VWs neue EV-Plattform unterstützt weiterhin Verbrennungsmotoren
Aber der Verbrenner wird nicht die Räder direkt antreiben
Es ist etwas mehr als vier Jahre her, dass Volkswagen die SSP, seine allumfassende Elektrofahrzeugarchitektur, angekündigt hat. Ursprünglich sollte die "Scalable Systems Platform" schon jetzt fertig sein, aber sie wurde auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahrzehnt verschoben. In mehreren Berichten deutscher Medien wurde der Rückschlag der VW-Softwareabteilung Cariad zugeschrieben.
Nun ist Volkswagen jedoch bereit, über SSP zu sprechen, und es gibt eine Überraschung. Obwohl SSP in erster Linie eine elektrische Plattform ist, wird sie auch Verbrennungsmotoren unterstützen. Der VW-Konzern plant die Einführung von Range Extendern, bei denen Verbrennungsmotoren lediglich als Generatoren zum Aufladen der Batterie fungieren.
Wie etwa der BMW i3 oder der Mazda MX-30 R-EV werden diese Motoren keine mechanische Verbindung zu den Rädern haben. Die e-Power-Technologie von Nissan folgt einem ähnlichen Prinzip: Der Benzinmotor versorgt die Batterie, nicht den Antriebsstrang. In China wird massiv auf diese Technik gesetzt, Vorbote in Europa ist der Leapmotor C10 REEV.
Volkswagen hatte bereits sein Interesse an Range Extendern bekundet. Seine neu gegründete Marke Scout wird einen Pick-up und einen SUV auf den Markt bringen, die mit Saugmotoren ausgestattet sind. In China gibt das kürzlich vorgestellte ID. Era-Konzept einen Ausblick auf einen mit SAIC entwickelten dreireihigen Geländewagen, der ebenfalls mit einem benzinbetriebenen Generator ausgestattet ist.
SSP ist eine wichtige Initiative für VW. Sie wird als Grundlage für Modelle aller Marken dienen und schließlich alle bestehenden Elektroplattformen ersetzen. Ein Teaser-Bild zeigt fünf verschiedene Karosserievarianten, die von einem Kompaktwagen für die Stadt bis zu einem großen SUV reichen
Automotive News berichtet, dass es insgesamt acht Derivate geben wird, die alle Segmente des Marktes abdecken. Die nächste Generation von E-Fahrzeugen, die auf SSP basieren, wird voraussichtlich 2026 auf den Markt kommen, zunächst in China und ein Jahr später in Europa.
In Europa wird es diese Technologie wohl nicht geben, denn VW-Chef Thomas Schäfer hält dort Plug-in-Hybride für die praktikablere Lösung. Er sagte gegenüber Autocar, dass Range Extender teuer in der Entwicklung sind, während die heutigen Plug-in-Hybride bereits eine angemessene elektrische Reichweite und Schnellladung bieten. Laut Schäfer wäre es wirtschaftlich nicht machbar, beide Lösungen anzubieten.
Eines der wichtigsten Modelle, die die SSP-Plattform nutzen werden, wird der rein elektrische Golf der neunten Generation sein. Er soll gegen Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen und wird einige Jahre lang neben dem Golf 8 mit Verbrennungsmotor existieren. Den aktuellen Golf wird VW möglicherweise bis Mitte der 2030er-Jahre im Angebot behalten. Der künftige Elektro-Golf wird in Wolfsburg gebaut, während die Produktion des Verbrennungsmodells 2027 in das mexikanische Werk Puebla verlagert wird.
Nachdem die Eckdaten von SSP nun feststehen, erklärte VW-Konzernchef Oliver Blume: "Wir wollen der globale Technologietreiber für die Automobilindustrie sein. SSP wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Wir haben einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung unserer elektrischen Zukunftsplattform erreicht. Jetzt geht es mit Volldampf an die Umsetzung."
Quelle: Volkswagen Group
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