110 PS mehr, 100 Kilo weniger, 304 km/h

Tuner Pogea Racing aus Friedrichshafen hat ja schon mehrere Alfa 4C in absolute Showstopper verwandelt. Jetzt gibt es erneut Grund für offene Münder und staunende Blicke: Der sogenannte "Zeus" ist zwar nicht der stärkste 4C von Pogea (diese Ehre gebührt dem völlig absurden "Nemesis" mi 477 PS), aber vermutlich der kompletteste und insgesamt rundeste Entwurf des Unternehmens. Er macht den exotischen Italo-Roadster deutlich stärker, ein gutes Stück leichter und merzt auch sonst diverse nervige Schwachpunkte des kleinen Carbon-Coupés aus. 

Woran es dem Alfa 4C ab Werk eher nicht mangelt, ist Kraft. Er holt bereits serienmäßig 240 PS und 350 Nm aus einem 1,75-Liter-Turbo-Vierzylinder, beschleunigt in 4,5 Sekunden auf Tempo 100. Pogea sieht dennoch Bedarf und installiert unter anderem eine modifizierte Version des Serienturbos, eine optimierte Hochdruckpumpe und größere Injektoren sowie eine Edelstahl-Klappen-Abgasanlage mit Carbon-Endrohren und dem vielversprechenden Namen "MONSTERexhaust". Motor- und Getriebesteuerung werden ebenfalls angepasst und es gibt neue Keramik-Kupplungsscheiben. Das Ergebnis sind 351 PS bei 6.100 U/min sowie 458 Nm Drehmoment ab 2.800 U/min.

Die beachtliche Leistungssteigerung von 111 PS und 108 Nm schleift 1,1 Sekunden von der ursprünglichen 0-100-km/h-Zeit ab. Das Spektakel dauert nun noch 3,4 Sekunden, 8,1 Sekunden später ist man bereits an der 200-km/h-Marke vorbei geflogen. Schluss mit Vortrieb macht der Zeus laut Pogea nicht mehr bei serienmäßigen 258 sondern bei 304 km/h. Damit sieht der 4C nicht mehr nur aus wie ein (sehr sehr kleines) Supercar, er ist auch so schnell wie eins.     

Deutlich beeindruckender als das Mehr an Power ist aber der beachtliche Gewichtsverlust, den Pogea dem 4C aufgebrummt hat. Über 100 Kilo klingen an sich schon mühselig. Bei einem Auto, das mit lediglich 1.007 Kilo aus den Werkshallen rollt, ist es Wahnsinn. Schuld ist wohl einzig der exzessive Einsatz von Kohlefaser beim gänzlich neuen Karosserie-Kit. 904 Kilo wiegt der in Kenny Blue lackierte Zeus ohne das neu installierte Soundsystem, aber mit vollem Tank.

Schürzen, allerlei Splitter, Seitenschweller mit zusätzlicher Öl- und Getriebeöl-Kühlung sowie ein Heckdiffusor mit zentralem Ausgang für den Auspuff sind ebenso neu wie der Scoop-Aufbau, der die Heckscheibe ersetzt. Dazu kommt ein recht üppig dimensionierter Heckflügel. Außerdem sitzt der Pogea-4C auf - entschuldigen Sie den Überschwang - absolut glorreichen 18 und 19 Zoll großen Rädern der kalifornischen Felgenmeister von Rotiform. 

Alfa Romeo 4C Zeus von Pogea Racing

Wer den 4C kennt, weiß, dass die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung durchaus ausbaufähig ist. Pogea justiert mit einem KW-Variante 3-Gewindefahrwerk nach, das bis zu 50 mm Tieferlegung verspricht. Ein hydraulisches Liftsystem an der Vorderachse soll unangenehme Begegnungen mit Bordsteinen etc. verhindern. 

Ein weiteres Ärgernis an Alfas Westentaschen-Ferrari war schon immer das uninspirierte Interieur mit seiner mehr als bescheidenen "Infotainment"-Lösung. Bei Pogeas 4C Zeus hingegen ist der Innenraum so, wie man es sich bei einem derart aufregenden Fahrzeug immer gewünscht hätte. Der Tuner setzt auf schwarzes Bentley-Leder und einen blau-orangenen Gulf-Look mit weiteren Tierhäuten von Porsche und Lamborghini. Außerdem entsorgt er das grottige Serien-Radio und installiert stattdessen ein Alpine-Infotainment inklusive Rückfahrkamera.

Insgesamt wird Pogea Racing 10 Exemplare des Alfa Romeo 4C Zeus bauen. Drei davon sind bereits verkauft. Sollten Sie eines der sieben verbleibenden Fahrzeuge haben wollen, dann sollten Sie mindestens 50.100 Euro zur Seite legen. Und den passenden Alfa 4C leider auch. 

Bildergalerie: Alfa Romeo 4C Zeus By Pogea Racing