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VW-Konzernchef räumt ein: Autos sind nicht profitabel genug
Weitere Kostensenkungsmaßnahmen sind im Gange, um die Wende zu schaffen

Bild von: Volkswagen

Von: Adrian Padeanu
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
Veröffentlicht von: Roland Hildebrandt
13. Jul. um 13:24 Uhr
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Ford-CEO Jim Farley sagte einst, dass Kernmodelle wie Fiesta, Focus und Mondeo/Fusion nicht deshalb eingestellt wurden, weil sie sich schlecht verkauften. Vielmehr wurden diese Fahrzeuge aus dem Programm genommen, weil man mit ihnen nicht genug Geld verdiente. Hohe Produktionskosten schmälerten die Margen, machten sie unrentabel und zwangen Ford letztlich dazu, bei drei seiner traditionsreichsten Baureihen den Stecker zu ziehen.
Im Jahr 2026 sieht sich der Volkswagen-Konzern über sein breites Marken- und Modellportfolio hinweg mit einem ähnlichen Problem konfrontiert. In einem Interview mit der deutschen Zeitung Bild erklärte CEO Oliver Blume, dass das Problem nicht in einer fehlenden Nachfrage liege, sondern in der Profitabilität: "Unsere Produkte sind sehr beliebt – aber wir verdienen nicht genug Geld mit ihnen. Deshalb müssen wir unsere Kosten weiter senken – über alle Kostenkategorien hinweg."
Bildergalerie: Volkswagen ID. Polo (2026)

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Quelle: Volkswagen
Kommt das große Streichkonzert?
Allerdings ist nicht jedes Produkt innerhalb des riesigen VW-Konzerns gleichermaßen gefragt. Der Autobauer hat bereits ein drastisches Sparprogramm angekündigt, das das Produktportfolio faktisch halbieren könnte. Bis zu 50 Prozent der Modelle, die unter der Kernmarke VW sowie bei Audi, Skoda, Lamborghini, Porsche, Bentley, Seat und Cupra verkauft werden, könnten in den kommenden Jahren gestrichen werden.
Das Unternehmen will die Komplexität reduzieren, indem es Produkte mit den höchsten Stückzahlen und den größten Gewinnmargen priorisiert. Eine unbestätigte vorläufige Liste nennt 10 Modelle, die vor dem Aus stehen sollen, darunter Jetta (in den USA) und Taycan. Auch diverse Coupe-SUVs könnte es treffen oder langfristig gar den Polo mit Verbrenner.

Foto: Volkswagen
Weniger Modelle, höhere Gewinne
Gegenüber Bild bekräftigte Blume, dass er den VW-Konzern verschlanken will, um die Wende zu schaffen: "Künftig wollen wir den Absatz pro Modell steigern. Dafür straffen wir unser Produktportfolio konsequent." Neben der Streichung zahlreicher Modelle aus dem umfangreichen Angebot will das Unternehmen auch die Zahl der verfügbaren Ausstattungsoptionen bei den verbleibenden Fahrzeugen um bis zu 75 Prozent reduzieren.
Bemerkenswert ist, dass weder in der Pressemitteilung des Unternehmens aus der vergangenen Woche noch in Blumes Interview mit der deutschen Zeitung von Werksschließungen die Rede war. Dabei hatte der Konzern bereits angekündigt, die jährliche Produktionskapazität auf 9 Millionen Fahrzeuge zu senken – also um 1 Million weniger als heute. Das deutsche Wirtschaftsmagazin Manager Magazin berichtet, dass die Werke in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm von einer Schließung bedroht sein könnten, doch der VW-Konzern hat diesen Bericht bislang nicht bestätigt.
Bis zu 120.000 Stellenstreichungen?
Laut Bild könnten die Entlassungen deutlich über die bereits angekündigten 50.000 Stellenstreichungen hinausgehen. Der VW-Konzern könnte seine Belegschaft um bis zu 120.000 Mitarbeiter reduzieren, was etwa einem Fünftel der weltweiten Beschäftigten entspräche. Blume selbst soll intern die Zahl von 50.000 ins Spiel gebracht haben. Bestätigt sind diese Ziffern bislang allerdings nicht. Denkbar ist, dass die geburtenstarken Jahrgänge nach ihren Renteneintritt nicht ersetzt werden. Der Automobilriese will seine Aktivitäten zurückfahren, um hohe Personal- und Energiekosten auszugleichen und sich auf seine Cashcows zu konzentrieren.
Von den acht Automarken unter dem Dach des VW-Konzerns hat bislang nur Skoda nach der Sparankündigung des Mutterkonzerns eine eigene Stellungnahme veröffentlicht. Ein Sprecher des tschechischen Herstellers sagte gegenüber Reuters, es gebe "keine unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Aktivitäten", zudem liefen die Werke des Unternehmens mit voller Auslastung. Zudem steht Skoda in der Halbjahresbilanz 2026 ziemlich erfolgreich da und ist eine der wenigen positiven Ausnahmen im Konzern.

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Quelle: Skoda
In Wolfsburg braut sich etwas zusammen, und es ist offensichtlich, dass das alte Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert. Hohe Produktionskosten, eine überbordende Modellkomplexität und ein beispielloser Wettbewerb haben zu den Schwierigkeiten des Autokonzerns beigetragen. Der VW-Konzern hat die Stärke für ein Comeback, doch zuvor dürfte das Unternehmen sein Geschäft deutlich schrumpfen müssen.
Der Volkswagen-Konzern von morgen wird sich erheblich von dem von heute unterscheiden, und die ohnehin angespannte Lage dürfte sich wahrscheinlich erst noch verschärfen, bevor sie sich bessert.
Mehr von den Konzernmarken:
Tatsächlicher Verbrauch: VW Tiguan 2.0 TDI (2026) im Test
Skoda Fabia 130 (2026) im Test: Ein bisschen GTI?
Quelle: Bild, Reuters, Manager Magazin
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