Diesel-Skandal: Vier ehemalige VW-Manager verurteilt
In zwei Fällen wurde eine mehrjährige Haftstrafe ausgesprochen
Es war eine der größten Skandale der Automobilbranche und prägt den Volkswagen-Konzern bis heute: Mit dem "Clean Diesel" wollte VW besonders auf dem US-Markt groß herauskommen. Doch wie sich herausstellte, erfüllten jene TDI-Motoren die geforderten Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand.
Weltweit waren rund elf Millionen Fahrzeuge der Konzernmarken VW, Audi, Skoda und Seat betroffen. Um die Fahrzeuge in einen gesetzeskonformen Zustand zu bringen, setzte Volkswagen teils auf Software-Updates, teils auf kostspielige Hardware-Nachrüstungen.
Bis heute hat der Skandal den Konzern über 32 Milliarden Euro gekostet – der Großteil davon entfiel auf Strafzahlungen und Entschädigungen in den USA.
Knapp zehn Jahre nach dem Bekanntwerden des Skandals hat das Landgericht Braunschweig heute Urteile gegen vier ehemalige Manager von Volkswagen gesprochen. Zwei von ihnen wurden wegen ihrer Rolle in der Affäre zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, zwei weitere erhielten Bewährungsstrafen. Das berichtet unter anderem die "Automobilwoche".
Demnach hatte die Staatsanwaltschaft zwischen zwei und vier Jahren Gefängnis gefordert, nur in einem Fall hielt sie eine Bewährungsstrafe für angemessen. Die Verteidigung hingegen hatte in drei Fällen auf Freispruch plädiert und nur einmal eine Verwarnung für angemessen gehalten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verurteilten sehen sich als Bauernopfer – es ist daher laut der "Automobilwoche" wahrscheinlich, dass sie Rechtsmittel einlegen werden. Das Verfahren ist Teil eines weit größeren Komplexes: Insgesamt laufen derzeit noch vier weitere Prozesse gegen 31 Beschuldigte.
So auch gegen den früheren Konzernchef Martin Winterkorn. Sein Verfahren war ursprünglich Teil des nun abgeschlossenen Prozesses, wurde jedoch 2021 wegen krankheitsbedingter Verhandlungsunfähigkeit abgetrennt. Seitdem sind zwei Versuche, die Verhandlung wiederaufzunehmen, am gesundheitlichen Zustand des Angeklagten gescheitert.
Ob und wann das Verfahren fortgesetzt werden kann, ist unklar. Winterkorn wurde vor einigen Tagen 78 Jahre alt. In einer Aussage vor Gericht hatte Winterkorn bestritten, von dem Betrug gewusst zu haben. Infolge des Skandals trat er seinerzeit zurück, der damalige Audi-Chef Rupert Stadler wurde später vorübergehend in Untersuchungshaft genommen.
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