Video zeigt: Auch ohne V8 ist der neue S500 keineswegs langsam

Als Mercedes 2017 die S-Klasse mit dem Baureihencode W222 aktualisierte, verlor der S500 seinen V8 und bekam stattdessen einen neu entwickelten Reihensechszylinder mit Mildhybrid-Technik. Der diesen Dezember eingeführte Nachfolger (W223) folgt demselben Rezept und zeigt damit, wie Downsizing und Elektrifizierung in der Welt immer strengerer Emissionsvorschriften Hand in Hand gehen. 

Doch keine Sorge: Der neue S500 hat viel Power. Die Leute von AutoTopNL haben einen W223 in die Hände bekommen und auf einem Abschnitt der deutschen Autobahn ohne Tempolimit das Gaspedal voll durchgetreten. Das Video zeigt, wie es ihnen ergangen ist.

Dass es sich um ein Auto der Oberklasse handelt, erkennt man auch ohne Blick auf Typenschriftzug und das schicke Interieur – einfach daran, wie leise es wird, sobald man die Tür schließt. Hinzu kommen die seidenweichen Gangwechsel der Neungang-Automatik, und auch der vom Motor gelieferte Soundtrack ist für einen Sechszylinder nicht schlecht. 

Der S500 wird ein bisschen lauter, wenn sich die virtuelle Nadel des digitalen Tachometers der 250-km/h-Marke nähert. Aber auch bei diesem Tempo ist man mit der S-Klasse offenbar noch sehr entspannt unterwegs.

Wer mehr Schwung braucht, muss auf die AMG-Versionen warten, aber der S65 mit V12-Motor kommt nicht zurück. Denn nur die Maybach S-Klasse wird weiterhin mit dem 6,0-Liter-Giganten mit zwei Turboladern vorfahren. Stattdessen soll es angeblich einen elektrifizierten S73e mit einer Leistung von 800 PS geben. Das wären etwa 100 Pferde mehr als der kommende S63e haben wird.

2021 Mercedes-Benz S-Klasse Innenraum

So schön das Interieur der neuen S-Klasse im Video auch aussieht, die glänzenden schwarzen Oberflächen sind wahrscheinlich anfällig für Kratzer und Schrammen. Mit zunehmendem Alter werden sie wohl nicht mehr so schick aussehen. Außerdem spiegeln sich die mittleren Lüftungsschlitze in der Windschutzscheibe, was für Feingeister ein Problem darstellen könnte. Dies sind jedoch Kleinigkeiten. Im Ganzen hat die neue S-Klasse die Messlatte in Sachen technischem Anspruch noch einmal höher gelegt.

Der W223 fährt sich offenbar gut; er ist die Art von Auto, in dem man gern chauffiert wird, aber auch gern selbst fährt. Es ist ein bisschen traurig, dass es bei der neuen Generation kein Coupé und kein Cabrio geben wird. Aber der Silberstreifen am Horizont ist das kommende AMG GT Coupé und der SL Roadster. Sie dürften die Lücke füllen, die nach dem Ende der zweitürigen S-Klasse-Versionen entsteht.

Bildergalerie: Mercedes S-Klasse (2021)