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Für eine persönlichere Erfahrung

BYD Dolphin G DM-i (2026): Neuer Polo-Gegner schon gefahren

Erster Fahreindruck und alle Infos über den neuen Herausforderer in der Kleinwagenklasse. Mit Super-Hybrid setzt er ein Zeichen ...

BYD Dolphin G DM-i
Bild von: Motor1.com

In einem Segment, aus dem sich andere Hersteller nach und nach zurückziehen, sieht BYD großes Potenzial und präsentiert den Kleinwagen Dolphin G in der PHEV-Variante DM-i. Er kombiniert einen Plug-in-Hybridantrieb mit bis zu 105 Kilometern elektrischer Reichweite und einer Gesamtreichweite von 1040 Kilometern und ist damit der einzige Kleinwagen mit Plug-in-Hybrid. Dazu kommen ein großer Kofferraum und viel Technik aus höheren Klassen.

Schnelle Daten BYD Dolphin G DM-i
Antrieb Plug-in-Hybrid mit 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und Elektromotor, Vorderradantrieb
Systemleistung 176 PS (129 kW) in Active, 212 PS (156 kW) in Boost, Comfort und Sport
Drehmoment 210 Nm
Batterie BYD Blade-Batterie, 7,42 kWh in Active, 18,3 kWh in Boost, Comfort und Sport
Elektrische Reichweite 40 Kilometer in Active, 105 Kilometer in Boost, Comfort und Sport
Gesamtreichweite 1020 Kilometer in Active, 1040 Kilometer in Boost, Comfort und Sport
Gewichteter Verbrauch 2,6 l/100 km in Active, 1,4 l/100 km in Boost, Comfort und Sport
Beschleunigung 0 bis 100 km/h 8,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Kofferraumvolumen 425 bis 1225 Liter
Preis ab 28.900 Euro (ab 18.900 Euro inkl. BYD-Bonus und maximaler Förderung)

Design und Abmessungen

Der Dolphin G DM-i ist 4,16 Meter lang und 1,83 Meter breit. Damit liegt er exakt auf dem Niveau der Bestseller VW Polo, Renault Clio und Opel Corsa und steht recht satt auf der Straße. Die Front trägt die aktuelle BYD-Designsprache mit geschlossenen Flächen, integrierten Lufteinlässen und scharf gezeichneten Kanten, die das Auto optisch breiter wirken lassen.

Bildergalerie: BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test

Die Seitenansicht prägt eine markante Schulterlinie vom vorderen Kotflügel bis ins Heck. Eine ansteigende Grafik hinter der hinteren Tür soll Dynamik bringen und hebt das scheinbar schwebende Dach hervor. Je nach Ausstattung rollt der Dolphin G DM-i auf 16 oder 18 Zoll großen Leichtmetallrädern, die Sport Version nutzt dunkle 18 Zöller.

Am Heck verbindet ein durchgehendes Leuchtenband Rücklichter und Markenlogo. Ein dezent geformter Dachspoiler mit integrierter dritter Bremsleuchte und ein skulpturierter Stoßfänger schließen die Karosserie ab. Insgesamt wirkt der Kleinwagen bewusst europäisch abgestimmt und verzichtet auf auffällige Spielereien.

BYD Dolphin G DM-i
Bild von: Motor1.com

Innenraum und Platzangebot

Im Cockpit setzt BYD auf klare Linien und ein luftiges Raumgefühl. Das Armaturenbrett verläuft weitgehend horizontal, die Lüftungsdüsen sitzen unauffällig an den Seiten. Vor dem Fahrer arbeitet ein 8,8 Zoll großes Digitalinstrument, in der Mitte steht je nach Version ein 10,1 oder 12,8 Zoll großer Touchscreen.

Die Materialqualität ist ansprechend, aber nicht überragend. Hartplastik ist klassenüblich großflächig im Spiel, aber nett angerichtet und gut verarbeitet. Nur die Einstell-Joysticks der Lüftungsdüsen wirken arg billig und fragil. Dafür ist eine schöne Ambientebeleuchtung an Bord, was man in einem Kleinwagen auch nicht oft antrifft.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Antrieb und Reichweite

Herzstück ist der Super-Hybrid-Antrieb mit DM-Technologie, ein vorwiegend elektrisch arbeitender Plug-in-Antrieb. Ein permanenterregter Synchronmotor an der Vorderachse leistet 120 kW, also 163 PS, und bietet 210 Newtonmeter Drehmoment. Die Systemleistung beträgt 212 PS, was für fast schon sportliche Fahrleistungen sorgt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h gibt BYD mit 8,3 Sekunden an, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.

Der 1,5 Liter große Vierzylinder Benziner arbeitet in diesem System vor allem als Generator. Im Alltag fährt der Dolphin G DM-i möglichst lange elektrisch. Erst bei leerer Batterie oder höherem Leistungsbedarf schaltet das System den Verbrenner zu oder koppelt ihn direkt an die Vorderräder. Das soll Effizienz und Fahrbarkeit verbessern.

BYD Dolphin G DM-i
Bild von: Motor1.com

Der Fahrer wählt zwischen EV Modus und Hybridmodus. Im EV Betrieb nutzt das Auto ausschließlich die Batterie und rekuperiert beim Bremsen. Im Hybridmodus entscheidet die Elektronik zwischen mehreren Betriebsarten, die vom reinen Generatorbetrieb bis zum parallelen Antrieb von Elektro und Benzinmotor reichen.

Batterien, Verbrauch und Laden

BYD bietet zwei Versionen der Blade Batterie mit LFP Chemie an. Die Basisvariante Active nutzt 7,42 kWh Kapazität und erreicht im WLTP Zyklus 40 Kilometer elektrische Reichweite sowie 1.020 Kilometer Gesamtreichweite, ist damit aber wegen der niedrigen CO2-Emissionen trotzdem förderfähig. Die Varianten Boost, Comfort und Sport besitzen eine 18,3 kWh Batterie mit 105 Kilometern E Reichweite und kommen somit ebenfalls in den Genuss der deutschen Vergünstigungen.

Mit großer Batterie sinken die gewichteten WLTP Verbrauchswerte auf 1,4 Liter pro 100 Kilometer, die CO2 Emissionen auf 32 Gramm pro Kilometer. Die Gesamtreichweite steigt leicht auf 1.040 Kilometer. Für Pendler sollen damit viele Alltagsfahrten rein elektrisch möglich sein, längere Etappen laufen im effizienten Hybridbetrieb.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Beim Laden unterscheidet BYD deutlich. Die Active Version lädt per 3,3 kW Onboard Lader in knapp unter drei Stunden von 15 auf 100 Prozent. Die stärkeren Versionen beherrschen 6,6 kW AC Laden, benötigen dabei rund 2,9 Stunden und bieten zusätzlich sogar DC Schnellladen mit bis zu 39 kW. Von 10 auf 80 Prozent sollen 26 Minuten reichen.

Ausstattungen und Technik

Vier Linien decken unterschiedliche Ansprüche ab. Der Active startet mit 16 Zoll Rädern, LED Licht rundum, Einparkhilfe vorn und hinten sowie Rückfahrkamera. Innen gibt es ein 10,1 Zoll Infotainment mit Android Auto und Apple CarPlay, digitale Instrumente, Klimaautomatik und manuell einstellbare Sitze mit Stoffbezug.

Der Boost erweitert um die große Batterie, ein 12,8 Zoll Display, Sitz und Lenkradheizung, automatisch abblendenden Innenspiegel, anklappbare Außenspiegel, Ambientelicht, Wireless Charging, hintere Luftdüsen, zusätzliche USB Anschlüsse und ein besseres Soundsystem. Ab dieser Linie ist auch die Vehicle to Load Funktion an Bord.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Comfort bringt Features aus höheren Klassen. Dazu zählen Head up Display, Panorama Glasdach mit elektrischem Sonnenschutz, Puddle Lights, eine Kombination aus Stoff und veganem Leder, eine elektrische Sitzverstellung mit Lendenwirbelstütze sowie 18 Zoll Räder. Das Infotainment erhält integrierte Google Dienste inklusive Google Maps und Assistant.

Die Sport Variante setzt auf Optik. Sie baut auf Comfort auf und ergänzt dunklere 18 Zoll Felgen, zusätzliche Embleme und ein zweifarbiges Interieur mit sportlich gestalteten Sitzen in Veloursleder Optik. Antrieb und Batterie entsprechen den anderen großen Versionen, technische Unterschiede gibt es hier kaum.

Sicherheitsausstattung und Marktstart

Beim Thema Assistenzsysteme orientiert sich BYD eher an der Kompaktklasse. Serienmäßig sind Front und Heckparksensoren, ein adaptiver Tempomat, ein intelligenter Tempomat, Spurhalteassistent, Spurverlassenswarner, Front und Heck Querverkehrswarner mit Bremsfunktion, Totwinkelwarner, Fahrermonitoring und Ausstiegswarnung.

Active und Boost erhalten zusätzlich eine Rückfahrkamera, Comfort und Sport erweitern das Paket um eine 360 Grad Kamera. Preise nennt BYD noch nicht. Klar ist aber, dass der Dolphin G DM-i in Europa als erschwinglicher Plug in Hybrid Kleinwagen positioniert werden soll, der lokal emissionsfreies Fahren mit hoher Reichweite verbindet.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

BYD plant den Verkaufsstart für den Sommer. Händler in Europa nehmen vor den Ferien Bestellungen an. Die ersten Auslieferungen kündigt der Hersteller für den Frühherbst an. Farben wie Skiing White, Time Grey, Obsidian Black und Ocean Blue sowie Orange Sunset sollen für etwas Auswahl sorgen, dazu kommen mehrere Innenraumkombinationen.

Fahreindruck

Auf der Straße muss der neue BYD Dolphin G DM-i nun zeigen, wie gut das Zusammenspiel aus Verbrenner und Elektromotor im Alltag funktioniert. Bei unserer ersten Ausfahrt rund um Berlin und Potsdam konnten wir uns von den Fähigkeiten des neuen Kleinwagen überzeugen, aber auch einige Schwächen ausmachen.

Touchscreen mit echten Knöpfen kombiniert

Im Cockpit erwartet uns die für diese Marke typische, sehr touchlastige Bedienung. Erfreulicherweise verbaut der Hersteller dennoch einige echte Tasten für wichtige Basisfunktionen wie die Starttaste, das Autohold und die Belüftung der Frontscheibe. Eine Heckscheibenheizung fehlt auf dieser Leiste allerdings komplett. Praktische Kippschalter regeln die Fahrmodi und den Wechsel zwischen Elektro- und Hybridbetrieb.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Die restlichen Einstellungen laufen über den Touchscreen. BYD hat die Menüs mittlerweile gut sortiert und spendiert dem System eine konfigurierbare Shortcutleiste. Damit lassen sich nervige Assistenten wie der Tempowarner oder der Spurhalteassistent mit wenigen Klicks schnell deaktivieren. Das native Google-Maps-Navigationssystem läuft flüssig und stellt eine der besten Lösungen auf dem Markt dar. Zudem beherrscht das System kabelloses Android Auto und Apple Car Play.

Die physischen Tasten am Lenkrad steuern die Funktionen präzise und verzichten auf fummelige Touchflächen. Auch die Spiegelverstellung in der Tür sowie die große Taste für das elektrische Sonnenrollo am Dachhimmel sind echte Schalter. Das optionale Head-up-Display projiziert die Anzeigen erstaunlich groß und scharf auf die Scheibe, was in dieser Fahrzeugklasse ein echter Pluspunkt ist.

BYD Dolphin G DM-i
Bild von: Motor1.com
BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Auf den vorderen Sitzen sitzen auch Personen mit einer Körpergröße von 1,87 Metern sehr bequem. Es gibt viel Beinfreiheit, nur die breite Mittelkonsole schränkt das rechte Knie minimal ein. Im Fond wird es hinter einem großen Fahrer erwartungsgemäß etwas enger, da die Sitzbank recht kurz ausfällt. Für diese Fahrzeugklasse ist aber recht viel Platz, auch wenn der Dolphin an das großzügige Raumangebot etwa eines Honda Jazz nicht herankommt. Die straff gepolsterten Vordersitze sehen zwar sportlich aus, bieten in Kurven aber leider fast keinen Seitenhalt.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD
BYD Dolphin G DM-i
Bild von: Motor1.com

Mit 2.610 Millimetern Radstand nutzt der Dolphin G DM-i seinen Grundriss gut aus. Dazu kommt ein Kofferraum von 425 Litern. Unter dem Ladeboden sitzt ein weiteres Fach mit 45 Litern. Klappt man die 40 zu 60 geteilte Rücksitzlehne um, wächst das Gepäckvolumen auf bis zu 1.225 Liter.

Fahrwerk tendiert zur sportlichen Härte

Die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung wirkt sehr europäisch. Die Lenkung fühlt sich selbst im Komfortmodus angenehm straff an und liefert eine gute Rückmeldung. Das Fahrwerk ist ebenfalls recht straff ausgelegt, um es wohlwollend zu formulieren. Auf glattem Asphalt liegt der Wagen damit sehr stabil in den Kurven. Sobald die Straße jedoch holpriger wird, dringen Unebenheiten und Querfugen recht deutlich in den Innenraum durch. Auf wirklich schlechtem Pflaster wird man dann ordentlich durchgeschüttelt.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Bei rein elektrischer Fahrt herrscht im Innenraum eine angenehme Ruhe. Ab etwa 100 Kilometern pro Stunde fallen jedoch deutliche Windgeräusche auf, die vor allem durch das große Panoramadach dringen. Der Verbrennungsmotor arbeitet im Hintergrund meist als Generator und bleibt akustisch unauffällig. Nur bei voller Beschleunigung oder hohem Autobahntempo wird der Vierzylinder deutlicher hörbar.

Schwache Rekuperation und indifferente Bremse

Der Elektromotor schiebt den Kleinwagen mit ordentlichem Punch an der Ampel voran. Unverständlich bleibt dagegen die schwache Rekuperationsleistung, die sich selbst in der hohen Stufe kaum bemerkbar macht. Hier verschenkt das System Potenzial zur Energierückgewinnung. Auch das Bremspedal enttäuscht mit einem schwammigen Gefühl beim Übergang von der elektrischen zur mechanischen Bremse.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Eine Eigenheit leistet sich der Spurhalteassistent, der einwandfrei auf Landstraßen arbeitet. Er lässt sich nur bis zu einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde aktivieren. Einmal eingeschaltet, hält er die Spur zwar bis Tempo 139, schaltet sich ab 140 aber komplett ab. Ein erneutes Einschalten ist dann erst wieder unterhalt von 130 km/h möglich. Zudem ermahnt der Aufmerksamkeitswarner den Fahrer auch im deaktivierten Zustand, was ziemlich nervt.

Niedriger Verbrauch im Praxischeck

Sehr positiv überrascht der reale Verbrauch des Plug-in-Hybriden. Im Stadtverkehr kamen wir bei der rein elektrischen Testfahrt auf einen Stromverbrauch von unter 16 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Im Voll-Hybridmodus mit gehaltenem Batteriestand genehmigte sich der Dolphin G DM-i im Schnitt nur glatte fünf Liter Benzin. Damit sind im Alltag sehr günstige Betriebskosten und eine elektrische Reichweite von fast 90 Kilometern möglich.

BYD Dolphin G DM‑i (2026) im Test
Bild von: BYD

Preise

BYD ist bekannt für knallhart kalkulierte Preise. Der Dolphin G macht da keinen Unterschied, auch wenn er kein Billigheimer ist. Los geht es mit dem Basismodell "Active" für 28.900 Euro, das bereits sehr gut ausgestattet ist. Am anderen Ende der Preisskala rangiert der "Sport" für 34.490 Euro.

Aber BYD wäre nicht BYD, wenn man nicht noch eine faustdicke Überraschung im Gepäck hätte. Beim Check des Online-Konfigurators stellte sich heraus, dass BYD auch für den Dolphin G einen E-Bonus von 5.500 Euro zahlt. Zusammen mit der möglichen Förderung von 4.500 Euro ergibt sich eine Ersparnis von satten 10.000 Euro, sodass man bereits ab unschlagbaren 18.900 Euro Dolphin G fahren kann. 

BYD Dolphin G DM-i
Bild von: Motor1.com

Fazit

Der BYD Dolphin G gibt in der Kleinwagenklasse kräftig Gas und überzeugt mit guten Raumangebot, einem extrem effizienten und kräftigen Antrieb und mit dem Alleinstellungsmerkmal PHEV. Die Ausstattung ist reichhaltig und die Qualität größtenteils gut. Demgegenüber stehen das (zu) harte Fahrwerk, die zu schwache Rekuperation und einige kleine Schrulligkeiten. 

Insgesamt bekommt man für einen (derzeit) extrem günstigen Preis einen sehr gut gemachten Kleinwagen, der bei Polo, Clio & Co. durchaus für einige Aufregung sorgen dürfte.