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Opel Cascada im Test

Vorfreude aufs Frühjahr

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Matthias Naumann Matthias Naumann

Von: Matthias Naumann

18. Mär. 2013 um 11:09 Uhr

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Hierzulande ist der Frühling noch weit weg. Teilweise zeigt sich der Winter sogar noch einmal besonders hartnäckig: mit jeder Menge Schnee und niedrigen Temperaturen. Geht es nach Opel, kann das sogar noch bis zum 20. April 2013 so bleiben. Spätestens dann sollten die warme Tage allerdings beginnen, denn ab diesem Zeitpunkt kommt der Cascada zu den Händlern – das neue Mittelklasse-Cabrio aus Rüsselsheim. Wie viel Lust der Cascada aufs Frühjahr macht, haben wir an der sonnigen Côte d'Azur ausprobiert.

Eigenständig in die Nische
Die klimatischen Voraussetzungen passen, der von Opel für die Präsentation gewählte Ort auch. Zwischen Cannes, Nizza und Monaco geht es bekanntlich mondän zu und das schicke Cabrio kann sich hier absolut sehen lassen. Der Cascada ist optisch durch und durch ein Opel, aber dennoch stark auf Eigenständigkeit bedacht. Er teilt sich mit dem Astra zwar die Plattform, aber kein einziges Karosserieteil. Die Verantwortlichen bei Opel betonen ohnehin mehrfach, dass hier alles andere als ein Astra Cabrio an den Start geht. Das wird vor allem beim Blick auf die Außenabmessungen deutlich: 4,70 Meter lang ist der Cascada geworden, also viel größer als der Astra. Doch trotz vergleichbarer Größe sieht Marketing-Chef Matthias Seidl nicht die Cabrios von Audi A5, BMW 3er oder Mercedes E-Klasse als Konkurrenz: ,Wir positionieren uns nicht dort, wo sich andere bereits auf die Füße treten." Vielmehr will die Marke mit dem Blitz in eine Nische stoßen. Denn in der Mittelklasse tritt bisher kein Volumenhersteller mit einem Cabriolet an, sondern ausschließlich Premiummarken. Diese Lücke soll der im Vergleich dazu bis zu 30 Prozent günstigere Cascada fortan schließen.

Sportlich-eleganter Auftritt
Die Schokoladenansicht des Cascada ist die Seite: Hier unterstreichen die sehr flach stehende Windschutzscheibe, die nach hinten ansteigende Gürtellinie und bis zu 20 Zoll große Räder den sportlich-eleganten Auftritt. Die Heckpartie wird von einem in den Kofferraumdeckel integrierten Spoiler und einer bis in die Rückleuchten hineinragenden Chromleiste dominiert. Auf Knopfdruck spannt sich ein eng geschnittenes Stoffverdeck über den Fahrgastraum. Es ist in Schwarz oder gegen Aufpreis in Dunkelrot beziehungsweise Mokkabraun erhältlich. Zumindest wer das Verdeck mit verbesserter Akustikdämmung ordert, gewinnt bei geschlossenem Dach nicht den Eindruck, mit einem Cabrio unterwegs zu sein. Ungünstig hingegen: Die recht kleine, ebenfalls flach stehende Heckscheibe lässt dem Fahrer beim Blick nach hinten lediglich einen schmalen Schlitz. Öffnen und schließen lässt sich die Mütze vollautomatisch auf Knopfdruck. Das Ganze dauert 17 Sekunden und ist bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h möglich.

Offen schrumpft der Gepäckraum
Der gut zugängliche Gepäckraum stellt die vollen 380 Liter nur zur Verfügung, wenn der Cascada geschlossen ist. Vor dem Öffnen des Verdecks muss erst von Hand eine Klappe umgelegt werden, durch welche die Höhe des Stauabteils deutlich verringert wird und das Volumen auf 280 Liter schrumpft. Umlegbare Rücklehnen und eine Durchreiche erweitern die Transportmöglichkeiten – etwa fürs Surfbrett oder das Snowboard – und sollen den Cascada so zu einem Ganz-Jahres-Auto machen. Hohen Alltagsnutzen verspricht auch die Auslegung als echter Viersitzer. Das Platzangebot im Fond fällt zwar wie bei fast allen Cabrios nicht opulent aus, aber die Rückbank ist mehr als eine große Ablage. Das Cockpit ist im typischen Opel-Stil gehalten. Lenkrad, Instrumente und die mit Schaltern überfrachtete Mittelkonsole sind so oder in ähnlicher Form aus anderen Opel-Modellen bekannt. In unserem hochwertig eingerichteten Testfahrzeug hinterließen Materialwahl und Verarbeitungsqualität einen tadellosen Eindruck. Optional sind unter anderem elektrische Gurtzuführer, eine Lenkradheizung sowie langstreckentaugliche Ergonomiesitze mit dem Zertifikat der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) erhältlich. Sehr zu empfehlen ist das 290 Euro teure Windschott, das die Verwirbelungen im Innenraum spürbar reduziert und bei Nichtgebrauch zusammengelegt im Kofferraum Platz findet.

Premiere für neuen Benzindirekteinspritzer
Zum Marktstart stehen für das Cabrio vier Motoren zur Auswahl. Der 1,4-Liter-Turbobenziner ist in Leistungsstufen mit 120 und 140 PS erhältlich. Premiere feiert der 1.6 SIDI (Spark Ingnition Direct Injection), ein neu entwickeltes Aggregat mit Turboaufladung, Benzindirekteinspritzung und 170 PS. Der Schwerpunkt liegt hier laut Motorenentwickler Marcel Frensch ,auf Laufruhe und Kraftentfaltung". Beide Aspekte wurden überzeugend umgesetzt. Das Vierzylinderaggregat geht stets leise und unaufgeregt zu Werke. Das maximale Drehmoment von 260 Newtonmeter liegt bereits ab 1.650 Umdrehungen an und erlaubt auch schaltfaules Fahren. Der 1.6 SIDI ist ein idealer Motor zum Cruisen, der sich mit 6,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer begnügen soll. Wer es sportlich mag, der wird hingegen ein wenig enttäuscht: Ein Renner ist der Cascada nicht, was sich mit 9,6 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h auch in Zahlen ausdrückt. Immerhin schleppt der Cascada ein Leergewicht von über 1,7 Tonnen mit sich herum. Die Motorenpalette wird auf Diesel-Seite vom 2.0 CDTI mit 165 PS ergänzt, etwas später folgt der 2.0 BiTurbo mit 195 PS.

Vorderradaufhängung des Insignia OPC
Serienmäßig rollt der Cascada mit einem Schaltgetriebe vom Band. Dessen sechs Gänge lassen sich präzise einlegen, die Wege durch die Gassen könnten jedoch kürzer ausfallen. Für den 1.6 SIDI und den 2.0 CDTI steht auf Wunsch eine Sechsstufen-Automatik zur Verfügung. Guten Fahrkomfort gewährleistet unter anderem die ursprünglich für den Insignia OPC entwickelte Vorderachskonstruktion HiPerStrut, die Dämpfungs- und Lenkfunktionen voneinander entkoppelt. Der auf Komfort bedachte Frischluft-Opel bügelt Bodenwellen gut weg, kurze Stöße hingegen weniger. In Kombination mit dem adaptiven Fahrwerk FlexRide steht zusätzlich ein strafferer Sport-Modus zu Verfügung. Größtes Plus ist dabei die Einstellung der Lenkung: Sie agiert dann nicht mehr so schwammig und indirekt, sondern vermittelt unmittelbaren Kontakt zur Fahrbahn.

Teurer als ein Golf, günstiger als ein A3
Der Cascada startet mit der 120-PS-Einstiegsmotorisierung bei 25.945 Euro. Das sind 1.145 Euro mehr als für ein Golf Cabriolet mit 122-PS-Benziner und rund 1.200 Euro weniger als für das entsprechende Audi A3 Cabriolet fällig werden. Der von uns gefahrene Cascada 1.6 SIDI ist ab 28.245 Euro zu haben. Die offenen Varianten von Audi A5 und BMW 3er mit jeweils 170 PS bewegen sich bereits um die 40.000 Euro. Optional stehen für den Cascada unter anderem ein Totwinkelwarner, ein Spurhalteassistent, ein Abstandswarner und eine Verkehrszeichenerkennung zur Wahl. Auch die Preise für diese Extras liegen deutlich unterhalb dessen, was die Premiumkonkurrenz verlangt.

Wertung

Preisliste

Opel Cascada 1.6 SIDI Turbo Edition

Grundpreis: 28.245 Euro

Modell Preis in Euro Opel Cascada 1.6 SIDI Turbo Innovation 31.845

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Klimaautomatik 350 Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe 1.295 Bildschirmnavigation ab 900 CD-Radio Serie MP3 Serie Metalliclackierung 530 Leichtmetallfelgen ab 410 Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie Lederausstattung 1.550 Xenonlicht 1.250 Kurvenlicht Serie bei Xenonlicht Nebelscheinwerfer 185 Anhängevorrichtung 475

Start-Stopp-System Serie Stoffverdeck mit Akustikdämmung ab 290 Einparkhilfe hinten Serie Einparkhilfe vorn und hinten 140 elektrische Parkbremse 135 adaptives Fahrwerk FlexRide 980 Lenkradheizung 190 Ergonomiesitze mit AGR-Gütesiegel 685 (nur Innovation) Bluetooth-Freisprecheinrichtung 300 Sitzheizung vorn 330 Windschott 290 Frontkamera inkl. Abstandswarner, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistent 800 Totwinkelwarner 850 im Paket elektrischer Gurtzuführer Serie bei Innovation

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.598  Leistung in PS 170  Leistung in kW 125  bei U/min 1.650 bis 4.250  Drehmoment in Nm 260  Antrieb Frontantrieb  Gänge 6  Getriebe Schaltgetriebe  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.587  Spurweite hinten in mm 1.587  Radaufhängung vorn HiPerStrut-Vorderradaufhängung  Radaufhängung hinten Wattlink-Hinterachse  Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben  Bremsen hinten Scheiben  Wendekreis in m 11,8  Räder, Reifen vorn 235/55 R17, 7 J x 17  Räder, Reifen hinten 235/55 R17, 7 J x 17  Lenkung Zahnstangenlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger elektrischer Servounterstützung  Maße und Gewichte Länge in mm 4.696  Breite in mm 1.839  Höhe in mm 1.443  Radstand in mm 2.695  Leergewicht in kg 1.733  Zuladung in kg 407  Kofferraumvolumen in Liter 280 offen / 380 geschlossen  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 650 offen / 750 geschlossen  Anhängelast, gebremst in kg 1.300  Tankinhalt in Liter 56  Kraftstoffart Super  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 222  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,6  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,3  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,0  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,3  CO2-Emission in g/km 148  Schadstoffklasse Euro 5 

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