Dacia Jogger TCe 100 ECO-G (2024) im Dauertest (1): Gut mit Gas?
Über 1.000 Kilometer Reichweite verspricht die Kombination aus LPG und Benzin
Es gibt Multifunktionsjacken und Multifunktionsmesser. Warum nicht auch einen Multifunktionskombi? Der Dacia Jogger ersetzt den Logan MCV, Lodgy und Dokker. Deshalb gibt es ihn auch mit bis zu sieben Sitzen und für die Sparsamen unter uns auch mit Autogas-Antrieb.
In diesem ersten Teil unseres dreiteiligen Testberichts widmen wir uns dem Innenraum und dem Äußeren des Dacia Jogger Extreme+ 7-Sitzers in der Farbe "Safari-Grüngrau".
Mit seiner Länge von 4,55 Metern, seinem hohen Dach und seinen markanten LED-Scheinwerfern ist der Jogger ein Hingucker, der robust und modern wirkt. Die Topausstattung Extreme+ verleiht dem Fahrzeug zudem einen Hauch von Offroad-Flair.
Mein Sohn sieht das übrigens genauso und bezeichnet den Jogger als Geländeauto – obwohl es dafür doch den (bald neuen) Duster gibt. Aber was weiß ein Siebenjähriger schon von sowas. Unterstrichen wird die robuste Optik von 16-Zoll-Alufelgen, einer Dachreling mit Dachbox obendrauf , einem angedeuteten silbernen Unterfahrschutz vorne und hinten, Alu-Trittbretter und Hartplastik-Radläufen.
Der Innenraum des Fahrzeugs ist schlicht, aber funktional gestaltet. Die Materialien sind zwar hart, aber solide verarbeitet. Die Bedienung ist intuitiv und das 8-Zoll-Touchscreen-Infotainment-System ist übersichtlich und reaktionsschnell. Die Sitze sind bequem und bieten eine gute Sicht. Die Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer ist ein angenehmes Extra. Das Platzangebot ist großzügig, insbesondere im Kofferraum.
Der Siebensitzer bietet bei voller Bestuhlung ein Gepäckvolumen von 160 Litern und bei umgeklappter dritter Sitzreihe sogar 506 Liter. Wer es jedoch geräumiger haben möchte, kann die dritte Reihe ausbauen. Dann stehen 595 Liter zur Verfügung, oder bei umgeklappter zweiter Sitzreihe sogar 1.807 Liter. Wer mehr Platz benötigt, kann den Jogger auch als Fünfsitzer bestellen und auf die zwei Extra-Stühlchen im Heck verzichten. Dadurch erhält man zusätzliches Volumen, das einem Milchkarton-12er-Pack entspricht.
Angetrieben wird der Jogger TCe 100 Eco-G von einem 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 101 PS. Der Motor kann wahlweise mit Benzin oder Autogas (LPG) gefahren werden, wobei der Autogas-Betrieb einen geringeren CO2-Ausstoß und niedrigere Kraftstoffkosten besitzt als der reine Benziner. Der LPG-Tank befindet sich unter dem Kofferraumboden und fasst 40 Liter.
Zusammen mit dem 50-Liter-Benzintank ergibt sich eine Reichweite von über 1.000 Kilometern. Der Wechsel zwischen den Kraftstoffarten erfolgt automatisch oder per Knopfdruck. Im Benzin-Betrieb verliert der Motor jedoch an Leistung und hat dann nur noch 91 PS.
Im Autogasbetrieb fühlt sich der Jogger subjektiv tatsächlich etwas stärker, aber nicht viel. Es sollte jedoch klar sein, dass ein Jogger kein Sprinter ist. Übrigens hat er keine Anfahrschwäche, wie manche früheren LPG-Autos (ich erinnere mich an einen Opel Meriva mit Autogas) hatten! Er beschleunigt von null auf hundert in 12,3 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h.
Die doppelte Reichweitenanzeige im LCD-Display zwischen den analogen Uhren ist sehr praktisch. Nach dem Tanken mit Autogas zeigt der Bordcomputer eine Reichweite von knapp 400 Kilometern an. Das Volltanken dauert kaum länger als das Tanken mit normalem Sprit. Beim Umschalten auf Benzin beträgt die Reichweite mit dem 50-Liter-Benzintank 680 Kilometer. Insgesamt kann man bis zu 1.130 Kilometer zurücklegen. Wer jedoch so oft wie möglich mit Autogas fährt, spart am meisten.
Wer die Ausstattungs-Variante Essential wählt, erhält beim Jogger nur das Nötigste: Ein Radio mit DAB+, Bluetooth und USB-Anschluss, einen Geschwindigkeitsbegrenzer, elektrische Fensterheber vorne und ein höhenverstellbares Lenkrad (tiefenverstellbar optional).
Ab der Ausstattungslinie Expression ist die Liste der serienmäßigen Ausstattung schon recht umfangreich. Sie enthält viele sinnvolle Details, wie zum Beispiel einen 8-Zoll-Touchscreen mit Apple Carplay oder Android Auto, LED-Scheinwerfer, eine akustische Einparkhilfe hinten, eine manuelle Klimaanlage und einen Tempomat.
Unser Jogger fährt in der höchsten Ausstattung Extreme+ vor. Diese Variante hat nahezu alles an Bord, was Dacia zu bieten hat, inklusive TomTom-Navigationssystem mit Touchscreen und sechs Lautsprechern. Der Mehrpreis gegenüber der Essential-Variante beträgt 4.000 Euro.
Dazu kommen noch schwarze 16-Zoll-Alufelgen, eine Einparkhilfe vorne und eine Rückfahrkamera hinten, Klimaautomatik, ausziehbare Klapptische, eine abnehmbare Smartphone-Halterung, eine praktischere Mittelarmlehne mit Staufach sowie eine Sitzheizung für die vorderen Passagiere.
Die einzigen weiteren Extras, die bei unserem Testwagen zu Buche schlagen, sind die Sonderlackierung in "Safari-Grüngrau" für 550 Euro, die Alu-Trittbrettstufen für 584 Euro sowie die 355 Euro teure Dacia-Dachbox. Macht in der Summe einen Preis von 23.239 Euro!
Mehr Platz für weniger Geld als beim Dacia Jogger gibt es bei kaum einem neuen Auto. Gerade in Zeiten steigender Preise, nicht nur beim Kraftstoff, ist dieses Auto eine beliebte Wahl für Familien. Laut WLTP beträgt der Verbrauch im LPG-Modus 7,6 Liter (Benzin 6,0) auf 100 Kilometer. Ob diese Werte realistisch sind, wie sich der "Kombi" im Alltag fährt und wie das Tanken mit Autogas funktioniert, gibt’s dann im nächsten Dauertest-Teil zu lesen.
Bildergalerie: Dacia Jogger TCe 100 ECO-G Extreme+ (2024) im Dauertest, Teil 1
Dacia Jogger TCe 100 ECO-G 7-Sitzer Extreme+ (2024)
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