Home
News
Volkswagen-Konzern: Massiver Absatzverlust in China
Im ersten Halbjahr 2026 konnte Europa hingegen leicht zulegen, Skoda punktet bei den Auslieferungen

Bild von: Volkswagen
Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
10. Jul. um 17:34 Uhr
Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Fnews%2F801302%2Fvolkswagen-konzern-auslieferungen-1halbjahr-2026%2F&text=Volkswagen-Konzern%3A%20Massiver%20Absatzverlust%20in%20China&via=Motor1DE)
- Kopie
Teilen
Der Volkswagen-Konzern befindet sich in einer größeren Krise. Laut den jüngst veröffentlichten Plänen will man Komplexität und Variantenvielfalt im Produktportfolio reduzieren, Produkte, Technologien und Entwicklung noch regionaler an den Märkten ausrichten, Kapazitäten im Produktionsnetzwerk an die Markterwartungen anpassen sowie die Strukturen und das Beteiligungsportfolio straffen.
Die Schließung von deutschen Werken und ein Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht unwahrscheinlich. Hierzu gibt es aber noch keine Konkretisierungen. Fest steht hingegen: Die Modellpalette wird schrittweise um bis zu 50 Prozent gestrafft und konzentriert sich auf die attraktivsten Marktsegmente.
Die aktuellen Auslieferungszahlen des Konzerns für das erste Halbjahr 2026 zeigen, wo die größten Baustellen sind. Die Volkswagen Group hat mit ihren Konzernmarken in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 weltweit rund 4,13 Millionen Fahrzeuge an Kunden übergeben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem noch 4,41 Millionen Einheiten ausgeliefert wurden, bedeutet dies einen Rückgang von etwa sechs Prozent.

Infografik Volkswagen Group Auslieferungszahlen Q2 2026
Bild von: Volkswagen Aktiengesellschaft
Während das Geschäft in einigen Regionen wie Europa und Südamerika zulegen konnte, sorgten vor allem spürbare Einbrüche auf den großen Märkten in China und den USA für das insgesamt schwächere weltweite Gesamtergebnis. In China brach der Absatz um 26 Prozent ein, in den USA um drei Prozent.
Die Entwicklung bei den Elektrofahrzeugen
Bei den reinen Elektroautos, in der Fachsprache oft als BEV bezeichnet, verzeichnete Volkswagen im ersten Halbjahr weltweit einen Rückgang um sechs Prozent auf 438.500 Fahrzeuge. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt in den USA. Nach dem Ende staatlicher Förderprogramme und im Zuge gestiegener Zölle brach der dortige Markt für E-Fahrzeuge drastisch ein, was bei Volkswagen zu einem Rückgang der Elektro-Auslieferungen um 69 Prozent führte.
Völlig anders stellt sich die Situation in Europa dar, wo der Konzern seine Marktführerschaft bei den Elektroautos behaupten und die Auslieferungen um gut acht Prozent steigern konnte. Besonders positiv entwickelt sich hier das zukünftige Geschäft: Die Menge der vorliegenden Bestellungen für reine Elektroautos liegt in Europa um mehr als 50 Prozent über dem Niveau vom Jahresende 2025.
Bildergalerie: Volkswagen ID. Polo (2026)

53

Quelle: Volkswagen
Ein wesentlicher Treiber ist eine neue Familie von kompakten, günstigeren Elektroautos für die Stadt, zu der Modelle wie der VW ID. Polo, der Skoda Epiq und der Cupra Raval gehören. Obwohl erst drei der vier angekündigten Modelle bestellbar sind, liegen bereits über 54.000 Reservierungen vor.
Gleichzeitig verzeichnen Fahrzeuge mit einem sogenannten Plug-In-Hybrid-Antrieb – also Autos, die sowohl einen Benzinmotor als auch eine aufladbare Batterie besitzen – sowie Modelle mit Reichweitenverlängerer eine deutlich steigere Nachfrage. In diesem Segment legten die weltweiten Auslieferungen um rund 27 Prozent auf 246.000 Fahrzeuge zu.
Regionale Unterschiede weltweit
In Europa entwickelte sich das Geschäft mit einem Zuwachs von 3,5 Prozent auf gut zwei Millionen Fahrzeuge stabil, wobei Westeuropa um knapp drei Prozent und Osteuropa um über sieben Prozent zulegten. Im deutschen Heimatmarkt gab es ein leichtes Plus von 2,7 Prozent. Ein starkes Wachstum meldete der Konzern aus Südamerika, wo die Auslieferungen um mehr als acht Prozent auf 327.200 Einheiten stiegen, angetrieben durch ein starkes Plus von 17,1 Prozent im Hauptmarkt Brasilien.

VW ID. Unyx 09 für China
Bild von: Volkswagen
Schwierig gestaltete sich die Lage in der Region Asien-Pazifik und insbesondere in China. Dort ging der gesamte Automarkt spürbar um etwa ein Fünftel zurück. Volkswagen verzeichnete in China ein Minus von rund 26 Prozent bei den Auslieferungen aller Antriebsarten. Zwar zeigten neu eingeführte, speziell für den chinesischen Markt entwickelte Elektromodelle im zweiten Quartal erste positive Impulse, sie konnten den allgemeinen Markttrend aber noch nicht ausgleichen. In Nordamerika stand nach sechs Monaten ein leichtes Minus von rund drei Prozent zu Buche, obwohl sich das zweite Quartal mit einem Zuwachs von knapp acht Prozent zuletzt wieder deutlich erholt zeigte.
Ergebnisse der einzelnen Marken
Innerhalb der Markengruppen des Konzerns ergaben sich sehr unterschiedliche Entwicklungen. Die volumenstarke Kernmarke Volkswagen Pkw musste ein Minus von rund elf Prozent auf etwa zwei Millionen Fahrzeuge hinnehmen. Deutliche Zuwächse gab es hingegen bei Skoda mit einem Plus von neun Prozent auf knapp 556.000 Fahrzeuge sowie bei den leichten Volkswagen Nutzfahrzeugen, die um rund sieben Prozent zulegten. Seat und Cupra hielten ihr Vorjahresniveau fast exakt.
Bei den Premium- und Luxusmarken zeigte sich ein verhaltenes Halbjahr. Audi verzeichnete einen Rückgang der Auslieferungen um rund sieben Prozent auf 727.200 Fahrzeuge. Bei der Sportwagenmarke Porsche gingen die Übergaben an Kunden um rund 16,5 Prozent auf 122.300 Autos zurück. Im Bereich der schweren Lastwagen und Busse der Traton-Gruppe blieb das Niveau mit rund 151.500 Fahrzeugen und einem minimalen Rückgang von einem Prozent weitgehend stabil.
Mehr zur Konzernkrise bei Volkswagen:
Volkswagen-Konzern: 50 Prozent weniger Modelle bis 2030
Volkswagen-Konzern: Aus für vier deutsche Werke bis 2034?
Quelle: Volkswagen Group
Diesen Artikel teilen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Fnews%2F801302%2Fvolkswagen-konzern-auslieferungen-1halbjahr-2026%2F&text=Volkswagen-Konzern%3A%20Massiver%20Absatzverlust%20in%20China&via=Motor1DE)
- Kopie
Meistgelesen

XPeng P7+ Long Range im Test: Dieser China-Stromer macht die Oberklasse nervös

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht
AKTUELLSTE ARTIKEL
- Rapido V64 (2026): Der perfekte Campervan für Paare? 21 Okt. - Campingmobile
- Dubai-Polizei bekommt 1.197-PS-SUV: Dieser Streifenwagen kann sogar schwimmen 21 Okt. - Auto News
- Mercedes lässt zwei CLA vor Publikum spektakulär zusammenkrachen 21 Okt. - Auto News
- BYD Seal U: Elektroversion gestrichen, Hybrid bleibt 21 Okt. - Auto News
- Range Rover (2027) als Erlkönig erwischt: Was ändert sich beim Luxus-SUV? 21 Okt. - Erlkönige
- Kia K4 Hybrid: Neuer Vollhybrid mit 154 PS startet ab 33.590 Euro – auch als Kombi 21 Okt. - Auto News
- Chinesische Automarken: Die große Flut und das böse Erwachen? 21 Okt. - Meinung
Auch interessant

VW Polo: Wie lange wird es den Kleinwagen noch mit Verbrenner geben?

Mercedes lässt zwei CLA vor Publikum spektakulär zusammenkrachen

VW Golf GTI (2026) im Test: Genügt der Basis-GTI noch?

BYD Seal U: Elektroversion gestrichen, Hybrid bleibt

Mehr Fahrdynamik für den VW ID. Buzz mit H&R-Gewindefedern

Range Rover (2027) als Erlkönig erwischt: Was ändert sich beim Luxus-SUV?

Der nächste ID. Buzz soll billiger werden