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Skoda Fabia 130 (2026) im Test: Ein bisschen GTI?

Machen 177 PS den Kleinwagen zum Spaßmobil oder weht nur ein laues Lüftchen?

Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland

Dieser Tage findet der Eurovision Song Contest statt. 70 Jahre ist die Träller-Trophäe inzwischen alt. Und liefert das ideale Motto für unseren Test des aktuell stärksten Skoda Fabia. Nicole gewann 1982 mit "Ein bisschen Frieden". Während wir uns fragen: Ein bisschen GTI?

Denn streng genommen gibt es "ein bisschen Frieden" nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Auch beim Skoda Fabia 130 bleibt der Gedanke haften: Weder Fisch noch Fleisch? Zwar ist der Fabia als solcher eng mit dem VW Polo verwandt. Aber dessen GTI hatte 30 PS und einen halben Liter Hubraum mehr unter der Haube. 177 PS hingegen der Tscheche. Ist er nur die Margarine unter den Hot Hatches? 

Bildergalerie: Skoda Fabia 130 (2026) im Test

Der Name des Fabia 130 bezieht sich übrigens sowohl auf das Firmenjubiläum von Skoda als auch auf die gebotene Leistung. 1895 wurde Laurin & Klement als Fahrradhersteller gegründet, ab 1905 baute man Autos. Unter der Haube des Ober-Fabia stecken 130 kW Leistung. Schade also, dass die Marke nicht viel älter ist. Eine Limitierung der Stückzahl soll es nicht geben. 

Schnelle Daten Skoda Fabia 130 (2026)
Motor Vierzylinder-Turbobenziner, 1.498 ccm
Leistung 130 kW (177 PS)
Drehmoment 250 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung 0 - 100 km/h 7,4 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 228 km/h
Verbrauch 5,5 Liter/100 km (WLTP)
Preis ab 35.530 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

Der Skoda Fabia 130 tritt optisch deutlich sportlicher auf als die regulären Varianten der Baureihe. Ohne allerdings gewaltig auf den Putz zu hauen. Wildes Flügelwerk sucht man vergeblich, ohne den kleinen 130-Aufkleber auf dem Kotflügel wüsste man nicht um die Besonderheit dieses Fabia.

Im Kern handelt es sich um einen aufgewerteten Fabia Monte Carlo mit kräftigerem Motor, größeren Rädern und zusätzlichen Designdetails. Besonders das zweifarbige Erscheinungsbild mit schwarzem Dach verleiht dem 4,14 Meter langen Kleinwagen einen dynamischeren Auftritt.

Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Skoda Fabia 130 (2026) im Test

Skoda Fabia 130 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Bilder von: Motor1.com Deutschland

Die 18-Zoll-Leichtmetallräder passen gut zur Karosserie und wirken trotz der kompakten Abmessungen nicht überzogen. Hinzu kommen eine Tieferlegung, sichtbare Endrohre und diverse sportliche Akzente, die den Fabia 130 klar von den zivileren Versionen abgrenzen. Die Bi-LED-Scheinwerfer haben schwarze Gehäuse, das Heck ziert ein schwarzer Streifen, der an die Fabia Rally2-Fahrzeuge erinnert. Der Fabia 130 ist in den vier Farben Weiß, Rot, Blau und Schwarz erhältlich, ergänzt durch Dachsäulen und ein Dach in Schwarz.

Gleichzeitig bleibt der Eindruck bestehen, dass ein Teil des Aufpreises vor allem in optische Extras fließt, deren Reiz mit der Zeit nachlassen könnte. Grundsätzlich zeigt aber bereits der normale Fabia, dass Skoda auch ohne zusätzlichen Zierrat einen stimmigen und erwachsen wirkenden Kleinwagen auf die Räder stellt.

Abmessungen Skoda Fabia 130 (2026)
Länge 4.137 mm
Breite 1.780 mm
Höhe 1.458 mm
Radstand 2.549 mm
Kofferraumvolumen 380 - 1.190 Liter
Leergewicht 1.279 kg

Innenraum

Im Innenraum setzt Skoda seine bekannten Stärken fort. Das Bedienkonzept überzeugt mit klarer Struktur und logischer Anordnung der Funktionen. Egal ob im Fabia oder in größeren Modellen wie dem Superb: Die Ergonomie gehört weiterhin zu den großen Qualitäten der Marke. Im Fall des Fabia ist das Alter der 2021 gestarteten Baureihe kein Nachteil, Display-Exzesse gibt es hier nicht. 10-Zoll-Cockpit, 8-Zoll-Touchscreen, fertig.

Erstaunlich aber: Ein integriertes Navi mitsamt 9,2-Zoll-Screen kostet satte 1.350 Euro extra. Im Topmodell! Unser Testwagen hatte es nicht, Android Auto funktioniert aber gut und zeigt sogar Richtungspfeile im Cockpit an.

Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Bilder von: Motor1.com Deutschland
Bilder von: Motor1.com Deutschland

Ein Multifunktions-Sportlenkrad mit drei Speichen plus Metall-Drehwalzen sowie Pedalauflagen aus Edelstahl tragen zusätzlich zur leistungsorientierten Atmosphäre bei. Die speziellen Einstiegsleisten aus schwarzem Aluminium und silberne Zierelemente am Armaturenbrett und an den Türgriffen verleihen dem Fahrzeug einen sportlichen Touch. Die Sitze bieten guten Komfort und ausreichend Seitenhalt, ohne unnötig sportlich-eng ausgelegt zu sein. Interessant dabei: Es handelt sich nicht um spezielle Sportsitze, sondern um reguläre Sitze, die bereits ab der Ausstattungslinie Selection erhältlich sind.

Auch im Fond präsentiert sich der Fabia überraschend großzügig. Platzangebot und Kopffreiheit fallen für einen Kleinwagen überdurchschnittlich aus. Das Armaturenbrett ist sauber verarbeitet, auch wenn erwartungsgemäß viele harte Kunststoffe zum Einsatz kommen. Gerade das Hartplastik in den Türen wirkt mit Blick auf den hohen Preis des 130 unangemessen. Immerhin: Chromdetails, Stoffelemente, Klavierlackflächen und Ambientelicht lockern den Gesamteindruck auf. Die "Fabia"-Schriftzüge auf der Oberseite des Cockpits setzen zusätzliche Akzente. 

Antrieb/Fahreindrücke

Das eigentliche Highlight des Fabia 130 ist jedoch der Antrieb. Der kräftige 1,5-Liter-Turbo harmoniert fast immer hervorragend mit dem DSG-Getriebe und verleiht dem kleinen Skoda ein überraschend souveränes Temperament. Besonders auf der Autobahn zeigt der Wagen eindrucksvoll, welches Potenzial in ihm steckt. Er marschiert mühelos Richtung 170, man merkt: der hat Tinte auf dem Füller.

Selbst bei hohen Geschwindigkeiten wirkt der Antrieb noch lange nicht ausgereizt. Eindruck hinterließ vor allem ein Schaltvorgang bei 218 km/h – verbunden mit dem Gefühl, dass noch weitere Reserven vorhanden sind. Tatsächlich waren schließlich rund 230 km/h möglich.

Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland

Auch die Elastizität überzeugt. Beim Beschleunigen zieht der Fabia mit hörbarem Motorsound kraftvoll an langsameren Verkehrsteilnehmern vorbei und presst Fahrer und Beifahrer spürbar in die Sitze. Typisch DSG ist aber die kleine Gedenksekunde beim Anfahren, um dann umso vehementer loszustürmen. Dennoch: Gerade der Kontrast aus kompakter Fahrzeuggröße und kräftigem Antrieb macht den besonderen Reiz des Modells aus. Gleichzeitig bleibt das Fahrverhalten alltagstauglich. Die Fahrwerksstimmung ist straff, bietet aber genug Restkomfort für den Alltag. Bei der Lenkung gefällt die gute Rückmeldung.

Verbrauch/Preis

Trotz der hohen Leistung bleibt der Verbrauch in einem akzeptablen Rahmen. Wer den Eco-Modus nutzt und überwiegend mit Richtgeschwindigkeit unterwegs ist, kann auf der Autobahn Werte von unter sechs Litern erreichen. Allerdings verführt der Motor immer wieder dazu, das Leistungspotenzial auszukosten – entsprechend häufig dürften viele Fahrer an der Tankstelle stehen. Im Testmittel erreichten wir 6,3 Liter, Skoda selbst nennt 5,5 Liter als Werksangabe. 

Skoda Fabia 130 (2026) im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland

Genau an diesem Punkt stellt sich die Preisfrage. Skoda langt nämlich ordentlich zu: 35.530 Euro in Deutschland ohne Extras (und da gibt es noch so einige im Konfigurator ...) Der Fabia 130 richtet sich weniger an rationale Käufer als vielmehr an Enthusiasten, die bewusst einen übermotorisierten Kleinwagen suchen.

Der spürbare Aufpreis gegenüber günstigeren Varianten fließt vor allem in den stärkeren Motor, größere Räder und zusätzliche Designmerkmale. Ob das den Mehrpreis rechtfertigt, hängt stark von der persönlichen Begeisterung für das Konzept ab. Mit Blick auf den Neupreis würden wir raten, sich noch ein wenig in Richtung Jahreswagen zu gedulden. 

Fazit: 7/10

Der Skoda Fabia 130 ist kein Vernunftauto. Wer nüchtern kalkuliert, dürfte mit einem regulären Monte Carlo mit 150 PS für über 4.000 Euro weniger bereits bestens bedient sein. Der 130er spricht vielmehr Käufer an, die Spaß an einem ungewöhnlich kräftigen Kleinwagen haben und bereit sind, dafür Rationalität ein Stück weit hintenanzustellen.

Genau darin liegt gleichzeitig seine Stärke und seine Schwäche: emotional reizvoll, technisch überzeugend, aber nur für eine kleine Zielgruppe wirklich interessant. In jedem Fall steckt im 130er mehr GTI, als man erwartet.