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Für eine persönlichere Erfahrung

Volkswagen: Weniger Modelle für mehr Innovationen

Die Streichung der Modellpalette um 50 Prozent soll dafür sorgen, dass der Konzern technologisch führend wird

Volkswagen Taigo 1.5 TSI (2022) im Test

Der Volkswagen-Konzern befindet sich in der Krise und muss Kosten senken. Das betrifft auch die Kernmarke VW. Der Konzern hatte bereits angekündigt, die Modellpalette langfristig um bis zu 50 Prozent und die Angebotsvielfalt um bis zu 75 Prozent zu reduzieren. Ein neues internes Papier erklärt nun die Hintergründe dieser Entscheidung. 

Das Schreiben liegt der Automobilwoche vor. Dort äußern sich Finanzchef Arno Antlitz und Entwicklungsvorstand Werner Tietz. Eine Reduzierung der Komplexität sei die Voraussetzung dafür, dass der Konzern trotz sinkender Investitionen technologisch führend bleiben könne. Antlitz wird von den Kollegen wie folgt zitiert: 

"Der Volkswagen Konzern zählt weltweit zu den innovativsten Automobilherstellern, investiert aber auch mehr als alle seine Wettbewerber. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir den Aufwand pro Fahrzeug senken. Das erreichen wir durch weniger Komplexität, einfachere Strukturen und Prozesse sowie eine konsequente Ausrichtung unseres Angebotes an Fahrzeugen und Ausstattungen auf die Wünsche unserer Kunden."

Bildergalerie: VW Touareg "Final Edition"

Tietz ergänzt: "Wir richten unsere Entwicklung noch konsequenter auf den Kundennutzen aus. Weniger Komplexität bei Plattformen und Modulen, ein stärkerer Einsatz von Künstlicher Intelligenz entlang der gesamten Entwicklungskette und schnellere Prozesse helfen uns dabei, mit weniger Mitteleinsatz mehr Innovationen auf die Straße zu bringen." Bedeutet: Weniger Modelle, dafür schnellere Entwicklung mit geringerem finanziellen Aufwand.

Dieser scheint auch geboten. Wie die Automobilwoche berichtet, rechnete Volkswagen "dem Vernehmen nach" für den Fünfjahreszeitraum von 2024 bis 2028 noch mit 180 Milliarden Euro an Investitionen. Diese Summe wurde schrittweise nach unten korrigiert. Zuletzt war für die Jahre 2026 bis 2030 von rund 160 Milliarden Euro die Rede. Perspektivisch könnten die Investitionen für jeweils fünf Jahre auf gut 130 Milliarden Euro sinken.

Bildergalerie: VW T-Roc Cabriolet „Edition Grey“ (2022)

Noch bleibt aber völlig offen, welche Modelle zur Disposition stehen. Beispiel Kernmarke VW: Gesichert ist nur das Aus des T-Roc Cabriolet bis 2027, zudem läuft der Touareg ohne Nachfolger aus. Auch eine Übernahme von für China entwickelten Modellen ist im Gespräch.

Als Vorbild könnte Opel dienen: Dort hatte man im Zuge der Übernahme durch PSA (später Stellantis) im Modellprogramm aufgeräumt: Karl, Adam oder Cascada entfielen ersatzlos. Im Pkw-Bereich bietet Opel aktuell Corsa, Mokka, Astra, Frontera und Grandland an. Fünf Baureihen also, während VW noch 16 Baureihen im Portfolio hat.