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Test: Suzuki Swift Sport: Wie spaßig ist die Neuauflage?

Kraftzwerg greift mit 140 PS an

Test: Suzuki Swift Sport

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

18. Apr. 2018 um 12:29 Uhr

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Kennen Sie noch Zini, das Wuslon? In den 1980er-Jahren kündigte der knallgelbe und sehr quirlige Leuchtpunkt mit verzerrter Stimme in der Sendung „Spaß am Dienstag“ Zeichentrickfilme an. Über 30 Jahre später gibt es nun das automobile Pendant: den neuen Suzuki Swift Sport. Sorgt er für Spaß an allen Wochentagen?

Gelb-Sucht
Sehen wir uns den schärfsten Swift zunächst genauer an. Aber vergessen Sie ihre Sonnenbrille nicht: In der einzigen Gratis-Lackierung (alle anderen kosten jeweils 500 Euro) knallt der Swift in einem krassen Kanarienvogel-Gelb, offiziell „Champion Yellow“ genannt. Liebhaber werden beruhigt aufatmen, war doch ein Gelb seit jeher die typische Swifft-Sport-Farbe. Weitere Erkennungszeichen sind ein dreidimensionaler Grill im geänderten Frontstoßfänger, zwei markante Endrohre hinten plus eine Frontspoilerlippe und Seitenschweller in Carbon-Optik.

Klein und leicht
Mit einer Länge von 3,89 Meter sortiert sich der neue Swift Sport zwischen VW Up und VW Polo ein. Suzuki selbst sieht die 150-PS-Versionen von Opel Corsa und Seat Ibiza als Rivalen an. Innen spürt man schnell, dass auf der Grundlage von 2,45 Meter Radstand keine Wunder zu vollbringen sind. Speziell im Fond geht es kuschelig zu, lange Strecken zu viert haben im schnellen Gelbling etwas von Kanarienvogel-Käfig. Aber einen Swift Sport kauft man sich auch nicht zum Familientransport.Vielmehr werden die Fans beim Blick auf das um 90 Kilogramm gesenkte Gewicht mit der Zunge schnalzen: 1.045 Kilogramm inklusive Fahrer, das ist fast Mazda-MX-5-Niveau.

Turbo statt Sauger
Parallel hat Suzuki das Futter für den rollenden Kanarienvogel gedopt: Statt des bisherigen Saugbenziners kommt nun eine leicht abgewandelte Variante des 1,4-Liter-Turbo-Vierzylinder aus dem Vitara S zum Einsatz. 140 PS und 230 Newtonmeter Drehmoment stehen auf dem Papier. Aber was bedeutet das für die Praxis? Zunächst einmal, dass ich mich in einen relativ engen Sportsitz kuscheln muss. Merke: Nicht nur der Wagen hat abgespeckt, auch der Fahrer sollte das in Erwägung ziehen. Ich blicke auf ein sauber möbliertes Cockpit, schwarz-rote Dekoreinlagen peppen das Hartplastik-Ambiente auf. Besonders auffällig ist der knallrot eingefärbte Drehzahlmesser. Warum Suzuki auf die seltsame Idee kam, das ansonsten griffige Lenkrad im unteren Bereich mit Klavierlack zu versehen, bleibt ein Rätsel.

Ab ums Eck
Jetzt aber Abfahrt! Unauffällig setzt sich der Suzuki Swift Sport in Bewegung, der Motor bleibt akustisch im Hintergrund. Auf kurzen Wegen arbeite ich mich durch die manuelle Sechsgang-Schaltung, niedrigtouriges Fahren im hohen Gang nimmt einem der Antrieb nicht krumm. Doch nur zum Einkaufen fahren reicht auch das 90-PS-Basismodell des Swift. Sein sportlicher Kanari-Bruder will aus dem Käfig raus und frei fliegen. Bitte sehr: Ich serviere ihm kurvige Straßen im Gebirge und der eingangs erwähnte „Spaß am Dienstag“ ist da. Man mag die Lenkung des neuen Swift Sport anfangs für etwas schwergängig halten. Doch spätestens, wenn es richtig flott ums Eck geht, passt sie ideal. Präzises Einlenken? Kein Problem, hinzu kommt, dass der Fahrer die linke Ecke des Vorderwagens gut einsehen kann. Ein weiterer Pluspunkt: Der Swift Sport ist mit 1,73 Meter noch relativ schmal.

Ausgewogen durch den Alltag
Leider bleibt auch der Klang ziemlich schmal, erst beim Ausdrehen geht halbwegs die Post ab. Soweit muss man freilich nicht gehen, denn die Turbo-Maschine liefert stets genug Schub. Radikale Kurvenräuber und Nürburgring- Nerds könnten sich an der serienmäßigen 17-Zoll-Bereifung stören, doch mir gefällt die Ausgewogenheit des Swift Sport. Sein Fahrwerk ist zwar nicht radikal schmusig, aber auch nicht bretthart wie etwa beim alten Fiesta ST. Bömbchen statt Bombe: Der Suzuki gefällt als kraftvoller Begleiter für den Alltag.

Alles inklusive
Rot sieht der Swift-Sport-Kunde nur bei der Lackierung, nicht aber beim Preis: „Burning Red Pearl“ kostet wie die anderen Metallic-Lackierungen 500 Euro Aufpreis. Andere Extras gibt es schlicht und ergreifend nicht. Adaptiver Tempomat, Navigation, Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Spurhaltewarnsystem, Rückfahrkamera und Sitzheizung: Alles inklusive für 21.400 Euro, Marktstart ist am 23. Juni 2018. Suzuki rechnet übrigens mit 20 Prozent Sport-Anteil beim Swift. Wo steht die Konkurrenz? Zum Preis des neuen Corsa GSi äußert sich Opel noch nicht, der Seat Ibiza FR mit 150 PS beginnt bei 21.345 Euro. Interessant ist der Vergleich zwischen dem Suzuki Swift Sport und dem 3,98 Meter langen Mini Fünftürer. Letzterer startet als 136 PS starker Cooper erst bei 22.250 Euro, Extras nicht eingerechnet.

Wertung

Preisliste

Suzuki Swift Sport

Grundpreis: 21.400 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (anklappbar, inklusive Heizung) Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Bildschirmnavigation Serie MP3 Serie Metalliclackierung 500 Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie (Fahrer) Tempomat Serie (inklusive ACC) Nebelscheinwerfer Serie

Sitzheizung vorne Serie LED-Scheinwerfer Serie Rückfahrkamera Serie Sportfahrwerk Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Benziner mit Turboaufladung  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.373  Leistung in PS 140  Leistung in kW 103  bei U/min 2.500 - 3.500  Drehmoment in Nm 230  Antrieb Frontantrieb  Gänge 6  Getriebe Schaltgetriebe  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.510  Spurweite hinten in mm 1.515  Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung  Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse  Bremsen vorn Scheiben innenbelüftet  Bremsen hinten Scheiben  Räder, Reifen vorn 195/45 R17  Räder, Reifen hinten 195/45 R17  Lenkung elektromechanische Servolenkung  Maße und Gewichte Länge in mm 3.890  Breite in mm 1.735  Höhe in mm 1.495  Radstand in mm 2.450  Leergewicht in kg 1.045  Zuladung in kg 400  Kofferraumvolumen in Liter 265  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 947  Tankinhalt in Liter 37  Kraftstoffart Super  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 210  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 8,1  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,6 (nach NEFZ)  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,8 (nach NEFZ)  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,8 (nach NEFZ)  CO2-Emission in g/km 125 (nach NEFZ)  Schadstoffklasse Euro 6d-Temp 

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