Megamobil Lounge 700 Max (2026): Wohnzimmer im Sprinter
Große Hecklounge, elektrisches Hubbett und 190 PS
Wohnzimmer oder Schlafzimmer? Beim neuen Megamobil Lounge 700 Max muss man sich nicht entscheiden. Der knapp sieben Meter lange Campingbus auf Mercedes-Sprinter-Basis kombiniert eine große Sitzgruppe im Heck mit einem elektrisch absenkbaren Bett darüber.
Wer damit nicht nur auf befestigten Stellplätzen unterwegs sein möchte, kann den Sprinter außerdem mit Allradantrieb bestellen. Das Prinzip ist nicht völlig neu, beim La Strada Avanti R wird das Heck ebenfalls tagsüber zur Lounge und nachts zum Schlafzimmer. Megamobil setzt die Idee im Lounge 700 Max jedoch auf Mercedes-Basis und mit fast sieben Meter Außenlänge deutlich größer um.
Bildergalerie: Megamobil Lounge 700 Max (2026)
Das Herzstück befindet sich ganz hinten. Anstelle der üblichen Einzel- oder Querbetten gibt es hier eine große, U-förmige Sitzgruppe mit Tisch. Durch die Fenster auf allen drei Seiten ähnelt der Bereich eher einem kleinen Wohnzimmer als dem klassischen Schlafzimmer eines Kastenwagens. Nur dass man hier eben auch schlafen kann.
Das Bett hängt tagsüber unter der Decke und lässt sich elektrisch stufenlos absenken. Mit 1,98 x 1,70 Metern ist die Liegefläche ordentlich breit. Vor allem entfällt das abendliche Umbauen der Sitzgruppe. Ein Knopfdruck genügt und aus dem Wohnzimmer wird ein Schlafzimmer. Genau darin liegt der eigentliche Reiz des Konzepts.
Unter dem Hubbett bleibt Stauraum erhalten. Eine riesige Fahrradgarage wie bei manchen klassischen Längsbett-Campern wie dem Mobilvetta Karys gibt es bei diesem Grundriss allerdings nicht. Der Lounge-Grundriss setzt andere Prioritäten.
Weiter vorne geht es vergleichsweise konventionell zu. Die Küche ist mit einem Zweiflammkocher, einer Edelstahlspüle und fünf Auszügen ausgestattet. Eine ausziehbare Erweiterung vergrößert bei Bedarf die Arbeitsfläche. Der Kühlschrank bietet rund 138 Liter inklusive Frostfach. Damit lässt sich auch ein längerer Aufenthalt abseits des nächsten Supermarkts organisieren.
Gegenüber befindet sich das Bad. Megamobil setzt auf eine platzsparende Schiebetür und eine schwenkbare Acrylglastür, mit der sich die Dusche vom übrigen Bad abtrennen lässt. Waschbecken und Dusche besitzen jeweils eine eigene Armatur. Serienmäßig ist eine schwenkbare Thetford-Toilette vorgesehen, alternativ lässt sich eine Clesana nachrüsten.
Zwischen Bad, Küche und Hecklounge sitzen außerdem zwei hohe Schränke. Insgesamt wirkt das Konzept damit weniger wie ein typischer Kastenwagen mit möglichst vielen Schlafplätzen und mehr wie ein Reisemobil für zwei Personen, die sich unterwegs ordentlich ausbreiten möchten. Zusätzliche Betten waren bei diesem Grundriss offenbar nicht das zentrale Briefing.
Ganz kompakt ist das Ganze allerdings nicht. Der Lounge 700 Max misst 6,97 Meter in der Länge und 2,04 Meter in der Breite. Als Basis dient der Mercedes Sprinter mit 190 PS und serienmäßiger 9G-Tronic-Automatik. Der 93-Liter-Kraftstofftank gehört ebenfalls zur Ausstattung.
Serienmäßig fährt der Megamobil mit Hinterradantrieb vor, optional lässt sich der Sprinter mit Allrad bestellen. Spätestens dann ist allerdings auch beim Gewicht Schluss mit klassischen 3,5-Tonnen-Führerscheinträumen: Für den 4x4 nennt Megamobil eine zulässige Gesamtmasse von 4.100 Kilogramm. Beim Hecktriebler gibt der deutsche Anbieter 3.880 Kilogramm an.
Zur Basisausstattung gehören unter anderem ein aktiver Brems-, Seitenwind-, Totwinkel- und Spurhalteassistent. Darüber hinaus sind Sitzheizung, drehbare Pilotensitze, Wireless Charging sowie das MBUX-System mit 10,25-Zoll-Touchscreen, Apple CarPlay und Android Auto serienmäßig mit an Bord. Der Lounge 700 Max ist also nicht nur zum gemütlichen Sitzen, sondern auch für lange Etappen geeignet.
Auch beim Aufbau betreibt Megamobil einigen Aufwand. So werden Wände sowie Schiebe- und Hecktüren mit 25 Millimetern Kaiflex isoliert und der Boden mit 35 Millimetern XPS. Für Wärme sorgt serienmäßig eine Truma Combi 4 E. Die Frisch- und Abwassertanks fassen jeweils 80 Liter, wobei der Abwassertank beim 4x4 auf 40 Liter schrumpft.
Wer länger unabhängig stehen möchte, kann die Energieversorgung weiter aufrüsten. Megamobil bietet unter anderem Lithium-Batterien, Solaranlagen und Wechselrichter an. Das sogenannte "Autonomy Pack" kombiniert zwei 150-Ah-Lithiumbatterien mit einer Solaranlage und einem 2.000-Watt-Wechselrichter. Optional sind außerdem eine Truma 6 DE und eine Fußbodenheizung erhältlich.
Ganz günstig wird das Wohnzimmer auf Rädern erwartungsgemäß nicht. Megamobil nennt für den Lounge 700 Max aktuell einen Grundpreis von 115.809 Euro. Dafür sind der 190-PS-Sprinter und die 9G-Tronic bereits an Bord. Mit Allrad, Autarkie-Paketen und weiteren Extras dürfte sich die Summe allerdings noch ein gutes Stück nach oben bewegen. Der Lounge ist damit kein Schnäppchen, aber immerhin eines, bei dem die Grundidee nicht im Prospekt stecken bleibt.
Der Lounge 700 Max zeigt vor allem, wie unterschiedlich sich knapp sieben Meter Kastenwagen nutzen lassen. Wer lieber Einzelbetten mit variabler Garage darunter möchte, findet im Pössl Summit Shine 640 R Evo etwa eine ganz andere Interpretation des Hubbetts. Und der Rocket One L geht mit Längsbetten, viel Stauraum und dem bewussten Verzicht auf ein klassisches Bad nochmals einen anderen Weg.
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