Der letzte Fiat Egea alias Tipo ist vom Band gelaufen
In der Türkei gab es jetzt den Abschiedskuss für das nicht nur dort beliebte Auto
Als der Kalender das Jahr 2015 zeigte und der Fiat Egea in der Türkei auf den Markt kam, hätte wohl selbst die Chefetage von Fiat in Italien nicht damit gerechnet, welche Bedeutung dieses Modell erlangen würde. (Einige Quellen schreiben den Namen "Aegea", die türkische Fiat-Homepage hingegen bleibt bei Egea.)
Der Fiat Egea war in 10 seiner 11 Produktionsjahre das meistverkaufte Modell in der Türkei; er war nicht nur eine Maschine aus Blech und Motor, sondern wurde zu einem Symbol für türkische Ingenieurskunst, Fertigung und harte Arbeit. Und genau diese Ikone ist nun ein letztes Mal vom Band gelaufen.
Seit einiger Zeit war bekannt, dass die Egea-Produktion endet. Mit der heutigen Pressemitteilung ist der Abschied der Legende nun auch offiziell. Bei uns kennen wir den Egea (dieser Name bezieht sich auf die Ägäis) als Tipo. Und auch in Deutschland und Italien fand der günstige Golf-Gegner seine Fans.
Der letzte Fiat Egea
Schon in der Konzeptphase trug der Egea, der oft als Inbegriff von "lokal und national" gilt, die Handschrift türkischer Ingenieure. Im Werk in Bursa wurden insgesamt 1.417.047 Exemplare produziert; das Modell wurde unter verschiedenen Namen in mehr als 40 Länder exportiert.
Der Egea/Tipo startete zunächst als (in der Türkei besonders beliebte) Limousine, später folgten Hatchback-, Kombi- und Cross-Karosserievarianten. Mit dem Anspruch, die Bedürfnisse jeder Familie abzudecken, wurde der Egea zwischen 2016 und 2025 Jahr für Jahr zum meistverkauften Fahrzeug des Landes. Der Egea war in gewisser Weise der Sohn des in der Türkei nicht minder berühmten Tofaş Sahin.
Bildergalerie: Fiat Tipo Limousine Easy (2024)
Laut offiziellen Fiat-Daten entfielen von den bisherigen Verkäufen in der Türkei 565.097 Einheiten auf den Egea Sedan, 150.869 auf den Egea Cross und 29.678 auf die Varianten Egea Hatchback und Station Wagon. 2017 war mit 11.804 Neuzulassungen das erfolgreichste Jahr für den Tipo in Deutschland.
Tofaş-CEO Cengiz Eroldu betonte die Bedeutung des Fiat Egea für die Unternehmensgeschichte und die türkische Automobilindustrie und erklärte: "Als globales Produktprojekt, das von Beginn an die Handschrift von Tofaş trug, haben wir den Fiat Egea 11 Jahre lang in unserem Werk produziert und ihn nun ein letztes Mal vom Band genommen und aus unserem Werk verabschiedet. Der Egea, der sich von Bursa aus zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte, wurde zu einem der Projekte, die die jüngere Geschichte unseres Unternehmens geprägt haben.
Mit einer Produktion von 1.417.047 Einheiten, einer Exportleistung, die nahezu die Hälfte davon ausmacht, und einer Reichweite von mehr als 40 Ländern wird der Egea als eines der unvergesslichen Projekte in der Geschichte von Tofaş stets einen besonderen Platz einnehmen."
Der letzte Egea, der vom Band lief, war ein Egea Sedan Lounge 1.6 MJet DCT mit 130 PS in der Farbe Dinamik Mavi.
Und wie geht die Erfolgsgeschichte türkischer Ingenieure und Arbeiter weiter? Vielleicht mit dem Togg, dem neuen Elektroauto aus der Türkei. Nachfolger des Egea/Tipo bei Fiat wird die Grizzly-Baureihe. Diese SUVs entstehen in Marokko und basieren auf der Smart Car-Plattform. Bei Tofaş werden weiter Lieferwagen und Kleinbusse wie der Opel Vivaro und dessen Brüder aus dem Stellantis-Konzern gefertigt.
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