Von null auf 200 km/h ist er schneller als der Senna

Die "Ultimate Series" markiert bei McLaren das Nonplusultra. Modelle wie der P1 und der Senna loten die Grenzen des Sportwagenbaus aus. Jetzt gibt es in dieser starken Familie einen Neuzugang namens Elva. Dahinter verbirgt sich ein offener Zweisitzer, der zugleich das bislang leichteste Straßenfahrzeug der Marke ist.

Nun werden Sie sich vielleicht fragen: Warum gerade Elva? Dieser Name, den sich McLaren jetzt gesichert hat steht für die Anfänge von Bruce McLaren. So gab es in den 1960er-Jahren unter anderem den McLaren-Elva M1A bis M1C. Diese Fahrzeuge wurden als "Kundenversionen" der Gruppe-7-Rennwagen von McLaren produziert. Schon 1955 hatte die kleine Firma Elva mit dem Fahrzeugbau begonnen, bis 1968 fertigte man auch kleine, leichte Sportwagen.

Doch zurück zum neuen McLaren Elva. Um die Intensität des Fahrerlebnisses durch die direkte Verbindung zu den Elementen hervorheben, gibt es keine klare Abgrenzung zwischen dem Äußeren des McLaren Elva und dem Inneren. Die obersten Abschnitte der Carbonfaser-Türen verlaufen in einer Kurve und fließen harmonisch bis in die Kabine. Ergänzend zu diesem einzigartigen Designmerkmal fließen die Höcker hinter Fahrer und Beifahrer auch in die Kabine hinter den Sitzen.

Ein Kohlefaserholm läuft zusätzlich zwischen den Höckern nach unten und verbindet Fahrer- und Beifahrersitz mit einer zentralen Armlehne und umschließt die Motorstarttaste sowie die Bedienelemente für die Funktionen Fahren, Neutral und Rückwärtsgang. Die Sitze selbst sind maßgeschneidert und verfügen über eine neue, leichte Kohlefaser-Schale, die nicht nur den Kopf-, Schulter- und Rückenbereich der Insassen unterstützt, sondern auch nahtlos mit der oberen Form des Cockpits harmoniert.

McLaren Elva (2020)

Der untere Bereich jedes Sitzes ist geringfügig kürzer als ein herkömmlicher McLaren-Sitz, so dass Fahrer oder Beifahrer in dem Fußraum genügend Platz zum Stehen haben, wenn sie wollen, um in das Fahrzeug einzusteigen oder es zu verlassen.

Dazu kommt eine Weltneuheit mit dem Namen Active Air Management System (AAMS). Das System leitet Luft durch die Front des Elva, um bei hoher Geschwindigkeit vor den Insassen aus der vorderen Klappe zu entweichen, bevor es über das Cockpit nach oben geleitet wird, was eine relative Blase der Ruhe erzeugt. Das System besteht aus einem großen zentralen Einlass, der sich über dem Frontsplitter befindet, einer vorderen Klappenauslassöffnung und einem diskreten Carbonfaserwindabweiser, der sich vertikal anhebt und absenkt. Wenn das AAMS aktiv ist, wird der Windabweiser an der Vorderkante des Haubenauslasses eingesetzt, der 150 Millimeter in den Freistrom ragt, um eine Niederdruckzone am Auslass zu schaffen.

Helme können auf Wunsch getragen werden, aber die Form und Skulptur einer oberen Cockpitlinie umschließt Fahrer und Beifahrer, um eine sichere Umgebung zu schaffen. Eine feste Windschutzscheibenvariante des Autos ist für die meisten Märkte auch als werkseitige Option erhältlich.

McLaren Elva (2020)

Der McLaren Elva verfügt serienmäßig nicht über ein Audiosystem (im Einklang mit der Entschlossenheit, das Fahrzeuggewicht zu minimieren), jedoch können die Kunden ohne zusätzliche Kosten ein maßgeschneidertes System mit Lautsprechern spezifizieren, die für Marineanwendungen entwickelt wurden und sich für den Außeneinsatz eignen. Weitere kostenfreie Optionen sind 5-Speichen-Super-Leichtbau-Leichtmetallräder anstelle der serienmäßig montierten 10-Speichen-Ultra-Leichtmetallräder, trackfokussierte Pirelli P Zero Corsa-Reifen anstelle von Pirelli P Zero-Reifen und ein Fahrzeugliftsystem.

Als Antrieb fungiert der aus dem McLaren Senna und Senna GTR bekannte 4,0-Liter-Biturbo-V8, der es im Elva auf 815 PS bringt. Damit beschleunigt der Roadster in weniger als drei Sekunden auf 100 km/h. Und er wird zum veritablen Frisurenzerstörer: Mit 6,7 Sekunden auf Tempo 200 beschleunigt er schneller als der Senna. Für den Soundtrack ist ein Vierfachauspuff aus Inconel und Titan verantwortlich.

Günstig ist der extreme Frischluftspaß allerdings nicht: Der Basispreis für eines der 399 geplanten Fahrzeuge beträgt in Deutschland 1.695.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Wer sich seinen Elva durch McLaren Special Operations (MSO) individualisieren lässt, darf noch einige Euros mehr überweisen. Die Kundenauslieferungen des McLaren Elva sollen gegen Ende 2020 beginnen.

Bildergalerie: McLaren Elva (2020)