Ist Lamborghinis erstes Elektroauto schon vor der Geburt tot?
Der geplante Lanzador soll möglicherweise ein PHEV werden, genau wie der eigentlich vollelektrische Urus-Nachfolger
Im Dezember hatte Lamborghini bekannt gegeben, dass sich die Markteinführung seines ersten Elektroautos, basierend auf dem 2023 vorgestellten Lanzador-Konzept, verzögern wird. Statt wie ursprünglich geplant 2028 soll das Modell nun erst 2029 erscheinen. Grund dafür ist die weltweit nachlassende Nachfrage nach hochpreisigen Elektrofahrzeugen. Nun lässt CEO Stephan Winkelmann sogar durchblicken, dass der Lanzador womöglich gar kein reines Elektroauto mehr sein wird.
“Wir haben zwei Entscheidungen getroffen, weil die Akzeptanzkurve für Elektroautos weltweit – und nicht nur in unserem Segment – abflacht. Und das gilt in unserem Fall noch mehr”, erklärte Winkelmann gegenüber der australischen Publikation CarExpert.
“Erstens: Der Nachfolger des Urus wird erneut ein Plug-in-Hybrid. Und zweitens: Wir verschieben die Einführung unseres vierten Modells”, so der Lamborghini-Chef weiter.
Neben der Verzögerung des Lanzador hat Lamborghini auch die ursprünglichen Pläne revidiert, den nächsten Urus rein elektrisch anzubieten. Stattdessen wird das SUV nun ebenfalls als Plug-in-Hybrid kommen.
Lamborghini Urus SE
Auf die Frage, ob auch der Lanzador letztlich mit einem Plug-in-Antrieb auf den Markt kommen könnte, schloss Winkelmann diese Option keineswegs aus.
“Wir müssen uns bald entscheiden, in welche Richtung wir gehen. Heute ist es durchaus möglich, dass es ein Plug-in-Hybrid wird – aber das ist noch völlig offen”, sagte er.
Diese Haltung markiert einen deutlichen Kurswechsel. Noch vor wenigen Jahren hatte Lamborghini ambitionierte Pläne, ein reines Elektrofahrzeug als Serienmodell auf den Markt zu bringen. Stattdessen setzt das Unternehmen nun konsequent auf Hybridisierung: Erst kam der Supersportwagen Revuelto mit Hybridantrieb, dann folgte der Urus SE. Mit dem in diesem Jahr vorgestellten Temerario ist das Portfolio vorerst komplett.
Lamborghini Lanzador Konzept
Wann genau ein Lamborghini-EV kommt, bleibt weiterhin offen. Winkelmann betont, dass das Timing entscheidend sei.
“Wir haben von Anfang an gesagt: Wir müssen nicht die Ersten sein – aber wir müssen dabei sein, wenn die Kunden bereit sind, solche Fahrzeuge zu kaufen”, erklärte er gegenüber CarExpert. “Und das ist aus meiner Sicht entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens wie unseres.”
“Wir sind ein technologiegetriebenes Unternehmen, aber man muss immer auch die emotionale Seite der Menschen im Blick behalten – auch die der Zweitkäufer. Denn Leistung misst sich nicht nur an Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit, sondern auch an Emotion.”
Lamborghini hält außerdem weiterhin am Verbrennungsmotor fest – so lange es gesetzlich erlaubt ist. Ein Schlüssel dazu könnten sogenannte E-Fuels sein.
“Wenn nachhaltige Kraftstoffe kommen, ist das eine große Chance, den Verbrennungsmotor zu erhalten”, so Winkelmann. “Darüber hinaus sollte die zentrale Botschaft sein: Wir behalten ihn so lange wie möglich – zumindest bei unseren beiden Supersportwagen.”
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