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Seat Ateca (2017) mit 190-PS-Turbobenziner im Test
Imageförderung mit viel Kraft

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
14. Jul. 2017 um 18:17 Uhr
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Als der Seat Ateca am 2. Juli 2016 auf den Markt kam, wurde er ohne den FR gelauncht. Die sportliche Ausstattung wird jetzt nachgereicht. Außerdem startet nun eine 190 PS starke Topversion des 2.0 TSI. Wir haben die Kombination aus diesen beiden Neuheiten getestet.
190-PS-Otto mit Allradantrieb und DSG
Der Ateca wird künftig mit drei Benzinern (1.0 TSI, 1.4 TSI und 2.0 TSI) sowie mit drei Dieseln (1.6 TDI, 2.0 TDI 150 PS und 2.0 TDI 190 PS) angeboten. Die neue Benzinmotorisierung wird stets zusammen mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb (4Drive) geliefert. Das ist etwas schade, denn es hebt natürlich den Basispreis, und in dieser Klasse fällt das prozentual doch sehr auf. Als Kunde hat man immerhin die Wahl zwischen der eher komfortorientierten Ausstattung Excellence und dem sportlichen FR.
Nicht der sportlichste Ateca
Wie bei 320 Newtonmeter nicht anders zu erwarten, ist der 1,5 Tonnen schwere Ateca mit dem 190-PS-Turbobenziner hervorragend motorisiert. Überraschenderweise ist dieser jedoch nicht unbedingt die sportlichste Motorisierung im Ateca: Die Dieselvariante mit ebenfalls 190 PS sprintet noch eine Spur schneller, nämlich in 7,5 statt 7,9 Sekunden. Aber Selbstzünder sind wegen drohender Fahrverbote in der Stadt gerade für ein "urbanes SUV" (wie Seat den Ateca nennt) derzeit wohl weniger beliebt. Das Siebengang-DSG schaltet zumindest in der Ebene problemlos. Wer dennoch eingreifen will – bei sportlich gefahrenen Serpentinen bergauf empfehlenswert –, nutzt einfach die serienmäßigen Schaltwippen.
"Zahlt in die Marke ein"
Besonders gefallen haben mir an der neuen Ateca-Version der sportlich raue Motorsound im oberen Drehzahlbereich und die direkte Lenkung. Insgesamt wirkt das Auto besonders für ein SUV recht agil. Die Frage ist nur, wie viele Leute ein so stark motorisiertes, kleines Auto kaufen. Der deutsche Seat-Geschäftsführer Bernhard Bauer spricht davon, dass der Neuling (genauso wie der ebenfalls neue Leon Cupra 300) ,in die Marke einzahlt". Das heißt übersetzt: Solche Nischenmodelle helfen zwar nicht viel bei den Absatzzahlen, fördern aber das sportliche Image der Marke.
Viele dunkle Elemente
Der Look des FR bleibt relativ verhalten. Mit schwarzen Elementen sorgt Seat für ein klein wenig Stealth-Optik. Dazu gehören ein schwarzglänzender Grill mit hexagonalem Gitter und FR-Logo, schwarze Fensterleisten, eine schwarze Dachreling und dunkle Scheiben hinten. Schwarze Felgen hätten dazu gut gepasst, aber die 18-Zöller sind konventionell ausgeführt. Zudem hat der FR einen Doppelauspuff und einen größeren Dachspoiler. Innen gibt es unter anderem Alu-Pedale sowie schwarze Sitze mit Alcantara-Mittelbahn und rote Ziernähte. Zur sonstigen Ausstattung gehören vor allem LED-Scheinwerfer, eine Rückfahrkamera und eine Fahrmodus-Auswahl. Ein Audiosystem mit Fünf-Zoll-Display, eine elektronische Parkbremse und eine Klimaanlage sind ohnehin bei jedem Ateca Serie.
Überraschung beim Preisvergleich
Der Ateca FR 2.0 TSI 4Drive DSG FR kostet 33.955 Euro. Der direkteste Konkurrent ist wohl der 192 PS starke Mini Cooper S Countryman All4. Mit einem Basispreis von 32.500 Euro ist das Premium-SUV überraschenderweise günstiger als der Seat. Doch ist es lang nicht so gut ausgestattet. Allein schon die Automatik kostet beim Mini 1.950 Euro Aufpreis. Zu berücksichtigen sind auch noch das LED-Licht für 990 Euro, die 18-Zoll-Felgen (mindestens 800 Euro), die Fahrmodi (280 Euro) und mehr. Eine konzerninterne, allerdings deutlich kleinere Alternative zum Ateca ist der Audi Q2, den es in der gleichen Motorisierung schon ab 31.800 Euro gibt.
Wertung
-
- ★★★★★★★★☆☆
Der 190-PS-Turbobenziner ist stark und der Wagen wirkt sehr agil. Für ein ,urbanes SUV" ist das eigentlich zu viel des Guten. So eignet sich das Auto vor allem für Leute, die in der Innenstadt wohnen und deshalb ein kleines Fahrzeug wollen, aber öfter auch Überland-Touren unternehmen, bei denen viel Power und ein Allradantrieb (zum Beispiel für den Winter) von Vorteil sind. Wer wegen der aktuellen Diesel-Malaise keinen Selbstzünder mehr kauft, kann nun zum Ateca 2.0 TSI greifen und macht damit nicht viel falsch. Viele Kunden werden es aber wohl nicht sein.
+ starker Vortrieb, umfangreiche Ausstattung
- keine Schaltversion, kein Fronttriebler, dadurch hoher Basispreis
-
Antrieb
90%
-
Fahrwerk
90%
-
Karosserie
80%
-
Kosten
85%
Preisliste
Seat Ateca 2.0 TSI 4Drive DSG FR Grundpreis: 33.955 Euro
Ausstattungen Preis in Euro elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (beheiz- und anklappbar) Klimaanlage Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie (DSG) Bildschirmnavigation 840 (incl. 8,0-Zoll-Touchscreen) Metalliclackierung Serie Leichtmetallfelgen Serie (18 Zoll) Tempomat Serie
LED-Scheinwerfer incl. LED-Nebelscheinwerfer Serie Rückfahrkamera Serie Fahrmodus-Auswahl Serie Progressivlenkung (lenkwinkelabhängige Übersetzung) Serie Audiosystem mit 5,0-Zoll-Farb-Touchscreen Serie elektrische Parkbremse Serie City-Antikollisionssystem Serie
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Turbobenziner Zylinder 4 Hubraum in ccm 1.984 Leistung in PS 190 Leistung in kW 140 bei U/min 1.450-4.200 Drehmoment in Nm 320 Antrieb Allradantrieb Gänge 7 Getriebe Doppelkupplungsgetriebe Maße und Gewichte Länge in mm 4.363 Breite in mm 1.841 Höhe in mm 1.601 Radstand in mm 2.630 Leergewicht in kg 1.536 Zuladung in kg 544 Kofferraumvolumen in Liter 484 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.579 Anhängelast, gebremst in kg 1.900 Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 212 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 7,9 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,0 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,5 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,0 CO2-Emission in g/km 159 Schadstoffklasse Euro 6
Lesen Sie auch:
- - Unser erster Ateca-Test (mit 150-PS-TSI und 190-PS-TDI)
- - 17 Zentimeter kürzer, aber auch mit 190-PS-TSI erhältlich: Der Audi Q2
- - Offroad-Gokart? Mini Cooper S Countryman im Test
Bildergalerie: Imageförderung mit viel PS
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