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VW Grand California wird endlich autarker: Neues Solarpaket kommt
Solaranlage und Lithium-Batterien machen den großen VW-Camper deutlich unabhängiger

Bild von: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Fabian Grass 
Von: Fabian Grass
10. Jul. um 18:13 Uhr
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Wer mit dem Grand California lieber am Fjord, am See oder irgendwo am Ende einer Schotterpiste steht als auf dem Campingplatz zwischen Stromsäulen und Sanitärgebäude, dürfte sich über diese Neuerung freuen. Volkswagen Nutzfahrzeuge spendiert seinem größten Reisemobil ein neues Autarkiepaket, das Solaranlage und moderne Lithium-Technik kombiniert.
Ganz neu ist das Thema natürlich nicht. Viele Reisemobil-Hersteller setzen längst auf Solarmodule und moderne Lithium-Batterien. Beim Grand California fiel die Energieversorgung dagegen bislang vergleichsweise konservativ aus. Genau hier setzt Volkswagen nun auch endlich an.
Bildergalerie: VW Grand California (2026) mit Autarkie-Paket

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Quelle: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Herzstück des neuen Pakets sind zwei 40-Ah-LiFePO₄-Batterien sowie eine fest installierte Solaranlage. Interessant dabei: Die Lösung fällt je nach Modell unterschiedlich aus. Beim Grand California 600 sitzt das Solarpanel sichtbar vorne auf dem charakteristischen GFK-Hochdach.
Der größere Grand California 680 trägt sein Modul dagegen auf dem serienmäßigen Superhochdach aus Stahlblech. Auch die Leistung unterscheidet sich. Während der 600er mit 104 Watt Peak arbeitet, stehen beim 680er 174 Watt Peak zur Verfügung.

Bilder von: Volkswagen Nutzfahrzeuge

Bilder von: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Technisch fällt der Fortschritt größer aus, als die nackten Zahlen zunächst vermuten lassen. VW ersetzt die klassische AGM-Technik durch moderne Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Die tatsächlich nutzbare Kapazität wächst dadurch von bislang 46 Ah auf rund 64 Ah. Das entspricht einem Plus von fast 40 Prozent. Hinzu kommen höhere Lade- und Entladeströme, kürzere Ladezeiten und eine deutlich höhere Zyklenfestigkeit.
Im Zusammenspiel mit der Solaranlage entsteht daraus ein deutlich schlüssigeres Autarkiekonzept. Während der Fahrt oder auf dem Stellplatz wird Strom über Photovoltaik erzeugt, im ECO-Modus priorisiert das Fahrzeug sogar die Solarenergie. Wer mehrere Tage frei stehen möchte, bekommt damit spürbar mehr Reserven als bisher.

Beim Grand California 600 sitzt das 104-Watt-Solarmodul an der Front des GFK-Hochdachs

VW Grand California 600

VW Grand California 600
Bilder von: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Bilder von: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Preislich bleibt das Upgrade überschaubar. Die beiden LiFePO₄-Batterien kosten 833 Euro. Das komplette Autarkiepaket mit Solaranlage schlägt beim Grand California 600 mit 1.719,55 Euro zu Buche, beim Grand California 680 werden 2.326,45 Euro fällig. Wer sich bereits auf das neue Sondermodell Grand California Dune eingeschossen hat, kann ebenfalls zugreifen. Auch dort ist das Autarkiepaket verfügbar.
Die beiden Grand-California-Varianten bleiben dabei ihren bekannten Rollen treu. Der sechs Meter lange Grand California 600 setzt auf ein Querbett im Heck und bietet optional zusätzliche Schlafplätze im Dachbereich. Der 6,80 Meter lange Grand California 680 kombiniert seine größere Karosserie mit einem komfortablen Längsdoppelbett im Heck. Dass der längere 680er trotz seiner Größe sogar etwas flacher baut als der 600er, gehört dabei zu den eher kuriosen Eigenheiten.

VW Grand California 680

VW Grand California 680

Der Grand California 680 trägt sein 174-Watt-Solarmodul auf dem Dach
Bilder von: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Bilder von: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Ganz allein steht Volkswagen mit der neuen Lösung allerdings nicht da.Besonders der Westfalia Sven Hedin gilt seit Jahren als eine der konsequentesten Werkslösungen für autarkes Reisen. Je nach Ausführung sind dort Solarmodule mit bis zu 250 Watt Peak sowie Lithium-Batterien direkt ab Werk erhältlich. In der "50 Jahre Edition" gehören sogar zwei 100-Ah-Lithiumbatterien und ein 120-Watt-Solarmodul bereits zur Ausstattung.
Noch offensiver geht Hobby vor. Der Ontour Van Solaris bringt serienmäßig eine 260-Watt-Solaranlage, einen Solarladeregler und eine 100-Ah-Lithiumbatterie mit. Mit einem Einstiegspreis von 64.690 Euro gehört er gleichzeitig zu den günstigsten Komplettlösungen am Markt.

Hobby Ontour Van Solaris 600FT
Bild von: Hobby

Westfalia Sven Hedin 50 Jahre Edition
Bild von: Westfalia
Auch der Freedo M 599 auf MAN-TGE-Basis spielt inzwischen in dieser Liga mit. Der kompakte Sechs-Meter-Camper aus Polen kann mit Solaranlage, Lithium-Batterien, Wechselrichter und weiteren Offgrid-Komponenten ausgestattet werden.
Ähnlich sieht es bei Sunlight und Carado aus. Der Sunlight IBEX sowie der technisch eng verwandte Carado CV595 X-Edition setzen zwar nicht serienmäßig auf Solarstrom, werden von vielen Händlern aber direkt mit Solaranlage, Lithium-Batterie und Wechselrichter angeboten. Gerade bei Fahrzeugen mit Allradantrieb und Offroad-Ambitionen gehört eine gewisse Unabhängigkeit von externer Infrastruktur inzwischen fast schon zum Pflichtprogramm.

Carado CV595 X-Edition
Bild von: Motor1.com Deutschland

Sunlight IBEX
Bild von: Motor1.com

Freedo M 599
Bild von: Affinity RV
Natürlich ist das alles keine Revolution. Für den Grand California ist das neue Paket trotzdem eine der sinnvollsten Neuerungen der vergangenen Jahre. Denn während Infotainment, Assistenzsysteme und Interieur zuletzt regelmäßig modernisiert wurden, blieb die Energieversorgung überraschend konservativ.
Das ändert sich nun. Mit Solaranlage auf dem Dach, moderner LiFePO₄-Technik und fast 40 Prozent mehr nutzbarer Batteriekapazität wird der große VW deutlich besser auf das vorbereitet, wofür ihn viele Besitzer nutzen: mehrere Tage frei stehen, ohne ständig an die nächste Stromquelle denken zu müssen. Mehr Reichweite gibt es eben nicht nur auf der Straße, sondern auch auf dem Stellplatz.
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