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Buuuh! Land Rover muss dem BMW-V8 des Defender fast 100 PS streichen

Der Defender OCTA erhält ein immenses Downgrade, um die neuesten Emissionsvorschriften zu erfüllen - aber nicht überall

2027 Land Rover Defender OCTA
Bild von: Land Rover

Land Rover hat keine Wahl: Um strengere Abgasvorschriften einzuhalten, muss der Defender OCTA motorseitig gezähmt werden. In Europa und einigen weiteren Märkten verliert das von BMW bezogene Aggregat spürbar an Leistung. Bisher brachte es der 4,4-Liter-Biturbo-V8 auf 635 PS, doch das ist nun leider nicht mehr der Fall.

Die Ingenieure mussten den bayerischen Achtzylinder um derbe 98 PS kastrieren – die Leistung sinkt damit auf 537 PS.

Wenig überraschend leidet darunter auch die Performance. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert jetzt 4,4 Sekunden statt der bisherigen 4,0 Sekunden. Es gibt allerdings auch einen Lichtblick: Der Defender OCTA liefert weiterhin 750 Nm Drehmoment, sodass zur Erfüllung der Euro-6e-bis-Norm „nur“ die Leistung gekappt wurde. Trotz weniger Punch soll der Mildhybrid-V8 nach einer Überarbeitung der Abgasanlage durch Land Rovers Ingenieure nun voller und kerniger klingen.

Die Leistungsreduzierung des V8 überrascht uns nicht völlig. Anfang des Jahres musste BMW selbst das Aggregat in den europäischen Versionen des M5 drosseln, um strengere Emissionsvorgaben zu erfüllen. Dort verlor der Achtzylinder allerdings 41 PS, womit jetzt noch 544 PS zur Verfügung stehen. BMW konnte die niedrigere Motorleistung durch eine stärkere E-Maschine kompensieren, sodass die Systemleistung unverändert 727 PS beträgt. Das ist hier nicht möglich, weil der OCTA auf ein V8-Setup ohne Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang setzt.

Bild von: Land Rover

Wichtig: BMWs S68-V8 steckt auch in zwei weiteren Land-Rover-Modellen – Range Rover und Range Rover Sport. Der Motor wurde bereits so ausgelegt, dass er die kommende Euro-7-Norm erfüllen kann. Damit dürfte ihm eine lange Zukunft bevorstehen – vermutlich weit in die 2030er-Jahre hinein. Als nächste Modelle sollen im kommenden Jahr die M-Performance-Versionen des neuen X5 und des gelifteten 7er sowie die zweite Generation des X7 diesen V8 erhalten.

Auch wenn der V8 in Europa angesichts immer strengerer Emissionsvorschriften wie eine aussterbende Spezies wirkt, gibt er sich nicht kampflos geschlagen. Neben BMW wollen auch Luxusmarken wie Porsche und Mercedes ihre größten Verbrenner bis ins nächste Jahrzehnt am Leben halten. Selbst der V12 in Modellen von Rolls-Royce und Maybach steuert vorerst nicht auf die Rente zu.

Trotzdem scheint das Ende großvolumiger Verbrennungsmotoren unvermeidlich – insbesondere in Europa. Hersteller, die hier Autos verkaufen, müssen ihre Flotten-CO2-Emissionen bis 2035 um 90 Prozent gegenüber dem Niveau von 2021 senken. Das macht durstige Motoren in der zweiten Hälfte des nächsten Jahrzehnts zunehmend schwer zu rechtfertigen – es sei denn, die Hersteller können die Emissionen durch genügend verkaufte E-Autos kompensieren.


Motor1 meint: Immer strengere Abgasregeln drosseln in Europa seit Jahren die Motoren – und haben Mazda sogar dazu gebracht, den 2,0-Liter im MX-5 komplett aus dem Programm zu nehmen. Am Ende ist es ein Rechenspiel: Wer weiterhin Autos mit großen Motoren verkaufen will, muss sie mit genügend Plug-in-Hybriden und E-Autos ausbalancieren.

Wenn die Flottenemissionen die gesetzlichen Zielwerte überschreiten, drohen den Herstellern hohe Strafzahlungen. Zwar gibt es Ausnahmen für Kleinserienhersteller, doch die meisten Autobauer müssen die Vorgaben erfüllen, um empfindliche Sanktionen der EU-Behörden zu vermeiden.