Nach rund zwei Monaten intensiver Nutzung ist es Zeit für eine Zwischenbilanz unseres Peugeot 408 Plug-in Hybrid Dauertesters. Das schicke Crossover-Coupé in der auffälligen Lackierung "Obsession Blau" hat sich bisher gut im Alltag geschlagen. Dennoch gibt es einige Punkte, die uns positiv wie auch negativ aufgefallen sind.

Antrieb und Fahrverhalten

Der Plug-in Hybridantrieb mit 180 PS Systemleistung sorgt für ordentlichen Vortrieb. Besonders im rein elektrischen Modus gleitet der 408 nahezu lautlos dahin, was vor allem im Stadtverkehr für entspanntes Cruisen sorgt. Allerdings macht sich beim Zuschalten des 1.6-Liter-Benziners ein deutlich hörbares Motorengeräusch bemerkbar. Die Übergänge zwischen elektrischem und Verbrennerbetrieb sind nicht immer butterweich, vor allem wenn man dem Franzosen die Sporen gibt.

Auf Langstrecken und der Autobahn zeigt der 408 seine Stärken: Das Fahrwerk bietet einen guten Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit. Es ist straff genug, um dynamisch fahren zu können, aber gleichzeitig komfortabel genug für entspanntes Reisen. Die Federung schluckt die meisten Unebenheiten souverän, ohne dabei schwammig zu wirken. Beeindruckend ist auch die geringe Seitenneigung in Kurven, was dem Fahrer ein sicheres Gefühl vermittelt.

Gewöhnungsbedürftiges Lenkrad

Eine Besonderheit des 408 ist das auffällig kleine Lenkrad. Anfangs fühlt es sich an wie bei einer Playstation, aber nach einigen Wochen gewöhnt man sich an das kompakte Format. Interessanterweise wirken "normale" Lenkräder danach eher irritierend. Dies zeigt, dass auch ungewöhnliche Designentscheidungen durchaus ihre Berechtigung haben. Einige physische Tasten bleiben ebenfalls bestehen – wie der Drehknopf zur Lautstärkeregelung und eine praktische Taste, um zu den Fahrzeugeinstellungen und Fahrhilfen zu gelangen.

Die optionale Ladeschale erweist sich allerdings als nervig. Meist muss das Smartphone nach jeder Kurve neu ausgerichtet werden, damit es weiterhin kabellos lädt. Das Infotainment-System ist hingegen schnell, konfigurierbar und leicht zu bedienen. Die drahtlose Verbindung funktioniert hervorragend, und Android Auto kann entweder vollumfänglich oder zusätzlich auf einer großen Kachel in der Infotainment-Oberfläche angezeigt werden.

Weniger gelungen ist die Sicht auf das "i-Cockpit", das hinter dem oberen Teil des Lenkradkranzes oft verdeckt ist. Bei mir (Körpergröße 1,93 m) war es meistens kein Problem, aber wenn meine bessere Hälfte (Körpergröße 1,63 m) gefahren ist, war die Sicht leider nicht optimal. Schade, denn die 3D-Optik ist ziemlich cool. Ebenfalls bedauerlich: Ein Head-up-Display bietet Peugeot für den 408 nicht an.

Praktische und weniger praktische Überraschungen

Der Kofferraum des Peugeot 408 überrascht positiv, denn mit einem Volumen von 454 bis 1.528 Litern (17 Liter gehen wegen des Focal-Soundsystem bei unserem Testwagen verloren) bietet er genug Platz für alltägliche Transporte. Selbst ein sperriges Vogelhaus konnten wir – mit offener Heckklappe – problemlos transportieren. Das ist zwar nicht alltäglich, aber ein gutes Beispiel dafür, wie vielseitig der Laderaum ist.

Apropos Heckklappe: Die ist natürlich sensorgesteuert und hat uns beim Kärchern des 408 mehrmals fast einen durchnässten Kofferraum beschert. Obwohl der Peugeot nicht abgesperrt war und wir nicht „bewusst“ den Fuß-Wackel-Trick machten, öffnete sich die Klappe wie von Zauberhand. Manchmal können eben auch gut gemeinte Komfortfunktionen ihre Tücken haben.

Sicherheitsfeatures: Hilfreich, aber manchmal zu eifrig

Der 408 verfügt natürlich über ein umfangreiches Spektrum an Assistenzsystemen. Neben den Helfern, die im Notfall für Sicherheit sorgen, sind auch die gängigen Komfort-Assistenten an Bord. Auffällig ist hier der Spurhalteassistent, der nicht nur häufiger als nötig an unserer Fähigkeit zweifelt, die Fahrspur genau zu halten, sondern auch öfter ruppig und unvermittelt ins Lenkgeschehen eingreift. Es ging so weit, dass wir ihn nach einer 10-minütigen Exkursion durch die Tiefen des Infotainmentsystems schließlich abgeschaltet haben.

Zur Serienausstattung gehören zahlreiche Assistenzsysteme wie ein adaptiver Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion, Spurhalteassistent und Notbremsassistent. In der Praxis funktionieren diese Systeme zuverlässig, auch wenn der Spurhalteassistent manchmal etwas zu aggressiv eingreift. Der Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung erwies sich als aufmerksamer Helfer im Stadtverkehr. Ein besonderes Lob verdient die 360-Grad-Kamera: Die Bildqualität ist hervorragend, und die verschiedenen Ansichten erleichtern das Einparken erheblich. In Kombination mit den Parksensoren lässt sich der 4,69 Meter lange 408 trotz seiner Größe präzise manövrieren.

Ladegeschwindigkeit: Alltagstauglich, aber mit Optimierungspotenzial

Der Ladevorgang an einer öffentlichen AC-Ladesäule dauerte im Test dank des 500 Euro teuren 7,2 kW Onboard-Chargers zwei Stunden und 51 Minuten – nahezu exakt so lange, wie das System bei Beginn des Ladevorgangs prophezeite. Wer das Adapterkabel für Haushaltsstecker benutzt, muss an der heimischen Steckdose gut sieben Stunden warten, bis der Akku gefüllt ist. Bei einem randvollen Akku schätzte der Bordcomputer eine elektrische Reichweite von 48 Kilometern, was nur knapp unter der Werksangabe von 55 Kilometern liegt. Lohnend wird das Warten beim Laden vor allem, wenn man günstigen Haushaltsstrom für etwa 30 Cent pro kWh nutzt oder „kostenlosen“ Strom über die eigene Photovoltaikanlage bezieht.

Rein elektrisch kann der Peugeot 408 Hybrid 180 bis zu 135 km/h schnell fahren, was er im Test auch geschafft hat. Spätestens bei 137 km/h schaltet sich der Verbrenner hinzu. Auch das Aufladen der Batterie durch den Verbrenner während der Fahrt ist möglich, was den Verbrauch jedoch auf über neun Liter trieb.

Konnektivität: Nützlich, aber mit Luft nach oben

Die "MyPeugeot App" erweist sich als hilfreicher Begleiter für den Peugeot 408. Sie ermöglicht es Fahrern, den Batteriestatus jederzeit im Blick zu behalten und Ladevorgänge clever zu planen. Ein echtes Plus ist die Fernsteuerung der Klimaanlage - besonders an heißen Tagen ein wahrer Komfortgewinn.

Kostenlos bietet die App die Überwachung des Ladezustands und die Vorklimatisierung des Fahrzeugs. Für zusätzliche Funktionen wie Navigation oder die Suche nach Ladestationen ist allerdings ein kostenpflichtiges Abo für zwölf Euro pro Monat beziehungsweise 120 Euro pro Jahr nötig.

Ausstattung und Preis

Unser Testwagen in der Ausstattungslinie GT ist üppig ausgestattet. Serienmäßig sind nicht nur 19-Zoll-Räder, sondern auch Matrix-LED-Scheinwerfer, elektrisch verstell- und beheizbare Sitze sowie ein schlüsselloses Zugangssystem an Bord. Der Grundpreis für den Peugeot 408 Plug-in Hybrid 180 in der getesteten GT-Ausstattung liegt bei 49.800 Euro. Mit einigen Extras wie dem Premium- (900 Euro) und dem Surround-Paket (1.000 Euro), dem Komfort-Plus-Paket (1.400 Euro), der beheizbaren Frontscheibe (250 Euro) und dem stärkeren On-Board-Charger (500 Euro) kommt unser Testwagen auf einen Gesamtpreis von 53.850 Euro.

Zwischenfazit nach mehreren Wochen

Bislang macht der Peugeot 408 Plug-in Hybrid einen guten Eindruck. Die umfassende Sicherheitsausstattung sorgt für ein entspanntes und sicheres Fahrgefühl. Kleinere Kritikpunkte wie die gelegentlich unsanften Übergänge zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor beeinträchtigen den Gesamteindruck nur minimal. Besonders positiv hervorzuheben sind das komfortable Fahrwerk, die innovative Bedienung mit einer Kombination aus anpassbaren Touch-Tasten und klassischen Reglern sowie das großzügige Raumangebot.

Und auch der Verbrauch kann sich bislang sehen lassen. Laut Datenblatt begnügt sich der Peugeot 408 Plug-In Hybrid 180 e-EAT8 mit einem kombinierten Verbrauch von 1,5 Litern Benzin plus 16,9 kWh an Strom pro einhundert Kilometern. In den bisherigen zwei Monaten mit regelmäßigem Nachtladen pendelte sich unser Verbrauch - mit einigen längeren Strecken - bei knapp 4,7 Litern pro 100 Kilometer ein. Ein guter Wert für einen Plug-in Hybrid, der natürlich von der üblichen Strecke und der persönlichen Fahrweise abhängt.

Bildergalerie: Peugeot 408 Plug-In Hybrid 180 (2024) im Dauertest, Teil 2

Bild von: Fabian Grass

Peugeot 408 Hybrid 180 e-EAT8 GT

Motor 1.598 ccm / 4-Zylinder-Turbobenziner / 150 PS / 250 Nm
Motor 1 Elektromotor / 110 PS / 320 Nm
Getriebeart Elektrifiziertes 8-Gang-Automatikgetriebe
Antrieb Frontantrieb
Leistung 180 PS (Systemleistung)
Max. Drehmoment 360 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h 8,4 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h (135 km/h im elektrischen Modus)
Verbrauch 1,5 l/100km + 16,9 kWh/100km (WLTP)
Emission 33 g/km
Elektrische Reichweite 54-55 km (WLTP)
Batterie 12,4 kWh-Litihium-Ionen-Akku
Ladeanschluss 3,7 kW (1-phasig, serienmäßig) / 7,4 kW (1-phasig, optional)
Aufladezeit 1h 55min mit optionalem Onboard-Lader an 22kw-Wallbox
Länge 4.687 mm
Breite 1.848 mm (mit eingeklappten Außenspiegeln)
Höhe 1.478 mm
Leergewicht 1.771 – 1.902 kg
Zuladung 345 – 442 kg
Anhängelast 1.500 kg (gebremst, bei 12% Steigung)
Kofferraumvolumen 471 – 1.545 l (454 – 1.528 l in Verbindung mit Focal-Soundsystem)
Basispreis 45.650 Euro (Ausstattungslinie "Allure")
Preis des Testwagens 53.850 Euro