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Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht
Die Serienversion des Mission S wird bei Verbrennungs- und/oder Hybridantrieb bleiben

Bild von: Porsche

Von: Adrian Padeanu
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
Veröffentlicht von: Roland Hildebrandt
19. Okt. um 16:26 Uhr
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Porsche setzt weiter auf Elektrifizierung, zieht bei seinem kommenden Supersportwagen aber eine klare Grenze. Das Unternehmen entwickelt einen neuen Mittelmotor-Sportwagen, der oberhalb des 911 positioniert wird. Doch eine rein elektrische Version soll es davon nicht geben. Der Grund? Laut CEO Michael Leiters "wird es auf dieser Plattform kein BEV geben, weil es in diesem Segment keine Nachfrage nach einem Elektroauto gibt".
Das ist eine ziemlich deutliche Einschätzung eines Herstellers, der mit Taycan, Macan und Cayenne bereits den Schritt in die rein elektrische Welt gemacht hat. Hinzu kommt: Auch 718 Boxster und Cayman sollen im kommenden Jahr endgültig ohne Verbrennungsmotor zurückkehren.
Bildergalerie: Porsche Mission S (2026)

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Quelle: Porsche
Offenbar unterscheidet Porsche jedoch zwischen Elektroautos für ein breiteres Publikum und der Frage, ob Käufer von Supersportwagen tatsächlich vollständig auf den Verbrenner verzichten wollen. Bei diesem Projekt hat die Kundennachfrage Vorrang vor einer rein elektrischen Lösung.
Die gute Nachricht für Enthusiasten: Porsche will der neuen Plattform viel Flexibilität mitgeben. Die Technikbasis unter dem Mission S soll Verbrennungsmotoren, konventionelle Hybride und Plug-in-Hybride unterstützen. So kann Porsche den Antrieb an den gewünschten Charakter des Fahrzeugs anpassen. Ein rein batterieelektrisches Layout gehört allerdings nicht zum Plan.

Porsche Mission S (2026)
Bild von: Porsche
Der Antrieb bleibt ein Rätsel, aber ein Verbrenner ist gesetzt
Damit bleibt vieles möglich: vom vergleichsweise leichten Sportwagen mit Verbrennungsmotor bis hin zu einer komplexeren elektrifizierten Variante mit zusätzlicher Performance. Porsche hat die finale Konfiguration noch nicht bekannt gegeben. Klar ist aber: Das Unternehmen will sich die Freiheit bewahren, sein Flaggschiff um einen Motor herum zu entwickeln. Und nicht um ein großes Batteriepaket.
Das ist eine interessante Haltung in einer Zeit, in der Hersteller massiv in elektrische Performance investieren. Porsche verabschiedet sich keineswegs vom Elektroauto, scheint es aber nicht in ein Segment drücken zu wollen, in dem Käufer weiterhin Sound, Ansprechverhalten und Charakter eines Verbrennungsmotors wünschen. Die Entscheidung unterstreicht außerdem, dass Elektrifizierung nicht in jeder Baureihe denselben Weg nehmen wird, zumal Zuffenhausen bereits versprochen hat, dass es niemals einen rein elektrischen 911 geben wird.
Natürlich bedeutet die Aussage, es gebe keine Nachfrage, nicht, dass niemand einen elektrischen Porsche-Supersportwagen kaufen würde. Sie bedeutet vielmehr, dass Porsche aktuell nicht genug Kundeninteresse sieht, um ein solches Modell für diese Plattform zu rechtfertigen. Das ist ein wichtiger Unterschied, besonders in einem Markt für Hochleistungsfahrzeuge, der sich weiterhin verändert.

2026 Porsche Mission S Konzept
Foto: Porsche
Vorerst setzt Porsche also darauf, dass sein künftiges Topmodell mit Benzinantrieb besser bedient ist plus Hybridunterstützung dort, wo sie sinnvoll erscheint. In einer Welt, in der nahezu jede Ankündigung eines Performance-Autos ein weiteres Elektrofahrzeug zu betreffen scheint, könnte genau das der aufschlussreichste Teil der Mission-S-Geschichte sein.
Auch andere Marken sehen wenig Nachfrage nach elektrischen Supersportwagen
Porsche ist nicht allein mit der Frage, ob Käufer im Hochleistungssegment tatsächlich einen Elektroantrieb wollen. Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann bezeichnete Elektroautos als „teures Hobby“ und argumentierte, dass „Markt und Kundenbasis nicht bereit“ seien. Auch der italienische Hersteller hat seine Pläne aufgegeben, den 2+2-Sitzer Lanzador als reines Elektroauto in Serie zu bringen, und will den Gran Turismo stattdessen als Hybrid neu ausrichten.
Ähnlich Alfa Romeo: Angeblich ist keines der 33 Exemplare des 33 Stradale rein elektrisch, obwohl diese Option angeboten wird.
Pagani stand vor demselben Problem. Der italienische Kleinserienhersteller prüfte über Jahre hinweg einen elektrischen Utopia, stellte das Projekt letztlich aber ein, nachdem Händler und Kunden kein Interesse gezeigt hatten: "Wir haben die Idee unseren Händlern und unseren Kunden vorgestellt, aber niemand zeigte Interesse."
Rimac verkaufte 71 Nevera statt der geplanten 150
Ein aktuelles Video von Mate Rimac, das in den sozialen Medien kursiert, liefert ein weiteres aufschlussreiches Beispiel für die Herausforderungen, vor denen elektrische Supersportwagen und Hypercars im Jahr 2026 stehen. Nur 71 Kunden kauften den Nevera – deutlich weniger als das ursprünglich angepeilte Produktionsziel.
Rimac hatte geplant, 150 Exemplare seines elektrischen Hypercars zu bauen, doch die Nachfrage blieb trotz außergewöhnlicher technischer Daten hinter den Erwartungen zurück. Die Zahlen legen nahe, dass atemberaubende Beschleunigung und modernste Technik nicht immer ausreichen, um wohlhabende Käufer davon zu überzeugen, Millionen für ein Performance-Auto ohne Verbrennungsmotor auszugeben.

Rimac Nevera R
Bild von: Rimac
Letztlich stehen diese Marken vor demselben Problem: Einen elektrischen Supersportwagen zu bauen, ist das eine. Genügend Kunden zu finden, die ihn auch kaufen wollen, ist etwas anderes. Vorerst besitzt die traditionelle Faszination von Verbrennungsmotoren am oberen Ende des Performance-Markts weiterhin erhebliches Gewicht. Bis sich das ändert, dürften Hersteller zweimal überlegen, bevor sie das Brüllen eines Motors durch das nahezu lautlose Vorwärtsdrängen von Elektronen ersetzen.
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Quelle: Automotive News
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