Das japanische Anti-Depressivum auf vier Rädern und ein Blick zurück

Irgendwie ist der Winter wie die aktuellen Autofarben: Meist grau, gelegentlich weiß. Und manchmal scheint die Sonne leuchtend gelb am Himmel. Unser Sonnenschein leuchtet noch immer in "Champion Yellow" in unserem Redaktions-Parkhaus. Einige Leser werden ihn bereits aus dem ersten Teil unseres Dauertests kennen: den Suzuki Swift Sport alias "Kanarienvogel".

Er soll mit uns ein ganzes Jahr durch den Alltag flattern, gerne so flott wie ein Kolibri. Immerhin ist er fast so leicht. Denn der nunmehr 129 PS starke Swift Sport ist in so mancher Hinsicht die Antithese zum aktuellen automobilen Größen- und Farbwahn: Gut 1,1 Tonnen Gewicht mit Fahrer und eben jene grelle Lackierung, die a) nix kostet und b) das Wiederfinden des zugeschneiten Autos deutlich erleichtert.

Suzuki Swift Sport (2020) im Dauertest, Teil 2

Allzu ausführlich will ich noch nicht auf die Fahreigenschaften und die Technik (Stichwort Mildhybrid) des überarbeiteten Suzuki Swift Sport eingehen. Aber lassen Sie uns einen Blick auf den Verbrauch und den ersten Fahrbericht aus dem Frühjahr 2018 werfen, als das Modell herauskam.

Der liebenswürdige Kollege Hohmeyer vergleich seinerzeit den Swift Sport mit dem Mazda MX-5 im Video. Gewisse Parallelen sind vorhanden: Beide sind klein und wuselig, wenngleich der Mazda innen höherwertiger gemacht ist. Und man muss natürlich einwerfen, dass der MX-5 eine eigenständige Konstruktion ist, während der Swift Sport "nur" das Derivat eines Kleinwagens ist.

Und was schrieb der Autor dieser Zeilen damals? Aha, ein Vergleich mit "Zini, dem Wuslon" für alle vor 1985 Geborenen. Das passt immer noch: Der Swift ist genauso gelb und genauso vorlaut, denn sein 1,4-Liter-Turbo ist akustisch stets präsent. Seinerzeit hieß es "zurückhaltend". Errare humanum est.

Suzuki Swift Sport (2020) im Dauertest, Teil 2

Krasse Farbe, innen recht klein, wenig Gewicht: Stimmt immer noch. (Jetzt aber genug zur Farbe geäußert ...) "Bömbchen statt Bombe: Der Suzuki gefällt als kraftvoller Begleiter für den Alltag." Auch das kann ich noch immer unterschrieben. Jedes Redaktionsmitglied, das einen Termin in der Stadt hatte, griff gerne auf den smarten Swift zurück.

"Ein radikaler Sportler ist er schon aufgrund seiner Leistung nicht, dafür aber ein gut beherrschbarer Spaßmacher für junge Leute." Ebenfalls richtig, denn den großartigen, aber explosiveren und wesentlich teueren Toyota GR Yaris würde ich ungern einem 18-jährigen in die Hand drücken. Den Swift Sport hingegen schon, weil er Spaß bereitet, ohne ständig Druck zur Raserei zu machen. 

Womit die Parallele zum MX-5 wieder da wäre. Den bezeichnete Walter Röhrl kürzlich im Gespräch mit der österreichischen "Autorevue" so: "Wenn ein Motorradfahrer vier Räder will, sag ich: Mazda MX-5." Ob er den Swift Sport schon kennt? Denn auch dieser kommt dem Geist des Motorrad- und Rallyefahrens nahe: Nicht pure Geschwindigkeit, sondern Quirligkeit. Die Leichtigkeit des Seins, um es intellektuell auszudrücken. 

Und auch Leichtigkeit im Portemonnaie: Klar geht es hier um das neue Modell des Suzuki Swift Sport. Aber gebrauchte Modelle mit meist wenig Laufleistung sind preislich attraktiv. Und auch über diese Käufer freuen sich die Suzuki-Autohäuser in der aktuellen Lage.

Abschließend noch der Blick auf den Verbrauch mit Schneeanteil und Winterreifen. Bedenken Sie natürlich, dass bei uns wechselnde Fahrer am Steuer sind. Der erste Zwischenstand: Fast genau 8,0 Liter, aber als Bestwert zweimal exakt 6,37 Liter. Wie heißt es in München so schön: A bissal was geht immer.

Bildergalerie: Suzuki Swift Sport (2020) im Dauertest, Teil 2