Gibt es inzwischen einfach zu viele sündteure Hypercars da draußen?

McLaren zeigte seinen Über-Speedster Elva erstmals im November 2019. Für das entspannte Sümmchen von 1.69 Millionen Euro offeriert man damit eine moderne, dach- und scheibenlose Verbeugung vor den M1A-Rennwagen aus den 1960er-Jahren. Der Preis hat sich nicht geändert. Was sich aber sehr wohl geändert hat, ist das Produktionsvolumen. Und zwar um ganze 150 Einheiten. Ursprünglich wollten die Briten 399 Exemplare des offenen Hypercars bauen, jetzt sind es noch 249.

Die Ankündigung wurde von McLaren-Chef Mike Flewitt in einem Interview mit The Australian Financial Review getätigt. Wokings CEO sagte, dass die Entscheidung aufgrund von Kunden-Feedback gefallen sei: "Das Feedback unserer Kunden ist, dass sie denken, dass das Auto exklusiver sein sollte, also haben wir es bei 249 gekappt."

Natürlich muss ein Firmenchef im offiziellen Sprech etwas derartiges von sich geben. Auch wenn es ehrlich gesagt ein wenig fadenscheinig klingt. Es werden sich wohl nicht wenige fragen, ob der Hund nicht ganz woanders begraben liegt. Hat McLaren letztlich einfach keine 399 Menschen gefunden, die fas 1,7 Millionen Euro für ein Auto auf den Tisch legen wollten, dass man aufgrund eines eklatanten Mangels an Dach und ..ähm.. Scheiben quasi nie nutzen kann?

Extrem starke, super spezielle und streng limitierte Sonderserien waren und sind für viele kleinere Hersteller eine enorm wichtige Einnahmequelle. Aber gefühlt gibt es inzwischen einfach zu viele davon. Bugatti, Lamborghini, Pagani und Co. bringen eine millionenschwere Limited Edition nach der anderen. Ferrari hat seine Monza-Speedster, Aston Martin bringt einen exklusiven Speedster. Wer soll so viele Autos kaufen? Noch dazu welche, die einen für einen siebenstelligen Betrag völlig schutzlos der Brutalität der Elemente überlassen?

Vielleicht liegen wir auch vollkommen falsch und McLaren will einfach nur die bisherigen Käufer des Elva ein wenig glücklicher machen. So recht vorstellen können wir es uns aber nicht. Das jüngste Mitglied der Ultimate Series - also dem besten, was McLaren anzubieten hat - leistet 815 PS und ist das bisher leichteste Straßenauto des Herstellers. Ende des Jahres soll mit den Auslieferungen begonnen werden.

Bildergalerie: McLaren Elva