Ein Jetta-SUV wurde schon als Erlkönig erwischt

Das nennt man mal eine echte Überraschung: Der Name Jetta, bei uns noch von eher langweiligen Stufenheck-Modellen bekannt, mutiert in China zur eigenständigen Marke. Das hat der Volkswagen-Konzern jetzt bekanntgegeben.

Aber der Reihe nach: Mitte 2016 verschwand der Name Jetta in Deutschland mangels geringer Nachfrage aus dem VW-Modellprogramm. Ganz anders in den USA. Dort ist die Limousine beliebt, 2018 wurde ein ganz neuer Jetta vorgestellt. In China hingegen produziert FAW-Volkswagen seit Jahren einen Jetta Night, der seit einer Modellpflege Ende 2016 auf den Namen "New Jetta" hört. Bei FAW lief übrigens noch bis 2013 der vor allem bei Taxifahrern beliebte VW Jetta II vom Band, dessen Ursprung im Jahr 1984 liegt. Vor allem deswegen hat der Name Jetta in China Kultcharakter.

Doch zurück zur Gegenwart: Der rund 4,50 Meter lange "New Jetta" wird nochmals überarbeitet und künftig mit eigenständiger Frontpartie unter der Marke Jetta verkauft. Technisch basiert das Stufenheck auf den einfach konstruierten Modellen Skoda Rapid und Seat Toledo. Zu der Limousine gesellen sich noch zwei SUVs. Eines davon zeigt Volkswagen bereits, nennt aber keine Modellbezeichnung. Offenbar handelt es sich aber um einen transformierten Skoda Kamiq (genauer gesagt: das China-SUV dieses Namens, nicht zu verwechseln mit dem brandneuen Euro-Kamiq), der ab der B-Säule stark dem Seat Ateca ähnelt.   

Gerüchten zufolge soll das neue SUV VS5 heißen. Als Erlkönig (siehe Bildergalerie) ist der VS5 bereits unterwegs. Mit JETTA (man schreibt die Marke offiziell groß) will Volkswagen insbesondere junge chinesische Kunden ansprechen. Das Modellangebot, das von FAW-Volkswagen in Chengdu produziert wird, umfasst wie bereits erwähnt eine Limousine und zwei SUVs. Der Verkaufsstart ist für das dritte Quartal dieses Jahres geplant. Bis zum Jahresende sollen rund 200 Händler die neue Marke anbieten.

Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen: „Mit JETTA schließen wir in China die Lücke zwischen der etablierten Leitmarke VW im oberen Volumensegment und der Einstiegsmobilität, die etwa ein Drittel des chinesischen Marktes ausmacht und vor allem von lokalen Marken bedient wird. So vergrößern wir unsere Marktabdeckung deutlich.“ Aufschlußreich sind die Zahlen zur globalen Bedeutung von China für den Konzern: In China hat die Marke VW im vergangenen Jahr 3,11 Millionen (-2,1 Prozent gegenüber Vorjahr) Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert. Damit ist China mit einem Anteil von fast 50 Prozent an den weltweiten Auslieferungen der größte Einzelmarkt von Volkswagen.