Im Prinzip kommt hier ein amerikanischer G 63 AMG 6x6. Nur viel stärker. Und viel "günstiger"

Nein, das hier ist sicher nicht der erste Jeep Wrangler 6x6. Es gibt auch Menschen, die Dodges 717-PS-Hellcat-V8 in den eher überschaubaren Motorraum des Kult-Offroaders gequetscht haben. Unter anderem Jeep selbst mit dem wahnwitzigen Trailcat. Nun aber bringt dieser überaus orangefarbene Wrangler das beste dieser beiden wunderbaren Welten zusammen. Exotic Custom Motorsports aus Kalifornien hat einen wahrhaft epischen Umbau auf die (ungewohnt vielen) Räder gestellt und einen Jeep gebaut, der schnell und überall hin fährt.

Youtuber The Fast Lane Car hat einen genaueren Blick auf diese manische Kreation geworfen, die ganz einfach und plausibel JK Six heißt. Der Wrangler begann sein Leben als normale Variante der letzten Generation (JK). Aber die Hellcat-6x6-Pickup-Werdung verlangte dem guten Jeep einiges ab. Zum einen natürlich, weil unglaublich viel an der Grundkonstruktion geändert werden muss, um eine Ladefläche und eine zusätzliche Antriebsachse an ein Auto zu bauen. Zum anderen, weil Exotic Custom Motorsports eine bemerkenswerte Menge an selbst angefertigten Karosserieteilen in diesen Umbau eingebracht hat. Die Schürzen, die unglaublich coolen Kotflügelverbreiterungen oder die grimmige Carbon-Front - alles wurde im eigenen Haus gebaut. Für das Pickup-Bett trennte man den Wrangler knapp hinter den Rücksitzen auf und baute alles Nötige ebenfalls selbst. Ein irrsinniger Aufwand und das ist nur der Teil, den man auf den ersten Blick sieht. 

Unten drunter passiert nämlich das richtig spannende Zeug. Für adäquate Erscheinung sorgt eine Höherlegung um gute zwölf Zentimeter. Der JK Six hat einstellbare Dämpfer und fährt auf 12,5x20 Zoll großen Rädern mit 35-Zoll-Reifen. Die hinterste der drei Achsen ist die serienmäßige Dana-Einheit. Davor arbeitet eine komplette Einzelanfertigung auf Ford-Basis, zu deren Einzelheiten der Erbauer aus verständlichen Gründen nicht all zu viel sagen möchte. Die Bremse dieses Wrangler bleibt Serie ... naja beinahe zumindest, denn natürlich hat man auch die beiden neuen Räder mit einer entsprechenden Anlage versorgt. 

Jeep Wrangler 6x6 Hellcat Pickup

Eine sinnvolle Entscheidung, denn wenn dieser absurde Wolperdinger irgendetwas gut gebrauchen kann, dann sind es kräftige Stopper. Mit 717 PS und 881 Nm Drehmoment sollte man auch vier Hinterreifen problemlos in Rauch auflösen können. Allerdings muss es eine Heidenarbeit gewesen sein, bis der 6,2-Liter-Kompressor-V8 aus dem Dodge Challenger Hellcat passte und lief wie er sollte. Die komplette Verkabelung musste umgelegt und neue Motor-/Getriebeträger angefertigt werden. Die größte Herausforderung waren laut Exotic-Custom-Chef Russel Simpson die Verkabelung und die Elektronik. "Es war ein Alptraum", sagt Simpson. "Ich kann gar nicht sagen, wie wie viele Stunden wir investiert haben. Wahrscheinlich 100 oder sogar mehr." Insgesamt hat der Aufbau des 6x6-Pickup-Jeeps etwa 1.500 Stunden in Anspruch genommen, verteilt auf knapp eineinhalb Jahre. "Der Umbau lief komplett auf meinem eigenen Budget, deshalb mussten wir das Ganze etwas strecken", meint Simpson.   

Für unsere Augen sieht es so aus, als hätte sich der Aufwand mehr als gelohnt. Es handelt sich hier wohl um den besten Wrangler-Umbau, den wir je gesehen haben und das Schönste daran ist: Das Monstrum steht zum Verkauf. Natürlich hat derart viel Ingenieurskunst ihren Preis. Aber wenn Sie 289.000 US-Dollar, also gut 250.000 Euro, über haben, dann sollten Sie vielleicht mal nach Kalifornien reisen. Und betrachten Sie es mal so: Verglichen mit einem Mercedes G 63 AMG 6x6 ist der JK Six ein wahres Schnäppchen. Der dreiachsige Daimler leistet mit 544 PS nämlich fast 200 PS weniger, ist aber derzeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt nicht unter 600.000 Euro zu haben.

Source: The Fast Lane Car via YouTube, Exotic Custom Motorsports

Bildergalerie: Jeep Wrangler 6x6 mit Hellcat-Motor