BYD will angeblich ein Volkswagen-Werk in Deutschland kaufen
Laut chinesischen Medien soll BYD an der Gläsernen Manufaktur in Dresden interessiert sein
BYD soll Interesse daran haben, ein europäisches Werk von Volkswagen zu übernehmen. Genauer gesagt geht es laut CarNewsChina um das Werk in Dresden, die sogenannte "Gläserne Manufaktur". Dort wurde die Automobilproduktion Ende 2025 eingestellt.
Ein solcher Schritt hätte – sofern er sich bestätigt – nicht nur eine große industrielle, sondern auch eine symbolische Bedeutung und könnte einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen europäischen und asiatischen Herstellern markieren.
Die Gläserne Manufaktur in Dresden
Dem Bericht des chinesischen Mediums zufolge sieht das Konzept eine Aufteilung der Flächen vor: auf der einen Seite die Produktion von Elektroautos der Marke BYD, auf der anderen Seite der Aufbau eines Technologie-Hubs in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen und der Technischen Universität Dresden.
Für BYD wäre das ein strategischer Baustein beim Ausbau der Europapräsenz. Eine Fertigung in Deutschland würde nicht nur helfen, Zölle auf aus China importierte Fahrzeuge teilweise zu umgehen, sondern auch vom Renommee des "Made in Germany" profitieren – ein Faktor, der in der Qualitätswahrnehmung weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Dass der Konzern bereits in Werke in Ungarn und der Türkei investiert und parallel weitere Optionen prüft, um seine Präsenz auf dem Kontinent zu festigen, passt in dieses Bild.
BYD Atto 2 DM-i: Der Plug-in- und Elektro-Crossover wird auch in Ungarn produziert
Auf der anderen Seite steht Volkswagen vor einer anspruchsvollen Phase: Überkapazitäten in der Produktion, eine hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibende Nachfrage nach Elektroautos und zudem sehr unterschiedliche Marktdynamiken weltweit (und selbst innerhalb Europas).
Vor diesem Hintergrund bezeichnete CEO Oliver Blume in einem Interview mit CarNewsChina vor einigen Tagen die Möglichkeit, Werke mit chinesischen Herstellern zu teilen, als "intelligente" Lösung, um Kosten zu senken und heute unterausgelastete Industrieanlagen besser zu nutzen.
Phaeton-Fertigung in Dresden
Die Geschichte der Gläsernen Manufaktur macht einen möglichen Deal zusätzlich brisant. Das Werk wurde 2002 auf Initiative von Ferdinand Piëch eröffnet und war als Symbol für die technologische Kompetenz des Konzerns gedacht – anfangs mit der Fertigung der Luxuslimousine Phaeton.
In den Jahren danach entwickelte sich der Standort zu einem Zentrum der Elektromobilität und montierte Modelle wie den e-Golf und zuletzt den ID.3.
Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden
Trotz seiner Symbolkraft verlor das Werk innerhalb der Konzernstrategie zunehmend an Bedeutung. Die geringe Größe – mit einer Jahresproduktion von zuletzt rund 6.000 Einheiten – sowie das nachlassende Wachstum des E-Auto-Marktes trugen zur Entscheidung bei, die Aktivitäten einzustellen.
Die Schließung im Dezember 2025 ist ein historischer Schritt: Es war das erste Volkswagen-Produktionswerk in Deutschland, das die Fertigung dauerhaft beendet.
Die Zukunft des Standorts ist bereits teilweise vorgezeichnet: Volkswagen hat ein Projekt gestartet, um das Gelände in ein Innovationszentrum für Bereiche wie künstliche Intelligenz, Robotik und Mikroelektronik zu transformieren – mit einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro. In diesem Kontext könnte ein möglicher Einstieg von BYD die Forschungsaktivitäten um eine neue Produktion ergänzen.
Offiziell bestätigt sind die Gespräche bislang nicht, zudem hat Volkswagen einzelne Darstellungen dementiert. Doch schon die Tatsache, dass ein chinesischer Hersteller auf eine der symbolträchtigsten Anlagen der deutschen Industrie zielt, zeigt, wie sehr sich das globale Kräfteverhältnis in der Automobilbranche verschiebt.
Bildergalerie: Volkswagens "Gläserne Manufaktur" in Dresden
Quelle: Carnewschina
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