 2x E-Motor (36 kW)

- Frontantrieb

Getriebe Automatik
Systemleistung / Drehmoment 116 kW (158 PS) / 205 Nm
0 - 100 km/h 9,0 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emission 4.6 Liter /100 km / 104 g/km
Batteriekapazität 1,4 kWh
Basispreis 25.990 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

Die gute Nachricht zuerst: Der Jogger bleibt der Jogger. Zwar hat Dacia vor allem bei Leuchten und Grill Hand angelegt, der kompakte Kombi ist aber weiterhin als der eigenwillige, robuste Begleiter zu erkennen, der er vorher schon war. 

Mit klaren Ecken und Kanten, reichhaltiger Hartplastikbeplankung, der flexiblen Dachreling und dem hohen Stand ist der Rumäne weiterhin der Best Buddy für pragmatische und erkundungsfrohe Menschen. Die Maße sind praktisch unverändert: Auf seinen recht überschaubaren 4,50 Metern setzt der Dacia vor allem auf Raum in der Höhe (1,69 Meter).

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Bilder von: Motor1.com Deutschland

Die leichten SUV-Anleihen fallen jedoch dank zielgerichteter Gürtellinie und dynamischer Fensterfront kaum auf. Erst der Blick auf das Heck offenbart, dass hier ein kompakter Raumkönig unterwegs ist. Schick und praktisch, 'watt willse mehr?'

Innenraum

Im Innenraum fällt sofort das etwas größere Infotainment-System auf, das strukturiert und zielsicher agiert. Die Anbindung über Android Auto ist fix eingerichtet, läuft jedoch nicht immer stabil. Hier schafft ein Neustart Abhilfe.

Leider erbt das Facelift die schlechte Rückfahrkamera des Vorgängers. Die Auflösung ist noch immer eher Marke Handy-Kamera 2010. Eine bessere Qualität täte dieser jedoch gut, denn der Blick nach hinten ist durch den hohen Innenausbau, die schlanke Heckscheibe und die breite C-Säule recht unübersichtlich – vor allem im Siebensitzer.

Ansonsten macht der Dacia Jogger seine Sache als Preis-Leistungs-König gut. Die Verarbeitung ist gelungen, die hauptsächlichen Hartplastikfronten sind ansprechend designt und werden hier und da von ein wenig Stoff aufgepimpt. Zentrale Funktionen lassen sich per Knopf oder Drehregler (!) einstellen. Die Sitze bieten ausreichend Einstellungsmöglichkeiten und Komfort – zumindest in der ersten Reihe.

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Bilder von: Motor1.com Deutschland

Hinten wird es wie auch beim Vorgänger etwas eng. Wer unterwegs das integrierte Klapptischchen an der Rückenlehne des Vordersitzes nutzen will, sollte es vor dem Einsteigen ausklappen. Gerade für normalgroße Erwachsene ist die Beinfreiheit im Siebensitzer schon eher eingeschränkt. Das gilt erst recht für die beiden Sitze im Kofferraum. Der C-Segment-Kombi ist klar auf Raum ausgelegt.

Wer jedoch mit zwei kleinen Kindern in den Urlaub fährt und optional Gebrauch von den hinteren Sitzen auf der Fahrt als Kleinmannschaftsbus zum örtlichen Fußballturnier unternimmt, wird kaum Probleme bekommen. Mit aufgebauter dritter Reihe gehen zwar nur 160 Liter in den Jogger, beim fixen Umklappen oder Rausnehmen der letzten Sitzreihe wächst der Stauraum jedoch auf stolze 1.807 Liter. Welches 4,50 Meter lange Auto bietet das außerdem? Zumal der Umbau echt flexibel und unmittelbar vonstattengeht.

Abmessungen Dacia Jogger Hybrid 155 (2026)
Länge x Breite x Höhe 4.550 x 1.853 x 1.689 mm
Radstand 2.898 mm
Kofferraumvolumen 160 - 1.807 Liter
Leergewicht 1.406 kg
Max. Zuladung 589 kg
Max. Anhängelast 1.000 kg
Max Stützlast 75 kg

Antrieb/Fahreindrücke

Ähnlich wie beim Renault Clio gibt sich das Vollhybrid-System auch im Dacia Jogger geräuscharm und harmonisch im Wechsel zwischen vollelektrischem und Verbrenner-Betrieb. Erst bei Geschwindigkeiten jenseits der 120 km/h werden die Umgebungsgeräusche aufgrund des hohen Aufbaus wahrnehmbar lauter.

Das Kraftübertragungszusammenspiel ist gut gelungen. In der Stadt kommt der Jogger zumeist ohne Verbrenner-Unterstützung aus und beschleunigt angemessen. Sobald mehr Kraft angefordert wird, schaltet sich der Benziner hinzu. Das Plus an Hubraum und Kraft steht dem Jogger gut. Er wirkt ausgereifter und souveräner als zuvor.    

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland

Seine Vorteile spielt er in seiner Kompaktheit aus. Laderaum wie ein VW Passat, aber bei Weitem nicht die Maße eines Golf Variant. Das macht den Jogger sehr wendig, auch wenn ich mich während der Fahrt der Abmessungen immer wieder bewusst machen muss. Der Kombi wirkt innen größer als er eigentlich ist.

Harmonisch arbeitet auch das Fahrwerk. Es bietet eine angenehme Straffheit bei ausreichendem Fahrkomfort – Marke dynamischer Anpacker. In dieses handfeste Konzert stimmt auch die stabile Lenkung mit ein. Präzise lässt sich der rumänische Marathonläufer lenken. Ein sicherer Begleiter für jedwede Fahrsituation: Ausgeglichen und gelassen.

Verbrauch/Preis

Des Öfteren konnte man mich im Auto verdutzt auf das Infotainment schauend beobachten. Denn das zeigte bei vielen Kurzstrecken einen Verbrauch von 4,2 Liter auf 100 Kilometer an. In der Stadt kommt dem Rumänen klar der große Anteil aus vollelektrisch zurückgelegten Strecken zugute. Insgesamt landeten wir bei 4,6 Liter. Damit liegen wir voll im kombinierten WLTP-Soll. Da kommt die Konkurrenz ohne Vollhybrid auch ohne ökonomischen Fuß über Land kaum ran. Wer gemächlich fährt, wird sicher noch weniger als die 4,2 Liter erreichen.

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Dacia Jogger Hybrid 155 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland

Der Jogger startet als Essential mit dem 122 PS starken Eco-G mit zusätzlichem LPG-Tank bereits bei 17.990 Euro. Wer den Spritsparkönig will, muss für den Vollhybriden mindestens 24.990 Euro als Fünfsitzer und 25.990 Euro als Siebensitzer hinlegen. Dafür gibt es mit der mittleren Linie Expression auch ein wenig mehr Ausstattung.

Die Kombi-Vollhybrid-Konkurrenz geht mit dem Toyota Corolla Touring Sports aktuell (Juli 2026) ab 30.622 Euro an den Start. Genau wie bei den klassischen Kombi-Kollegen aus Opel Astra Sports Tourer (ab 34.890 Euro) und VW Golf Variant (ab 33.180 Euro)  muss hier jedoch auf eine Siebensitzer-Variante verzichtet werden. Letztere werden jedoch nicht als Vollhybrid angeboten.

Wer Raum und mehr Sitzplätze verbinden will, müsste da schon auf die klassischen Hochdachkombis wie Citroen Berlingo (ab 26.170 Euro), Toyota Proace City Verso (ab 21.066 Euro) oder VW Caddy (ab 34.200 Euro) setzen, fährt dann aber auch wesentlich nutzfahrzeuglastiger. Doch auch die verzichten auf einen Spritsparmeister. Letztere stehen lediglich als Benziner (Mildhybriden), Diesel oder vollelektrisch zur Verfügung.

Fazit: 8/10

Der Dacia Jogger behält seine überzeugenden Tugenden aus Raum und Flexibilität erfreulicherweise bei. Das Facelift bringt jedoch mit dem neuen Vollhybriden einen Antrieb, der nicht nur bei den Fahrwerten überzeugt, sondern auch in Sachen Effizienz eine ordentliche Schippe oben drauf knallt.

Klar, spartanisch sieht all das immer noch aus und hier und da müssen sicher Abstriche gemacht werden! Doch brauchen wir wirklich mehr? Der Rumäne ist vermutlich das kürzeste, robusteste und praktischste Familien-Fahrzeug auf dem Markt und dazu noch eines der günstigsten. Solide Verarbeitung trifft Allrounder-Nutzwert. Und dazu gibt es einen Verbrauch, den mit diesem Paket wirklich niemand liefern kann.