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VW schlägt Alarm: „Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend transformieren“

Weitere Kostensenkungen stehen bevor

2026 VW ID. Polo

Bild von: Volkswagen

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Stefan Wagner

Veröffentlicht von: Stefan Wagner

4. Mai um 12:01 Uhr

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Der Volkswagen-Konzern befindet sich mitten in einem groß angelegten Restrukturierungsprogramm, das bis zum Ende des Jahrzehnts in Deutschland Zehntausende Arbeitsplätze kosten wird. Im jüngsten Brief an die Aktionäre erklärte CEO Oliver Blume, dass im Heimatmarkt in den kommenden vier Jahren konzernweit rund 50.000 Stellen abgebaut werden sollen.

Neben dem Stellenabbau fährt der Konzern auch die weltweite Jahresproduktion auf neun Millionen Fahrzeuge zurück, um Überkapazitäten zu vermeiden. Bevor die Corona-Pandemie die Autoindustrie traf, baute der VW-Konzern konstant über zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr und übertraf 2018 sogar die Marke von elf Millionen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl auf nur noch 8,9 Millionen Fahrzeuge.

Auch die Verkäufe in diesem Jahr laufen bislang eher mau, denn bis auf Skoda verzeichneten alle Pkw-Marken Rückgänge. Die Kernmarke VW lag im ersten Quartal 2026 mit 1.048.300 Einheiten 7,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Nachfrage nach Seat/Cupra sank um ein Prozent auf 145.300 Fahrzeuge, während Audi um 6,1 Prozent auf 360.100 Autos nachgab. Den größten Dämpfer bekam Porsche: minus 14,7 Prozent auf 61.000 Einheiten.

Bild von: Volkswagen

Selbst die exklusiveren Marken Bentley und Lamborghini hatten ein schwieriges erstes Quartal. Bentley sah die Auslieferungen um 9,9 Prozent auf 2.200 Einheiten sinken, Lamborghini um 11,7 Prozent auf 2.600 Autos. Der einzige Lichtblick im VW-Konzern war Skoda, das um 14 Prozent auf 271.900 Einheiten zulegte.

VW will noch stärker an den Kosten drehen

Doch Skodas Stärke reicht natürlich bei weitem nicht nicht aus, um die globalen Probleme des Mutterkonzerns auszugleichen. VW-Konzern-Finanzvorstand & und COO Arno Antlitz verweist darauf, dass der Aufstieg chinesischer Marken in Europa „Wettbewerbsdruck“ erzeugt. Hinzu kommen US-Zölle, die die finanzielle Lage des Unternehmens belastet haben. Die Lösung? Noch mehr Einschnitte.

„Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend transformieren und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erreichen. Dazu gehören die Verbesserung der Kostenstruktur unserer Fahrzeuge, ohne die Produktsubstanz zu beeinträchtigen, eine deutliche Reduzierung der Gemeinkosten, eine höhere Effizienz unserer Werke sowie eine Beschleunigung der Technologieentwicklung und der Entscheidungsfindung.“

Unterm Strich will VW die Kosten senken, ohne die Qualität zu beeinträchtigen, und zugleich die Entwicklung beschleunigen, um neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Das ist leichter gesagt als getan, wenn so viele Marken unter einem Konzerndach vereint sind. In den kommenden Monaten will das Unternehmen die Komplexität im „Produktportfolio und bei den Technologieplattformen“ reduzieren. Heißt: Einige Modelle und Varianten könnten gestrichen werden, während die Zahl der Architekturen sinken dürfte.

Arno Antlitz ist nicht der erste Manager im VW-Konzern, der vor dem Geschäftsmodell warnt. Im Juli 2025 schrieb Oliver Blume – damals noch Porsche-CEO – in einem internen, von Bloomberg eingesehenen Brief an die Beschäftigten, das „Geschäftsmodell, das uns über viele Jahrzehnte gute Dienste geleistet hat, funktioniert in seiner heutigen Form nicht mehr“. Blume hat den Posten als Porsche-CEO inzwischen abgegeben, bleibt aber weiterhin an der Spitze des VW-Konzerns.

Volkswagen ID. Polo (2026)

Volkswagen-ID. Polo (2026)

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Quelle: Volkswagen


Motor1 meint: Nachdem die dominanten Jahre der VW Group nun im Rückspiegel liegen, steht der Konzern unter beispiellosem Wettbewerbsdruck. Zusätzliche Belastungen sind hohe Arbeits- und Energiekosten – und nicht zuletzt die Europäische Union, die das Aus von Verbrennungsmotoren weiter beschleunigt.

Während Skoda im Vergleich zu anderen Konzernmarken aktuell gegen den Trend zu schwimmen scheint, ist auch dort nicht alles problemlos. Die Tschechen stehen kurz davor, sich aus China zurückzuziehen, nachdem die Verkäufe in einem Markt eingebrochen sind, der noch vor wenigen Jahren der größte für das Unternehmen war. Das zeigt, wie schnell sich die Lage innerhalb kurzer Zeit verändern kann.

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