Motor1 Numbers: Wo werden weltweit die meisten Pick-ups verkauft?
6 Millionen Einheiten vor allem in den USA, Brasilien und Thailand. Ford hat immer noch die Nase vorn ...
Pick-ups – man liebt sie oder eben nicht. In manchen Märkten wie Nordamerika, Thailand oder Brasilien feiern sie große Erfolge, doch in Europa und Japan bleiben sie eine Nische. Der Grund ist einfach: Ihre stattlichen Maße machen sie wenig alltagstauglich für enge, oft verstopfte Innenstädte. Hinzu kommt eine ganz andere Automobilkultur – hier bevorzugt man kompakte Modelle, Hybrid- oder Elektroautos. Der Pick-up gilt nach wie vor eher als Nutzfahrzeug denn als Alltagsauto.
Laut meinen Daten wurden im vergangenen Jahr weltweit rund 6,05 Millionen Pick-ups verkauft. Das entspricht etwa 7 % aller globalen Verkäufe von leichten Nutzfahrzeugen im Jahr 2024 – und damit in etwa der Summe aller in Großbritannien, Frankreich und Italien verkauften Fahrzeuge dieser Kategorie. Ein beachtlicher Markt also, an dem längst nicht alle Autobauer teilnehmen – und den auch nicht alle Länder mit offenen Armen empfangen.
RAM 1500
Die USA führen das Feld an
Dass Pick-ups in den USA ausgesprochen beliebt sind, ist kein Geheimnis. Sie prägen das Straßenbild – in Städten ebenso wie auf dem Land. Sie dienen nicht nur als Arbeitsfahrzeuge in ländlichen Regionen, sondern werden in urbanen Gegenden auch gerne als Freizeitfahrzeuge genutzt.
Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der größte Pick-up-Markt der Welt und vereinen 48 % der globalen Nachfrage auf sich. Die Verkaufszahlen erreichten 2,90 Millionen Einheiten, was einem Wachstum von 3 % entspricht – allerdings waren davon lediglich 99.000 Fahrzeuge batterieelektrisch.
| Verkaufte Einheiten im Jahr 2024 | ||
| 1. | USA-Canada | 3,27 Millionen |
| 2. | Latein-Amerika | 1,01 Millionen |
| 3. | Süd-Ost-Asien | 777.000 |
| 4. | Cina | 285.000 |
| 5. | Mittlerer Osten | 164.000 |
| 6. | Europa | 164.000 |
| 7. | Süd-Asien | 160.000 |
| 8. | Afrika | 150.000 |
| 9. | Eurasien | 69.000 |
| 10. | Süd-Korea | 24.000 |
*Die Daten berücksichtigen keine Pick-ups, die auf leichten Nutzfahrzeugen (LCV) basieren.
Brasilien war 2024 der zweitgrößte Pick-up-Markt weltweit und konnte damit im Vergleich zum Vorjahr einen Platz gutmachen. Anders als in den USA konzentriert sich die Nachfrage dort vor allem auf kleinere und mittelgroße Modelle – etwa die Fiat Strada, die Chevrolet Montana, den Toyota Hilux Hybrid 48V (ein Beweis dafür, dass auch im Pick-up-Segment die Elektrifizierung Einzug hält) sowie den Ford Ranger.
Im vergangenen Jahr stiegen die Pick-up-Verkäufe in Brasilien um ganze 18 % – das machte den Markt zum wachstumsstärksten unter den Top Ten weltweit. Auch dort gelten Pick-ups längst nicht mehr nur als Arbeitsfahrzeuge, sondern zunehmend als „coole“ Alltagsbegleiter.
Doch kein Land übertrifft Thailand, wenn es um den Marktanteil dieser Fahrzeugklasse geht: 2024 machten Pick-ups dort ganze 46 % der Verkäufe leichter Nutzfahrzeuge aus – ein absoluter Spitzenwert.
Die wichtigsten Märkte
USA: 2.899.000
Brasilien: 472.000
Kanada: 368.000
Thailand: 345.000
China: 280.000
Mexiko: 232.000
Australien: 226.000
Indien: 150.000
Südafrika: 113.000
Argentinien: 103.000
*Die Daten berücksichtigen keine Pick-ups, die auf leichten Nutzfahrzeugen (LCV) basieren.
Wer ist die Nummer eins?
Auch wenn der Toyota Hilux im vergangenen Jahr der meistverkaufte Pick-up der Welt war, führte nicht Toyota das Segment an. Dank der starken Position der F-Serie in den USA und Kanada sowie der soliden Verkaufszahlen des Ranger auf globaler Ebene sicherte sich Ford den Spitzenplatz im weltweiten Ranking – mit fast 1,47 Millionen verkauften Einheiten. Das entspricht stolzen 36 % aller globalen Ford-Verkäufe.
Ford Ranger
Ford F-150
Der große Rivale General Motors folgte auf Platz zwei mit 1,24 Millionen verkauften Pick-ups – das entsprach 27 % des weltweiten Absatzvolumens des Konzerns. Toyota belegte Rang drei mit 1,03 Millionen Einheiten, davon entfielen allein 612.000 auf den Hilux.
Pick-up-Verkäufe nach Hersteller im Jahr 2024
Ford: 1.465.000
General Motors: 1.241.000
Toyota: 1.032.000
Stellantis: 798.000
Isuzu: 273.000
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATO Dynamics.
Auch interessant
Darum hat Ford die Bezeichnung Shelby beim Mustang gestrichen
Letzte Chance für Verbrenner-Macan: Porsche stockt Bestand vor Produktionsende auf
Der Ford Mustang Dark Horse SC bekommt 795 PS und wird echt wild
Range Rover SV Ultra: Spitzenmodell wird zum Konzertsaal
Vergessene Studien: Das war der erste "City-SUV"
Bentley Flying Spur: Zweites Facelift am Nürburgring erwischt
Ford bekommt nicht genug und treibt den Mustang zum nächsten Rekord