Home

Mini

Countryman

Tests

Mission Offroad-Gokart

Im Test: Der Mini Cooper S Countryman All4

Mission Offroad-Gokart

Manuel Lehbrink (old) Manuel Lehbrink (old)

Von: Manuel Lehbrink (old)

16. Jan. 2017 um 10:55 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Seit 2010 versucht sich Mini an der Kombination aus Gokart und Geländewagen. Man hat den Hardcore-Mini-Fans und den Traditionalisten mit diesem Konzept damals viel zugemutet. Zum ersten Mal hatte der Hersteller ein Auto mit über vier Meter Länge im Programm, und zum ersten Mal eines mit Allrad. Puh. Deshalb waren die Reaktionen auf den Countryman eher verhalten und skeptisch. Doch Mini und Offroad passt besser zusammen als gedacht. Hier genügt ein Blick auf die Rallye Dakar und die Verkaufszahlen. In den letzten sechs Jahren wurden über 550.000 Countryman verkauft. Jetzt ist ein Nachfolger da, der den Begriff ,Mini" noch ein wenig ausweitet, indem er auf Kundenwünsche reagiert: mehr Platz und mehr Komfort. Schafft das Crossover noch den Spagat zum einstigen Gokart? Wir haben den neuen Countryman getestet.

Größenzuwachs und ein bekannter Radstand
Beginnen wir mit einer optischen Bestandsaufnahme: Wirklich revolutionär entwickelt sich das Mini-Design schon länger nicht mehr. Das kann man mögen oder nicht, aber für den Wiedererkennungswert ist es sicher nicht schlecht, in der ewigen Kulleraugen-Spirale festzusitzen. Aber hey, die Frontscheinwerfer beim neuen Countryman wurden nun ein wenig in ihrer Rundheit entschärft und sind etwas in die Breite gegangen. Das eigentliche Highlight ist allerdings, dass der Countryman im Gegensatz zu seinem Vorgänger ganze 20 Zentimeter in der Länge auf jetzt 4,30 Meter zugelegt hat. Dagegen ist der Breitenzuwachs von drei Zentimeter auf 1,82 Meter fast vernachlässigbar. Der neue Radstand? 2,67 Meter. Kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, denn beim BMW X1, beim 2er Active Tourer oder auch beim Mini Clubman sind die beiden Achsen genauso weit voneinander entfernt. Der Grund? Die gleiche BMW-Plattform namens UKL2.

Ist der Countryman immer noch ein Mini?
Es drängt sich also mal wieder die Frage auf: Ist dieser blaue Blobb, den wir in der Nähe von London in Empfang nehmen, eigentlich noch ein Mini? Die Antwort ist einfach und lautet schlicht: ja. Schließlich sind die Mini-Logos noch an dem Wagen zu sehen und es gibt Mini-typische Funktionen wie den ,Country-Timer". Dieser registriert Fahrten auf geneigten, unebenen, unbefestigten und schneedecktem Untergrund. Je nach Dauer der Fahrt mutiert der im Infotainmentsystem abgebildete Countryman vom ,Street Cruiser" zum ,Cliff Champ". Klasse. Und die Größe? Ganz ehrlich? Wollen Sie wirklich am aktuellen und alltäglichen Straßenverkehr in einem Auto mit den Abmessungen eines klassischen Mini teilnehmen? Sie wissen schon, mit einem Fahrzeug, das nicht viel größer ist als der Kühlergrill eines neuen Audi Q7? Nein? Haben wir uns schon fast gedacht.

Viel Komfort und Platz … auch im Fond
Also zurück in die Gegenwart, denn Größe hat auch etwas Gutes: Es ist nämlich verdammt komfortabel im Innenraum und speziell im Fond geworden. Die dreigeteilte Rückbank lässt sich 13 Zentimeter längs verschieben und die Lehnen sind in der Neigung verstellbar. Mit einer Körpergröße von knappen 1,90 Meter fühlt man sich jedenfalls noch sehr wohl. Bei Kopf- und Beinfreiheit gleichermaßen. Immer sind mehr als zehn Zentimeter zwischen den sonst kritischen Körperstellen und dem Wagen. Für luftige Freiheitsgefühle muss die Sitzbank allerdings in der hintersten Einstellung und am weitesten von den Vordersitzen entfernt eingerastet sein. So schrumpft der Kofferraum auf lausige 450 Liter zusammen. Ohne Passagiere im Fond lassen sich aber bis zu 1.350 Liter ins Gepäckabteil mit ebenem Boden laden. Die Heckklappe funktioniert dabei auf Wunsch auch elektrisch und gegen 120 Euro Aufpreis bekommt man eine Sitzauflage mit Dreckschutz für die Kofferraumkante. Sehr britisch und sehr nobel.

Gerüstet für die Straße … und für leichtes Gelände
Abfahrt. Und zwar bei typischem Inselwetter ... Regen und Wind. Gar nicht so schlecht, denn so ist der Offroad-Parcours, welcher uns zu Anfang erwartet, schön aufgeweicht. Statt dem serienmäßigen Frontantrieb hat unser Cooper-S-Countryman-Testwagen nämlich den All4-Allradantrieb an Bord. Heißt: Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 192 PS und 280 Newtonmeter Drehmoment lässt seine Power je nach Bedarf auf alle vier Räder los. Außerdem wurde bei der Fahrzeugkonfiguration ein Kreuz bei der fantastischen und besonders flotten Achtgang-Automatik mit Schaltwippen gemacht. So ausgerüstet könnten wir das mit rund 1,5 Tonnen doch eher schwere Gokart in 7,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h erreichen. Wenn … ja wenn der Schlamm nicht wäre. Probleme beim Anfahren kennt der Countryman trotzdem nicht und lediglich die Bodenfreiheit von 16,5 Zentimeter limitiert den leichten Offroad-Spaß.

Ein wenig Allrad-Gokart mit vielen Annehmlichkeiten
Zurück auf die Straße: Mit den schlechten englischen Verkehrswegen wird das Fahrwerk (mit sportlicher Auslegung für 240 Euro extra) sehr gut fertig und wir sind froh, dass man selbst im Sportmodus (es gibt noch ,Mid" und ,Green") von dem propagierten Gokart-Feeling eigentlich nur noch sehr wenig merkt. Sanft geht es über Bodenwellen und Schlaglöcher. Wenn Sie also einen Mini möchten, der auf Krawall und die Kurvenhatz aus ist, müssen Sie auf die Annehmlichkeiten eines Countryman (die gute Übersicht, der große Kofferraum und viel Platz im Fond) verzichten und einen John-Cooper-Works-Dreitürer nehmen. Seekrank werden Sie in dem neuen Crossover aber auch nicht. Wankbewegungen halten sich vornehm zurück, die Lenkung ist präzise und der Allrad sorgt jetzt nicht mehr für gutes Fortkommen im Dreck, sondern für flotte und stabile Kurvenfahrten ohne drastisches Untersteuern.

Bayrisch-britische Preispolitik
Sprechen wir noch über den Preis: 26.500 Euro müssen Sie ab sofort mindestens investieren. Diese Summe beschert Ihnen den normalen Cooper mit 136 PS, Frontantrieb und Schaltgetriebe. Ein ganz schöner Aufschlag, wenn man bedenkt, dass der günstigste Vorgänger schon ab 22.700 Euro zu haben war. Ein Cooper S kostet jetzt 29.900 Euro. Die lohnenswerte Steptronic-Automatik schlägt mit 2.100 Euro zu Buche, der All4-Allrad, der einen Countryman eigentlich erst zu einem richtigen Countryman macht, bedeutet stets 2.000 Euro Mehrkosten. So kommt unser Testwagen auf einen Mindestpreis von saftigen 34.000 Euro. Schluss ist hier noch lange nicht, denn die Aufpreisliste bei Mini ist bekanntlich nicht gerade kurz. Und ein wenig Geld sollte schon noch übrig sein: Für die zahlreichen Assistenzsysteme, das neue Infotainmentsystem mit 8,8-Zoll-Touchscreen, die Harman-Kardon-Musikanlage, die bis zu 19 Zoll großen Alufelgen und die unzähligen Stoff-Leder- sowie Applikations-Kombinationsmöglichkeiten, die das immer noch sehr verspielte Innere zu einem personalisierten und gut verarbeiteten Premium-Cockpit machen.

Wertung

Preisliste

Mini Cooper S Countryman All4

Grundpreis: 31.900 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Klimaautomatik 500 Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe 2.100 (Sport-Automatikgetriebe mit Schaltwippen) Bildschirmnavigation ab 900 elektr. Schiebedach 980 Metalliclackierung Serie Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat 280 (adaptiv) Lederausstattung ab 1.590 Nebelscheinwerfer 150

LED-Scheinwerfer 990 Rückfahrkamera 380 Park Distance Control (vorne und hinten) 800 dynamische Dämpferkontrolle 500

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Turbobenziner  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.998  Leistung in PS 192  Leistung in kW 141  bei U/min 1.350 - 4.600  Drehmoment in Nm 280  Antrieb Allrad  Gänge 8  Getriebe Automatik  Kraftverteilung variabel  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.585  Spurweite hinten in mm 1.587  Radaufhängung vorn McPherson-Federbeinachse  Radaufhängung hinten Multilenkerachse  Räder, Reifen vorn 225/55 R17  Räder, Reifen hinten 225/55 R17  Lenkung elektromechanische Servolenkung  Geländekompetenz Bodenfreiheit in mm 165  Maße und Gewichte Länge in mm 4.299  Breite in mm 1.822  Höhe in mm 1.557  Radstand in mm 2.670  Leergewicht in kg 1.530  Kofferraumvolumen in Liter 450  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.390  Anhängelast, gebremst in kg 1.800  Tankinhalt in Liter 51  Kraftstoffart Superbenzin  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 222  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 7,2  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,4  Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 9,8  CO2-Emission in g/km 146  Schadstoffklasse Euro 6 

Lesen Sie auch:

Bildergalerie: Mission Offroad-Gokart

Mini

Mission Offroad-Gokart

25

Mission Offroad-Gokart Mission Offroad-Gokart Mission Offroad-Gokart Mission Offroad-Gokart Mission Offroad-Gokart Mission Offroad-Gokart

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Mini Countryman Untamed im ersten Fahrbericht: Wie wild ist er wirklich?



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



Mini Countryman Untamed (2027): Jetzt darf er sich dreckig machen



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Wie das Design einer Autofamilie entsteht