Er mag aussehen wie ein normaler S-Benz, aber es gibt Hinweise, dass er ein bisschen mehr kann

In den letzten Monaten wurden wir mit Erlkönigbildern der kommenden Mercedes S-Klasse förmlich überflutet. Das gilt sowohl für die herkömmliche als auch für die Maybach-Variante. Nun zeigen wir Ihnen erneut einen Prototypen des W223. Der hier ist allerdings ein bisschen spezieller als die anderen. 

Auf den ersten Blick mag er aussehen wie ein ganz normaler S-Benz, aber wenn Sie etwas genauer auf die Windschutzscheibe schauen, erkennen Sie, wie dick selbige ist. Das gleiche lässt sich auch über die Seitenscheiben sagen, was uns vermuten lässt, dass es sich hier um die gepanzerte Guard-Variante handelt.

Ein weiteres Indiz dafür, dass wir es hier mit der verstärkten Version zu tun haben, entdeckt man beim Blick auf die Pneus. Hier sind Michelin PAX Run-Flat-Reifen verbaut, die gleichen, die man serienmäßig auch auf der letzten S-Klasse Guard findet (sogar die Felgen sind die gleichen wie beim W222). Dort gibt es zusätzlich ein Monitoring-System für den Reifendruck. Zudem kann das Auto noch bis zu 30 Kilometer weit fahren, selbst wenn die Reifen beschädigt sind. 

Hier fährt also ziemlich sicher die neue S-Klasse für Politiker, Mitglieder von Königsfamilien, Stars und andere VIPs, die ein größeres Level an Schutz benötigen, wenn sie unterwegs sind. Vermutlich wird auch die neue Version eine Polycarbonat-Beschichtung an der Innenseite der Scheiben haben, um vor möglichen Splittern zu schützen.

Als der alte S 600 Guard im Jahr 2014 debütierte, war er das erste Auto, das nach der höchsten ballistischen Schutzstufe VR9 zertifiziert war, die laut Mercedes "effektiven Schutz vor der Gefahr durch Terror-Angriffe" bietet. Laut den Stuttgartern bietet ein VR9-Auto "eine Panzerung, die dafür gemacht ist, Gewehrfeuer von militärischen Waffen standzuhalten, das beinahe die doppelte Geschwindigkeit von Kugeln aus Pistolen hat. Es bietet auch Schutz vor Handgranaten-Splittern und Sprengladungen."

Im Jahr 2016 folgte der Maybach S 600 Guard als weltweit erstes Auto mit Schutzstufe VR10. Dafür durfte man dann aber auch satte 470.000 Euro auf den Tisch legen. Mindestens. Es geht aber auch noch teurer. Mit dem extra langen Pullman Guard, der von Mercedes und Tuner Brabus entwickelt wurde und ab 1,4 Millionen Euro zu haben ist.

Da hier wesentlich mehr Gewicht herumgeschleppt wird als in einer normalen S-Klasse, ist davon auszugehen, dass der nächste Guard mit den stärksten Motoren kommen wird, die man im neuen W223 kriegen wird. AMG hat bereits verkündet, dass man keinen S 65 mehr anbieten wird. Allerdings wurde bereits bestätigt, dass es auch in der nächsten S-Klasse-Generation wieder einen V12 geben wird. Die nun auslaufende Version der gepanzerten Limousine wird als S 600 mit einem 6,0-Liter-Biturbo-V12 verkauft.

Mercedes entwickelt gepanzerte Fahrzeuge bereits seit den späten 1920er-Jahren. Damals brachte man eine Pullman-Version des "Nürburg" 460 (W08). In den 1930ern folgten der 770 (W07)"Großer Mercedes", der 500 (W08) sowie der 770 (W150).

 

Bildergalerie: Mercedes S-Klasse Guard (2021) Erlkönigbilder