Limousine und Combi werden noch geräumiger und digitaler

Was bei VW der Golf ist, ist für Skoda der Octavia: Das wichtigste Modell des Konzerns und somit von immenser Bedeutung. Als "Herz der Marke" und "Volumenträger" bezeichnen die Tschechen selbst den Octavia. Mit mehr als 6,5 Millionen produzierten Einheiten ist der Octavia der meistverkaufte Skoda überhaupt. 60 Jahre nach dem allerersten Octavia zeigt man nun die vierte Generation des modernen Octavia seit 1996. Allzu große Überraschungen bleiben allerdings aus, den technischen Löwenanteil teilt sich die Baureihe mit dem kürzlich vorgestellten VW Golf 8.

Der neue Octavia ist weiter gewachsen, jedoch nicht massiv: Mit einer Länge von 4.689 Millimetern ist die Limousine 19 Millimeter länger geworden, der Combi ist um 22 Millimeter gewachsen; in der Breite hat er um 15 Millimeter zugelegt. Das Volumen des Kofferraums wächst beim Combi um 30 Liter auf jetzt 640 Liter an. Die Limousine fasst 600 Liter, 10 Liter mehr als zuvor. Auffallend sind die neue Frontschürze und die scharf gezeichneten, flacheren neuen Scheinwerfer mit serienmäßiger LED-Technik für Abblend-, Fern- und Tagfahrlicht. Sie ersetzen das umstrittene Vier-Augen-Gesicht des bisherigen Octavia. Auch Rück-, Brems- und Nebelschlussleuchten sind stets in LED-Technologie ausgeführt. Wie der neue Octavia im Vergleich zu seinem Vorgänger wirkt, können Sie hier überprüfen.

Die neu gestaltete, flach aufliegende Dachreling betont die lang gestreckte Silhouette des Octavia Combi, die Limousine wirkt laut Skoda daher wie ein Coupé. Für einen kraftvollen Auftritt sorgen Leichtmetallräder bis zu einer Größe von 19 Zoll für alle Modellvarianten. Neu sind die Lackfarben Crystal-Schwarz, Lava-Blau und Titan-Blau, optional sind ein Chrom-Paket und ein Dynamik-Paket erhältlich.

Skoda Octavia (2020)

Im neu gestalteten Innenraum bietet der Octavia neben weiter gewachsenen Platzverhältnissen ein optisch interessantes Zwei-Speichen-Lenkrad, das gegen Aufpreis beheizbar ist und mit dem sich in der Multifunktionsvariante mittels neuer Bedientasten und Rändelrädchen insgesamt 14 verschiedene Funktionen ausführen lassen. Auf Wunsch ist auch ein Dreispeichen-Multifunktionssportlenkrad erhältlich.

Die ebenfalls neu konzipierte Instrumententafel ist modular in verschiedenen Ebenen und mit einem großen, freistehenden zentralen Display aufgebaut. Chrom-Elemente zieren Mittelkonsole und die neuen Türverkleidungen und -griffe. Für einen besonders hochwertigen Eindruck sollen neue und weiche Materialien sorgen. Optische Highlights setzt die neue LED-Ambientebeleuchtung an den vorderen Türen und der Instrumententafel, die in zehn Farben – auf Wunsch auch unterschiedlich – indirekt beleuchtet werden. Auch abgestimmte Lichtszenarien sind wählbar.

Skoda Octavia (2020)

Erstmals in einem Skoda-Fahrzeug erhältlich sind auf Wunsch besonders rückenfreundliche Ergo-Sitze, die unter anderem eine elektrische Massagefunktion bieten. In der Top-Version sind diese auch belüftbar und tragen das Gütesiegel der „Aktion Gesunder Rücken". Premiere in einem Skoda hat auch das optionale Head-up-Display. Es projiziert die wichtigsten Informationen wie Geschwindigkeit, Navigationshinweise, erkannte Verkehrszeichen oder die aktivierten Fahrerassistenzsysteme direkt auf die – auf Wunsch beheizbare – Windschutzscheibe. Serienmäßig ist die Multifunktionsanzeige „Maxi DOT" mit 16 Farben und einem 4,2 Zoll großen Display. Erstmals ist im Octavia eine Drei-Zonen-Klimaautomatik erhältlich. Beim optionalen schlüssellosen Fahrzeugzugang KESSY lässt sich das Fahrzeug nun an allen vier Türen öffnen. Immer an Bord sind rundum elektrische Fensterheber und eine elektromechanische Parkbremse. Der Skoda Octavia ist neu auch mit akustischen Seitenscheiben vorn erhältlich, die Fahrgeräusche im Innenraum nochmals reduzieren.

Skoda Octavia (2020)

Der neue Octavia nutzt als erster Skoda überhaupt die Shift-by-Wire-Technologie für die Bedienung des DSG, die die Fahrstufenauswahl des Fahrers elektronisch an das Getriebe überträgt. Den DSG-Wählhebel ersetzt ähnlich wie im VW Golf in der Mittelkonsole ein neues Bedienmodul mit einer kleinen Wippe für die Auswahl der Fahrstufen sowie einer Taste für den Parkmodus. Auf Wunsch sind Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer erhältlich, die es ermöglichen, immer mit Fernlicht zu fahren, ohne dass andere Verkehrsteilnehmer dadurch geblendet werden. Verfügbar sind außerdem Voll-LED-Heckleuchten mit illuminierten kristallinen Elementen und dynamischen Blinkern. Erstmals bei Skoda kommen neue Sicherheitssysteme wie Ausweichassistent, Abbiegeassistent, Ausstiegswarner und die Lokale Gefahrenwarnung zum Einsatz.

Neu im Octavia sind das Area-View-System, der Side Assist und der Vorausschauende Adaptive Abstandsassistent, der zusammen mit einer verbesserten Verkehrszeichenerkennung, einem optimierten Spurhalteassistenten, sowie dem Stauassistenten und dem Emergency Assist den umfassenden Travel Assist bildet. Dabei prüft das System auch mit einer Handerkennung, ob der Fahrer regelmäßig das Lenkrad berührt. Bis zu neun Airbags, darunter ein Fahrer-Knieairbag und hintere Seitenairbags, schützen die Passagiere bei einem Aufprall.

Skoda Octavia (2020)

Die Antriebe der vierten Octavia-Generation sind weitestgehend vom VW Golf 8 bekannt. Einziger Unterschied: Es gibt etwas weniger Mildhybride und nur einen Plug-in-Hybrid in Gestalt des Octavia iV. Die Dieselaggregate stammen aus der neuen EVO-Generation und emittieren bis zu 80 Prozent weniger Stickoxide. Das Leistungsspektrum der breiten Antriebspalette reicht von 110 PS bis zu den 204 PS Systemleistung des Octavia iV. Erhalten bleibt der Octavia G-TEC mit Erdgasantrieb (CNG), der mit 17,7 Kilogramm Erdgas in drei Tanks eine Reichweite von bis zu 523 Kilometern im CNG-Modus bietet. Das Kofferraumvolumen sinkt hier jedoch auf 455 Liter (Limousine) und 495 Liter (Combi).

Sehen wir uns die Antriebspalette des neuen Skoda Octavia in der Übersicht an. Die Werte für den Combi stehen bei der Höchstgeschwindigkeit und der Beschleunigung in Klammern:

Motor Getriebe Leistung Drehmoment Höchstgeschwindigkeit Beschleunigung
1.0 TSI Evo 6-Gang manuell 81 kW (110 PS) 200 Nm 207 (203) km/h 10,6 Sek.
1.5 TSI Evo 6-Gang manuell 110 kW (150 PS) 250 Nm 230 (224) km/h 8,2 (8,3) Sek.
2.0 TSI 4x4 7-Gang-DSG 140 kW (190 PS) 320 Nm 232 (234) km/h 6,9 Sek.
2.0 TDI 6-Gang manuell 85 kW (116 PS) 300 Nm 211 (205) km/h 10,3 (10,4) Sek.
2.0 TDI 7-Gang-DSG 85 kW (116 PS) 250 Nm 209 (205) km/h 10,8 Sek.
2.0 TDI 6-Gang manuell 110 kW (150 PS) 340 Nm 228 (224) km/h 8,9 Sek.
2.0 TDI 7-Gang-DSG 110 kW (150 PS) 340 Nm 227 (222) km/h 8,7 (8,8) Sek.
2.0 TDI 4x4 7-Gang-DSG 110 kW (150 PS) 360 Nm 217 (216) km/h 8,8 Sek.
2.0 TDI 4x4 7-Gang-DSG 147 kW (200 PS) 400 Nm 235 (236) km/h 7,1 Sek.
1.5 TSI G-Tec 6-Gang manuell 96 kW (130 PS) 200 Nm 216 (213) km/h 10,0 Sek.
1.5 TSI G-Tec 7-Gang-DSG 96 kW (130 PS) 200 Nm 215 (212) km/h 9,9 Sek.
1.0 TSI Evo e-Tec 7-Gang-DSG 81 kW (110 PS) 200 Nm 206 (201) km/h 10,6 Sek.
1.5 TSI Evo e-Tec 7-Gang-DSG 110 KW (150 PS) 250 Nm 228 (225) km/h 8,4 Sek.
1.4 TSI iV 6-Gang-DSG 150 kW (204 PS) 350 Nm 220 km/h 7,9 Sek.
Skoda Octavia (2020)

Im Octavia iV entwickeln ein 1,4-TSI-Benzinmotor und ein Elektromotor eine Systemleistung von 150 kW (204 PS). Die Lithium-Ionen-Hochspannungsbatterie verfügt über eine Kapazität von 37 Ah sowie einen Energiegehalt von 13 kWh und ermöglicht eine elektrische Reichweite von bis zu 55 Kilometern im WLTP-Zyklus. Die Benziner 1,0 TSI und 1,5 TSI der neuen Evo-Generation verfügen in Kombination mit dem DSG als e-TEC-Versionen über Mild-Hybrid-Technologie. Mit einem 48-Volt-Riemen-Startergenerator und einer 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie ist es möglich, Bremsenergie zurückzugewinnen, den Verbrennungsmotor mit einem elektrischen Boost zu unterstützen und mit komplett abgeschaltetem Motor zu „segeln". Bei den Evo-Dieselmotoren kommt in der Abgasnachbehandlung das neue "Twindosing"-Verfahren zum Einsatz, bei dem AdBlue gezielt vor den zwei hintereinander angeordneten Katalysatoren eingespritzt wird.

Die auf Wunsch verfügbare adaptive Fahrwerksregelung DCC mit der Fahrprofilauswahl Driving Mode Select bietet erstmals auch innerhalb der verschiedenen Fahrmodi die Option, über Schieberegler einzelne Parameter wie Federung, Dämpfung, Lenkung oder die Schaltcharakteristik des DSG individuell an eigene Vorlieben anzupassen. Neben dem Serienfahrwerk stehen zudem ein um 15 Millimeter tieferes Sportfahrwerk und ein Schlechtwegefahrwerk zur Verfügung. Letzteres erhöht die Bodenfreiheit um 15 Millimeter.

Ähnlich wie im neuen VW Golf regieren auch im nächsten Octavia Bildschirme das Cockpit. Hier sind vier Infotainmentsysteme aus der neuesten Generation des Modularen Infotainment-Baukastens mit Bildschirmdiagonalen von 8,25 bis 10 Zoll erhältlich. Sie lassen sich teilweise per Gesten- oder Sprachsteuerung über die Skoda Digital-Assistentin Laura betätigen. Das Top-Infotainmentsystem Columbus kann erstmals Navigationskarten in einer anderen Zoom-Auflösung anzeigen als das weiter verbesserte, noch nutzerfreundlichere und 10,25 Zoll große Virtual Cockpit. Diese neue Funktion lässt sich wie beim Golf 8 über einen innovativen Touch-Schieberegler unterhalb des Displays einstellen, der auch die Lautstärke regelt.

Skoda Octavia (2020)

Über eine integrierte eSIM ist der Octavia immer online und kann so immer auf die neusten Mobilen Online-Dienste von Skoda Connect zugreifen. Dazu zählen unter anderem der in der EU obligatorische eCall, ein umfangreicher Fahrzeugfernzugriff und online gestützte Infotainment-Anwendungen. Zum Aufladen oder Verbinden von Mediengeräten und USB-Sticks stehen bis zu fünf USB-C-Anschlüsse zur Verfügung, einer davon optional an der Dachkonsole oberhalb des Rückspiegels. Smartphones lassen sich außerdem induktiv über die auf Wunsch verfügbare Phone Box laden, perfekten Sound ermöglichen der akustisch optimierte Innenraum und das optionale neue Canton-Soundsystem.

Natürlich sind bei einem Skoda die sogannten „Simply Clever"-Features stets Pflicht. Neu ist der Komforteinfüllstutzen, der bei Dieselfahrzeugen das Nachtanken von AdBlue auch mit LKW-Zapfpistolen ermöglicht. Ebenfalls eine Skoda-Premiere sind im Fond zwei Ablagetaschen für Smartphones an den Rückenlehnen der Vordersitze. Erstmals ist auch im Octavia Combi auf Wunsch das Schlafpaket für die Rückbank erhältlich, die neuen mechanischen Sonnenrollos an den hinteren Seitenscheiben sorgen zudem für noch besseren Sonnenschutz. Für den Octavia Combi wird es eine automatische Rolloentriegelung geben, die Limousine erhält eine Multifunktionstasche unter der Gepäckraumabdeckung. Neu ist das Ablagefach in den vorderen Türen mit Regenschirm oder Schneebesen. Erstmals im Octavia steht auch der integrierte Trichter im Verschlussdeckel des Scheibenwaschbehälters zur Verfügung.

Lediglich mit zwei wichtigen Infos hält sich Skoda noch zurück: Zum Marktstart und den Preisen des neuen Octavia gibt es noch keine genauen Angaben. Man spricht aber von Ende März 2020. Das bisherige Basismodell des Combi mit 115-PS-Benziner steht mit 23.680 Euro im Konfigurator, ausstattungsbereinigt soll der Nachfolger nicht mehr kosten.

Bildergalerie: Skoda Octavia (2020)