1969 mischte Nissan die Sportwagen-Welt auf

Für alle Sportwagenfans ist er Mythos und Meilenstein, so extrem wie das symbolträchtige "Z" als finaler Buchstabe des Alphabets. Tatsächlich sollte der Nissan Z den japanischen Automobilbau ab dem Jahr 1969 zu einem so noch nicht dagewesenen Höhepunkt führen. Ähnlich wie später beim Mazda MX-5 kam der Anstoß aus Amerika: Yutaka Katayama, Präsident von Nissan USA, forderte Mitte der 1960er-Jahre einen Ersatz für die zwar erfolgreichen, aber nicht massentauglichen Fairlady-Roadster.

Katayama verlangte nach einem relativ erschwinglichen Sportwagen, der aber so begehrenswert sein sollte wie die teuersten europäischen PS-Ikonen. Kurz, der neue japanische Racer für amerikanische Highways, europäische Autobahnen und japanische Rundstrecken sollte scheinbar Unmögliches vereinen: Formen, die nicht nur für Fans unwiderstehlich waren, sondern alle Frauen und Männer gleichermaßen begeisterten.

Maximale Fahrleistungen zu minimalen Kosten und ohne Einschränkungen der Alltagstauglichkeit bei der täglichen Fahrt ins Büro waren weitere Vorgaben. Damit unterschied sich das Projekt "Z" deutlich von den amerikanischen Pony-Cars, die auch Familien ins Visier nahmen. Tatsächlich war der zweisitzige Nissan Z ursprünglich vor allem für Nordamerika konzipiert worden, dennoch wurde er schon unter dem ersten Typenlogo 240Z zum Markenbotschafter und Türöffner für alle wichtigen Märkte der Welt.

Die erste Generation "Fairlady Z" S30, auch bekannt als Datsun 240Z oder "Z-Car", wurde im Dezember 1969 eingeführt und eroberte einen großen Markt nicht nur in Japan, sondern auch in Nordamerika und anderen Ländern. Das hübsche Design vermischte (wie von Katayama gefordert) Elemente verschiedener Sportwagen-Legenden aus jener Zeit: Ford Mustang, Jaguar E-Type oder der Porsche 911 seien als Beispiele genannt. In den Abmessungen blieb der 240Z kompakt: 4,11 Meter Länge, 1,63 Meter Breite, nur 1,29 Meter Höhe und ein Radstand von 2,30 Meter.

50 Jahre Datsun 240Z

Unter der langen Motorhaube kam außerhalb Japans ein 2,4-Liter-Sechszylinder mit drei Doppelvergasern und DOHC-Technik zum Einsatz. In Japan dagegen gab es auf Basis des S20 genannten Zweiliter-Sechszylinders das Hochleistungsmodell "Z432" mit 160 PS. Das Aggregat stammte aus der dritten Generation Skyline 2000GT-R (PGC10). "432" stammt aus der Motorkonfiguration des S20 und stand für "4 Ventile, 3 Vergaser und 2 Nockenwellen". Zur Serienausstattung gehörten ein Sperrdifferential und luxuriöse Magnesiumräder. Der Preis betrug 1,85 Millionen Yen und war damit fast doppelt so hoch wie der des Z-Basisfahrzeugs.

Nach dem Sieg bei der harten "East African Safari" 1971 nahm der Datsun 240Z auch an der berühmten Rallye Monte-Carlo teil. 1972 belegten Rauno Aaltonen und Jean Todt den dritten Platz, was Motorsport-Fans auf der ganzen Welt überraschte. Der Grund dafür ist, dass der 240Z auf die Mischung aus Frontmotor und Hinterradantrieb setzte. Diese Kombination wurde von Beobachetern als nachteilig auf Schnee und Eis angesehen, aber das Ergebnis strafte sie Lügen. Als Folge davon begannen immer mehr Fahrer, Z-Car bei heimischen Rallyes zu fahren.

50 Jahre Datsun 240Z

Nach Deutschland brauchte der 240Z etwas länger, auch weil die Nachfrage in den USA so enorm war: Als der 240Z im Jahr 1973 zum umlagerten Showstar in den Schauräumen hiesiger Nissan-Händler avancierte, hatte er bereits Automobilgeschichte geschrieben. Nie zuvor hatte ein schneller zweisitziger Sportwagen eine kontinuierliche Monatsproduktion von über 11.000 Einheiten erreicht; dabei galt schon das ursprünglich von Nissan angepeilte Produktionsziel von monatlich 2.000 Einheiten nach Meinung von Experten als zu optimistisch.

Die Erfolgsformel im Zeichen des Z war so nachhaltig in ihrer Wirkung, dass nicht einmal die Energiekrise von 1973/1974 zu einem entscheidenden Absatzeinbruch führte. Im Gegenteil: Nissan entwickelte das Sportcoupé weiter, passte den kräftigen und sparsamen 2,4-Liter-Sechszylinder-Motor im 240Z allen Abgasvorschriften an und ergänzte das Modellangebot um einen 2+2-Sitzer. Wahlweise konnte nun das via großer Heckklappe zugängliche Gepäckabteil zusätzliche Golfbags oder Reisetaschen aufnehmen.

50 Jahre Datsun 240Z

Als die wenig später nochmals nachgeschärften Samurai unter dem Namen 260Z an den Start gingen, konnte Nissan bereits einen weiteren Verkaufsrekord veröffentlichen: In nur acht Jahren wurden über 542.000 Einheiten des Bestsellers abgesetzt. Der Nissan Z war auf dem Weg zum meistgebauten Sportwagen aller Zeiten.

Von 1969 bis 1978 in Produktion, avancierte das noch unter dem Markennamen Datsun laufende Original zum meistverkauften Sportwagen der Welt. Der 280Z (1979-1983) und der 300ZX (1984-1989) behielten die Proportionen des Baureihen-Gründers bei, boten jedoch mehr Leistung und Ausstattung sowie ein geändertes Fahrwerk. Optisch markierte der 300ZX der 1980er-Jahre die letzte Interpretation des ursprünglichen Design-Entwurfs.

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