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Für eine persönlichere Erfahrung

Affinity One 636 (2026): Dieser Camper wird plötzlich 30 Zentimeter flacher

Französisches Bett, L-Küche und Platz für Fahrräder: Der Camper aus Polen verzichtet auf das markante Hochdach

Affinity One 636 (2026)
Bild von: Affinity RV
Fabian Grass Fabian Grass

Manchmal sind es genau 30 Zentimeter, die aus einem ziemlich auffälligen Camper einen beinahe gewöhnlichen Kastenwagen machen, zumindest von außen. Mit dem Affinity One 636 schrumpft der polnische Hersteller seinen bislang hoch aufragenden Affinity One, der ungewöhnliche Grundriss bleibt dabei weitgehend erhalten.

Affinity macht ohnehin nicht gern mit, wenn es um Standardlösungen geht. Das zeigte zuletzt schon der Freedo 636 HLT, der äußerlich gern als unauffälliger Lieferwagen durchgeht. Beim neuen One 636 geht es weniger um Tarnung als um eine simple Frage: Wie viel Wohnkomfort passt unter ein normales Kastenwagendach?

Bildergalerie: Affinity One 636 (2026)

Die Basis bleibt der Fiat Ducato mit 6,36 Metern Länge und 2,29 Metern Breite. Neu ist vor allem die Höhe: Statt 2,90 Metern wie beim bisherigen Affinity One misst der One 636 nur noch 2,60 Meter. Das macht ihn optisch unauffälliger und sollte bei Tiefgaragen, Carports und niedrigen Durchfahrten entspannen.

Innen fällt der Verzicht natürlich auf. Die Stehhöhe sinkt von 1,96 auf 1,89 Meter. Für die meisten Camper dürfte das reichen. Wer allerdings wie ich selbst 1,93 Meter misst, kocht künftig entweder mit leicht geneigtem Kopf oder schnippelt einfach im Sitzen.

Bilder von: Affinity RV
Bilder von: Affinity RV

Richtig spannend wird es hinter der Schiebetür. Statt eines klassischen Querbetts oder zweier Längseinzelbetten setzt Affinity auf ein französisches Doppelbett im Heck. Es misst 192 x 129 Zentimeter und liegt auf der Fahrerseite. Direkt daneben befindet sich das kompakte Bad mit Dusche, klappbarem Waschbecken und 19-Liter-Kassettentoilette.

Der große Affinity One bleibt dagegen beim charakteristischen, höhenverstellbaren Heck-Längsbett. Der 636 macht sich damit im Heck klassischer, ohne die ungewöhnliche L-Küche aufzugeben.

Bilder von: Affinity RV
Bilder von: Affinity RV

Das Bett selbst ist keine gewöhnliche Liegefläche. Sein Kopfteil lässt sich verstellen und zurückschieben, womit tagsüber mehr Bewegungsfreiheit im Küchenbereich entsteht. Optional hebt sich das Bett sogar elektrisch an. Dann sollen im Heck zwei ausgewachsene Fahrräder Platz finden, der externe Fahrradträger darf unter Umständen zu Hause bleiben.

Auch in der Küche bleibt Affinity seinem eigenen Weg treu. Statt der üblichen Zeile entlang der Schiebetür gibt es eine L-förmige Arbeitsfläche mit Zwei-Flammen-Gasherd und 90-Liter-Kompressorkühlschrank. Das verändert die Nutzung des Innenraums deutlich: Man steht beim Kochen nicht mit dem Rücken zur Schiebetür, sondern arbeitet in einer echten Ecke.

Bilder von: Affinity RV
Bilder von: Affinity RV

Vorne wartet eine Sitzgruppe mit vier Gurtplätzen. Die Bank lässt sich in ein zusätzliches Bett mit 170 x 90 Zentimetern verwandeln. Serienmäßig sind damit drei Schlafplätze möglich. Die Stockbettlösung des großen Affinity One entfällt. Dafür gibt es optional ein Aufstelldach mit 200 x 120 Zentimetern Liegefläche.

Rein rechnerisch passen also bis zu fünf Personen hinein, gefahren wird weiterhin mit vier Gurtplätzen. Das Aufstelldach schafft nicht nur zusätzliche Schlafplätze, sondern hält den Innenraum tagsüber frei. Für alle, die den Camper auch im Alltag nutzen wollen, ist das ein sinnvoller Kompromiss.

Bilder von: Affinity RV
Bilder von: Affinity RV

Bei der Bordtechnik muss sich der flachere One nicht verstecken. Serienmäßig sind eine Truma Combi 4E, eine 135-Ah-Lithiumbatterie, eine elektrische Einstiegsstufe und eine induktive Ladestation fürs Smartphone an Bord. Dazu kommen ein isolierter 100-Liter-Frischwassertank und ein ebenfalls isolierter 75-Liter-Abwassertank.

Unter der Haube arbeitet ein 2,2-Liter-Diesel mit 180 PS und Automatikgetriebe. Damit bleibt der One 636 motorisch auf dem üblichen Ducato-Niveau. Unauffällig, aber ausreichend für ein Fahrzeug dieser Größe und für den Einsatz mit voller Beladung.

Bildergalerie: Affinity One (2026)

Und dann die vielleicht wichtigste Zahl: Der Affinity One 636 startet bei rund 81.700 Euro. Der bisherige Affinity One mit Hochdach lag zuletzt bei 92.245 Euro. Wer also auf das Hochdach verzichtet, zahlt dafür nicht nur mit Stehhöhe, sondern spart auch gut 10.000 Euro.

Damit zeigt Affinity ziemlich überzeugend, dass ein klassisches Kastenwagendach nicht zwangsläufig ein klassisches Raumkonzept bedeutet. Wer einen Camper sucht, der von außen unauffällig bleibt, aber innen gerne eigene Wege geht, bekommt mit dem One 636 eine spannende Alternative.