Der beliebte Kleinwagen spielt eine neue Runde Mini-Golf

Die Tatsache, dass der VW Polo ein größeres Facelift erhält, wird unsere treuen Leser nicht überraschen. Bereits seit geraumer Zeit tauchten Erlkönige auf und VW hatte sogar selbst die Neuigkeit per Teaser angekündigt. Nun ist es also so weit: Wir dürfen Ihnen den "neuen" Polo in allen Facetten vorstellen. 

Der beliebte Kleinwagen (seit 1975 wurden gut 18 Millionen Polo global verkauft) folgt der bekannten Linie, eine Art "Mini-Golf" zu sein. Und so bekommt er an Front und Heck eine geänderte Optik im Stil des Golf 8. Auffällig sind der (optionale) LED-Leuchtstreifen entlang der Frontpartie und die sich nun in die Heckklappe streckenden Rückleuchten plus mittigem Modellnamen. Alle Polo haben künftig übrigens LED-Scheinwerfer und LED-Heckleuchten serienmäßig. 

[16:03] Daniel Hohmeyer

Besonders markant sind zudem die optionalen und neuen LED-Matrix-Scheinwerfer. In diesem Fall bilden die LED-Doppelscheinwerfer zusammen mit dem LED-Tagfahrlicht eine ganz eigene Lichtsignatur. Der neue Polo schlägt hier eine stilistische Brücke zu den ID.-Modellen sowie zum neuen Golf und Arteon – sie waren die ersten Volkswagen mit einer LED-Querspange in der Frontpartie.

Die Topversion der LED-Rückleuchten kennzeichnet technisch zudem eine animierte Blinkfunktion (wischender Effekt) und eine Umschaltfunktion der LEDs beim Bremsen ("Klick-Klack-Effekt").

Die neue Evolutionsstufe des Polo ist 4.053 mm lang. Zwischen den neu designten Front- und Heckstoßfängern spannt sich ein großer Radstand von 2.564 mm. Dieses Maß verkürzt die Überhänge und lässt den Wagen kraftvoll und sportlich wirken. Breit ist der Polo 1.751 mm; in der Höhe misst er 1.446 mm. Fazit: Die Abmessungen bleiben gleich.

Volkswagen Polo Style (2021)
Volkswagen Polo Style (2021)

Innen ist künftig stets das "Digital Cockpit" mit einem 8,0-Zoll-Screen serienmäßig (siehe Video). Der Polo Style (auf die Ausstattungen kommen wir noch zu sprechen) hat zudem serienmäßig das "Digital Cockpit Pro" mit einem 10,25 Zoll großen Cockpit an Bord. Über die "View-Taste" in der rechten Spange des neuen Multifunktionslenkrades kann der Polo Fahrer einfach und schnell zwischen den drei Grundlayouts des "Digital Cockpit" wechseln.

Schon hier zeigt sich eine Parallele zum VW Golf 8, doch es wird noch besser (oder schlimmer, je nach persönlichem Standpunkt): Alle wesentlichen Module – bis auf die Klimatisierung – sind in der oberen Querspange der Schalttafel integriert. Diese Querspange wird bis in die vorderen Türen fortgesetzt und ist je nach Ausstattung mit Dekoren in unterschiedlichen Lackierungen verkleidet; drei davon sind neu.

Mittig in einer hochglanzschwarzen Insel angeordnet ist der Screen des Infotainmentsystems. Der einzige zusätzliche Taster in diesem Bereich ist der Warnblinkschalter. Nach links geht die hochglanzschwarze Bedieninsel in die Ebene der Instrumente über. In Verbindung mit den digitalen Instrumenten und dem Infotainment entsteht eine durchgängige digitale Cockpitlandschaft. Hier der direkte Vergleich: Links 2021, rechts 2017 mit optionalem Digitalcockpit.

Volkswagen Polo Style (2021)
Volkswagen Polo (2017) mit optionalem Digitalcockpit

In der nächst tiefer angeordneten Ebene folgen mittig die Klimafunktionen. Sie werden wie im Golf per Touch-Slider bedient. Immerhin: Auf das Touch-Bedienfeld fürs Licht aus dem Golf verzichtet der Polo zugunsten eines klassischen Drehschalters.

Als Novum seiner Klasse kann der neue Polo auf Wunsch mit dem "IQ.DRIVE Travel Assist" bestellt werden. Dabei verschmelzen unter anderem das neue prädiktive "ACC" (Abstands-Regeltempomat) und der Spurhalteassistent zu einem neuen Assistenzsystem und ermöglichen so das teilautomatisierte Fahren bis 210 km/h. In diesem Fall ist das neue und serienmäßige Multifunktionslenkrad mit kapazitiven Flächen ausgestattet; sie registrieren, dass der Fahrer mit seinen Händen das Lenkrad berührt. Das ist in der Stufe 2 des automatisierten Fahrens in der EU vorgeschrieben.

Serienmäßig ist übrigens jeder Polo mit Assistenzsystemen wie dem Umfeldbeobachtungssystem "Front Assist" inklusive City-Notbremsfunktion und nun auch mit dem Spurhalte-Assistenten ausgestattet. 

Wie beim jüngst gelifteten Seat Ibiza (und wohl auch dem ganz neuen Skoda Fabia, der im Mai vorgestellt wird) gibt es auch im VW Polo keine Mildhybrid-Benziner. Der Diesel entfiel bereits im August 2020. Übrig geblieben sind fünf Ottomotoren: Die zur Markteinführung erhältlichen Benziner entwickeln 59 kW (80 PS), 70 kW (95 PS) und 81 kW (110 PS). Den 70-kW-Motor wird es optional mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) geben, den 81-kW-Motor serienmäßig.

Volkswagen Polo R-Line (2021)
Volkswagen Polo GTI (2017)

Darüber hinaus wird es den Polo wieder als 1.0 TGI mit einem monovalenten Erdgas-/Benzinantrieb geben. Der 1.0 TGI leistet 66 kW (90 PS). Alle Motoren zur Markteinführung sind Dreizylinder mit 999 ccm Hubraum; ab 70 kW sind sie mit einem Turbolader ausgerüstet.

Neu konzipiert und konfiguriert wurden die Ausstattungslinien. Bislang gab es den Polo in den Versionen Trendline (Grundmodell), Comfortline (mittleres Niveau) und Highline (Topversion). Das alles hat Volkswagen neu sortiert, übersichtlicher gestaltetet und die ohnehin von den meisten Käufern favorisierten Umfänge serienmäßig integriert.

Es ist nun ähnlich wie beim Golf: Fortan startet der Konfigurator mit der Version "Polo", weiter geht es mit "Life", "Style" und "R-Line". Der Vorverkauf dieser Versionen beginnt noch in diesem Frühjahr, bei den Händlern stehen sie ab Ende September 2021. Darüber hinaus wird es den Polo wieder als GTI geben, dann mit 207 PS Leistung. Seine Weltpremiere hat VW auf den Sommer terminiert.

Volkswagen Polo R-Line (2021)
Volkswagen Polo R-Line (2021)

Der Basis-Polo startet wie skizziert zusätzlich mit LED-Scheinwerfern, LED-Rückleuchten, dem neuen Multifunktionslenkrad, digitalem Cockpit und "Lane Assist". Neu ist zudem der Center-Airbag. Er befindet sich auf der Fahrerseite seitlich in der Rücksitzlehne; der Center-Airbag öffnet sich im Fall der Fälle zur Mitte hin und schützt Fahrer- und Beifahrer so bei einem Crash davor, aneinanderzustoßen und sich dadurch zu verletzten. 

Jetzt ebenfalls generell serienmäßig: die Klimaanlage, das Audiosystem "Composition Media" mit 6,5-Zoll-Monitor, eine Bluetooth-Telefonschnittstelle sowie die elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel, rundum elektrische Fensterheber, Türgriffe und Außenspiegelkappen in Wagenfarbe sowie die hochwertigste Stufe der Instrumententafel (geschäumt) plus das dunkle Interieur-Dekor "Licorice Black". Los geht es laut VW bei unter 16.000 Euro, bislang sind es 15.730 Euro, aber mit deutlich weniger Ausstattung.

In der nächsten Stufe folgt die Ausstattungsversion „Life“. Hier sind zusätzliche Features wie 15- statt 14-Zoll-Räder, "App-Connect", eine Mittelarmlehne inklusive zusätzlicher USB-C-Schnittstelle mittig im Fond und Leder für Lenkrad und Schaltknauf serienmäßig. Im Zusammenspiel mit "Style" (der lilafarbene Wagen auf unseren Bildern) rücken optisch elegante Features in den Vordergrund, während in der Version "R-Line" (der blaue Polo) klar die Sportlichkeit im Mittelpunkt steht.

Volkswagen Polo R-Line (2021)
Volkswagen Polo R-Line (2017)

Zum erweiterten Ausstattungsumfang des Polo Style gehören unter anderem die LED-Matrix-Scheinwerfer. Zu den weiteren Exterieur-Merkmalen des Polo Style gehören eine individualisierte Frontpartie mit Querspangen in Chromoptik, LED-Nebelscheinwerfern und 15-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Zum erweiterten Funktionsumfang gehört zudem die Einparkhilfe in der Front- und Heckpartie. Innen sind zusätzliche Details wie das 10,25 Zoll große Digital-Cockpit, eine Ambientebeleuchtung und das 8-Zoll-Infotainmentsystem inklusive "App-Connect Wireless" an Bord. Es bietet die Möglichkeit, die Navigationsfunktion als "Function on demand" nachzurüsten. 

Mit einem individualisierten Exterieur unterstreicht der neue Polo R-Line auf den ersten Blick seine sportliche Positionierung. Die Stoßfänger unterscheiden sich von den Pendants aller anderen Polo Versionen durch ihr markantes R-Design. Vorn im Stoßfänger sind es die hochglänzenden schwarzen Quer- und Längsstreben der Kühlöffnungen und deren Einfassung, die eine eigenständige und charismatische Dynamik vermitteln. Auch hier sind die LED-Matrix-Scheinwerfer und LED-Nebelscheinwerfer bereits serienmäßig dabei.

Die Heckpartie differenziert sich im unteren Bereich über einen ebenfalls hochglänzend schwarzen Diffusor mit integrierten Abgasblenden in Chromoptik von den anderen Ausstattungsversionen. Serienmäßig geht der Polo R-Line zudem mit den 16-Zoll-Leichtmetallfelgen an den Start. 

Der neue Polo startet in acht Farben. Die Uni-Töne sind "Ascot Grey" (neu) und "Pure White". Erwähnenswert sind die Metallic-Lacke "Reef Blue" und das "Vibrant Violet", die Sie auf unseren Bildern sehen können. Darüber hinaus können die Karosseriefarben Rot, Weiß, Silber und Blau mit einem schwarzen Dach kombiniert werden (Roof Pack).

Zu den Optionen zählen ein großes Panorama-Ausstell-/Schiebedach, bis zu 17 Zoll große Leichtmetallräder, eine Anhängerkupplung, das schlüssellose Schließ- und Startsystem "Keyless Access", eine Sprachbedienung, abgedunkelte Scheiben im Fond und ein Sportpaket (für Style und R-Line) inklusive Sportfahrwerk (Karosserie um 15 mm tiefergelegt) mit elektronischer Differenzialsperre (XDS) und einer Fahrprofilauswahl.

Bildergalerie: Volkswagen Polo (2021)