So entsteht der retrotastische Neo-Delta

Mit dem Lancia Delta Futurista hat Eugenio Amos für mächtig Aufruhr gesorgt. Kein Wunder, erinnert der bildschöne Dreitürer doch an den legendären Delta Integrale der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre. Ein brandneuer Oldtimer quasi. Wie kam es zu der Idee, was steckt dahinter? Und wie wird der Delta Futurista gebaut? Unsere Kollegen von Motor1.com Italia haben exklusiv die Firma Automobili Amos besucht und geben einen Einblick hinter den Kulissen.

Held oder Schurke?

Wer ist Eugenio Amos? Für viele ein moderner Held, der mit dem Delta Futurista eine Legende zurück in die Lancia- und Italo-Szene brachte. Für andere - einige wenige, um die Wahrheit zu sagen - ein wohlhabender Kerl mit einer Leidenschaft für Motoren, der sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. So oder so: Dank ihm sprechen nun alle wieder über Lancia. Respektive vom Delta Integrale. "Zang-Tumb-Tumb", um es mit den Worten von Marinettis Futuristen auszudrücken, wie der Klang eines Maschinengewehrs, das den "Frieden der Sinne" zerreißt. Ein Auto, um es mit Markku Alen (einem Mann, dem Lancia viel schuldet) zu sagen, "wie eine Bombe in den Bergen".

Gespaltene Fangemeinde

Der Lancia Delta Futurista hat sich nach seiner Premiere als Spaltpilz erwiesen. Gußeiserne Fans rufen „Skandal!“, weil für jedes der geplanten 20 Fahrzeuge ein orginaler Delta Integrale geschlachtet wird. Dann diejenigen, die es kaum erwarten können, das auszuprobieren, was Eugenio und sein Team von Technikern, Mechanikern und Designern versprechen. Und schließlich jene italophilen Fans in aller Welt, die vor Freude weinen, die immer noch nicht daran glauben und sich die Augen reiben.

Das Herz übernimmt das Kommando

Amos' Ziel? Einfach und schwierig zugleich: Lancia wieder groß zu machen. Wenn schon nicht den echten Automobilhersteller, dann zumindest den (glorreichen) Markennamen. Mit einem Fahrzeug, das nicht als Garagenschmuck konzipiert war, sondern - zu Recht – ordentlich rangenommen werden soll, ohne ihm etwas zu ersparen. Analoge Empfindungen, die man (fast) im Schlaf beherrscht, sollen in einer Welt extrem perfekter und austauschbarer Technik erhalten bleiben. Quasi der Gegenwurf zum autonomen Fahren. Natürlich sind 300.000 Euro für einen Delta Futurista extrem viel Geld, aber darum geht es nicht. Hier ist das Herz in der Pflicht. Ob es dir gefällt oder nicht.

Bildergalerie: Lancia Delta Futurista: Zu Besuch bei den Machern