Das nennen wir mal eine faustdicke Überraschung

Erinnern Sie sich noch an Lancia? Genau. Jene legendäre 112-jährige Marke, die der Rallye-Welt den Delta Integrale und Stratos verlieh, ist heute nur noch ein Schatten ihres früheren Glanzes, da sie zu einer Ein-Markt- und Ein-Modell-Marke reduziert wurde. Das einzige Auto, das in ihrem "Portfolio" verfügbar ist, ist der Ypsilon, ein Kleinstwagen auf Basis des Fiat Panda, der seit 2011 erhältlich ist. 2014 wurde bekanntgegeben, dass die Produktion von Fahrzeugen mit dem Markennamen Lancia schrittweise eingestellt werde. Seit Ende April 2017 gibt es das letzte noch gebaute Modell Ypsilon nur noch in Italien.

Man sollte meinen, das der Mutterkonzern FCA mit all den Investitionen, die man in Alfa Romeo getätigt hat, locker Lancia in der EU überflügelt. Zu unserer Überraschung ist es nicht so. Die von der European Automobile Manufacturers Association (ACEA) veröffentlichten Verkaufszahlen zeigen, dass Alfa in der ersten Jahreshälfte 2019 insgesamt 27.702 Autos verkauft hat, während Lancia zusammen mit Chrysler 34.767 Autos ausgeliefert hat. Nehmen Sie den Chrysler-Teil aus der Rechnung und Sie enden mit 34.700 Exenplaren gemäß einer offiziellen Pressemitteilung von Lancia, die wir unten beigefügt haben.

Es ist überraschend, nicht nur, weil FCA viel Geld in die Giorgio-Plattform für die Limousine Giulia und den SUV Stelvio gesteckt hat, sondern auch, weil Alfa Romeo einige andere Modelle in seinem Programm hat: 4C und Giulietta, dazu Restbestände des MiTo, dessen Produktion im Jahr 2018 endete. Einschließlich Giulia und Stelvio sind es also immer noch fünf Modelle im Vergleich zu Lancia.

Lancia Ypsilon

Es versteht sich von selbst, dass Alfa Romeo wahrscheinlich bessere Gewinnmargen für seine beiden neuesten Modelle im Vergleich zum alternden Ypsilon einfährt, aber die Tatsache, dass Lancia mehr Autos in der EU verkauft hat, ist immer noch etwas verblüffend.

Die Betreiber von Fiat Group World, einer "inoffiziellen Website für Fiat Chrysler Automobile", machten diese Entdeckung und erklärten, dass Lancia seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2019 steigern konnte, indem man einige attraktive Angebote für den Ypsilon bot, um Käufer in Italien anzulocken - einem Land, das für seine Vorliebe für Kleinwagen bekannt ist. Was Alfa Romeo betrifft, so sehen sich der Giulia und der Stelvio mit starken Konkurrenten konfrontiert.

Bildergalerie: Alfa Romeo Tonale Concept (Genf 2019)

Wenn es für Alfa Romeo einen Silberstreif am Horizont gibt, dann der könnte der Tonale (siehe Bilder oben) dem Unternehmen einen Umsatzimpuls geben, sobald das SUV irgendwann im Jahr 2020 eingeführt wird. Die Produkt-Roadmap des Unternehmens bis 2022 umfasst auch einen mittelgroßen SUV und die Wiederbelebung der GTV- und 8C-Sportwagen. Darüber hinaus werden die Giulia und der Stelvio aufgefrischt und Derivate mit langem Radstand hervorbringen.

Was Lancia betrifft, so hat FCA bislang kein Wort darüber verloren, ob es einige Änderungen geben wird oder man mit dem Ypsilon ausschließlich in Italien weitermacht.

Quelle: ACEA via Fiat Group World

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Lancia registered positive results once again, with June sales up approximately 9.0% to 4,400 vehicles and market share 0.25 percentage points higher at 2.5%.


Year-to-date, brand sales were up 27.7% to 34,700 vehicles and market share was 0.8 percentage points higher at 3.2%.


The Lancia Ypsilon continued as one of the most popular vehicles in Italy and was leader in the B segment for June and the year-to-date with significant increases in both sales and market share.