Modulares Leichtfahrzeug mit Tauschbatterien soll ab 2022 in Itzehoe gebaut werden

Electric Brands tut den nächsten Schritt bei der Realisierung seines modularen Elektro-Leichtfahrzeugs und stellte am 7. Juli 2021 einen so genannten Fullrunner vor, das heißt, einen Prototypen, der alle Features des Serienfahrzeugs hat. Bisher gab es von dem Fahrzeug nur Renderings, doch nun fuhr es bei der Online-Präsentation (siehe Video) live auf die Bühne.

Das Fahrzeug heißt nun nicht mehr eBussy, sondern XBus. Man habe neue Elemente integriert, die den alten (auf uns etwas kindlich wirkenden) Namen nicht mehr passend erscheinen ließen, so Electric Brands. Optisch erinnert der XBus ein wenig an den alten VW Bulli der T2-Baureihe, ist aber kleiner und im Dachbereich kantiger.

Die zweite Neuheit ist, dass nun ein Produktionswerk gefunden wurde. Gebaut werden soll das Auto am neuen Sitz von Electric Brands in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Dort wird man freie Kapazitäten im bestehenden Werk der Familie Tiedje nutzen, hieß es bei dem Event. Die Batteriezellen werden in Deutschland von der Firma UniverCell gebaut; dort soll auch das Batterierecycling stattfinden. 

Der XBus ist ein Elektro-Leichtfahrzeug der Klasse L7e. Diese Klasse sei "der perfekte Match" zum Elektroantrieb, weil hier besonders verantwortlich mit den Ressourcen umgegangen werde. Hier seien zudem weniger Vorschriften zu erfüllen als bei normalen Elektroautos, und man müsse nicht gegen die etablierten Autohersteller antreten.

Die Klasse L7e ist auf Gewichte bis 450 Kilo (600 Kilo für den Gütertransport) ohne Batterie beschränkt. Die Crashsicherheitsvorschriften sind weniger streng als bei normalen Autos. In dieser Klasse treten zum Beispiel auch der Citroën Ami, der Microlino oder der Renault Twizy an.

Bildergalerie: Electric Brands eBussy (2021)

Angetrieben wird der XBus durch vier radintegrierte Elektromotoren von Schaeffler, die für einen geringen Stromverbrauch sorgen sollen. Zudem hat das Fahrzeug integrierte Solarmodule, um die Reichweite zu erhöhen. 

Eine weitere Besonderheit ist, dass es zahlreiche Module gibt, mit denen der XBus zum Beispiel vom Pick-up in einen Camping-Bus umgebaut werden kann. So kann das Auto zum Beispiel von Handwerkern unter der Woche als Arbeitstier genutzt werden und am Wochenende als Camping-Fahrzeug.

Auf der Website werden neun Varianten genannt. Alle Varianten haben serienmäßig einen 10-kWh-Akku und eine Reichweite von 200 km. Optional sind bis zu 30 kWh und 600 km möglich. Serienmäßig haben alle Versionen Allradantrieb, ein Solardach, ein Soundsystem und eine Rekuperation. Dieselben neun Versionen gibt es auch noch mit Offroad-Optik und geländetauglichem Fahrgestell.

  Aufbau Preis Preis Offroad-Version
Bus Fond-Kabine und Kofferraum-Modul 21.560 Euro 23.760 Euro
Pritsche mit Kippfunktion Mittelmodul-Kipper 1, Pritschen-Modul 2 und Seitenklappen 2 24.530 Euro 26.730 Euro
Kasten Mittel-Modul 1und Koffermodul 1 20.020 Euro 22.220 Euro
Transporter Transporter-Modul und Kofferraum-Modul 21.560 Euro 23.760 Euro
Kombi Pick-up Fond-Kabine und Pick-Up-Klappen 2 20.350 Euro 22.550 Euro
Pick-up Fond-Kabine und Pick-Up-Klappen 2 18.260 Euro 20.460 Euro
Cabrio Pick-up Mittel-Modul 1 und Pick-Up-Klappen 2 22.880 Euro 25.080 Euro
Camper Camping-Modul I + II, Liegefläche 210x130 cm, Kühlschrank, TV, Kochfeld, Frischwasser-Tank und Spüle 29.480 Euro 31.680 Euro
Basis Mittel-Modul 1 17.380 Euro 19.580 Euro

Produktionsstart soll Mitte 2022 sein. Noch ausführliche Informationen zum XBus finden Sie auf InsideEVs.de, unserer Schwesterseite rund um das Thema Elektromobilität.

Bildergalerie: Electric Brands XBus (2022)