Retro-Optik mit echten Geländequalitäten

Lada Niva/4x4, Toyota Land Cruiser, Mercedes G, Land Rover Defender und Suzuki Jimny: Dieses Quintett gehört zu den Ikonen unter den Geländewagen. Oft wird die Optik über Jahrzehnte nicht geändert, während man unter dem Blech an der Technik feilt. So etwa beim Jimny: Seit 1970 gibt es den winzigen Kraxler, das aktuelle Modell ist erst die dritte Generation und seit 1998 auf dem Markt. Trotzdem verkauft sich der Jimny hierzulande wie geschnitten Brot, sowohl Förster als auch Hausmeister schätzen seine sehr kompakten Abmessungen. Bald startet die vierte Generation, zu der Suzuki nun ausführliche Informationen preisgibt. Fans können beruhigt sein, der neue Jimny mutiert nicht zum übertriebenen Softie.

Fakt ist: Mit immer noch 3,64 Meter Länge ist der neue Suzuki Jimny geringfügig kürzer als der Ignis. Doch während sich der Ignis mehr an normale Kunden richtet, ist der Jimny auch künftig eher etwas für richtige Offroad-Freunde. Auch mangels Konkurrenz konnte sich die dritte Generation 20 Jahre am Markt halten. Nummer vier bleibt deshalb ein „einzigartiges, kleines, leichtgewichtiges 4WD-Fahrzeug“, wie es Suzuki ausdrückt.

Nostalgisches Design

Optisch behält der Jimny seine Würfelform, man könnte fast vom „Mercedes G des kleinen Mannes“ reden. Vorne zitiert der neue Jimny seinen Urahn von 1970. Parallel bleibt es bei den typischen fünf Luftöffnungen in einem stets schwarzen Grill. Eine extrem gerade Motorhaube soll die Sicht verbessern, ebenso große Fenster. Die A-Säulen stehen etwas steiler als bislang, richtige Regenrinnen entlang des Dachs schützen vor Kleckereien beim Öffnung der Türen. Apropos Türen: Es bleibt bei drei Portalen in Abgrenzung zum stets fünftürigen Ignis.

Wie gehabt öffnet die mit dem Reserverad bestückte Hecktür zur Seite. Werden die geteilten Rücksitze umgeklappt, bietet der Kofferraum ein Volumen von 377 Liter. Der Ladeboden ist mit der in der Ausstattungslinie Comfort+ serienmäßigen Laderaumbox komplett flach, Sitze und Innenverkleidung wurden so gestaltet, dass sich die Breite des Innenraums bestmöglich ausnutzen lässt. Die Rückseite der hinteren Sitze und der Boden des Laderaums sind mit Kunststoff verkleidet, um Schmutz und Flecken leicht entfernen zu können. Vorrichtungen für Gepäckhaken und andere Befestigungen an den Seiten und im Boden erlauben eine flexible Nutzung des Kofferraums. Das Interieur ist ausschließlich in schwarz lieferbar, nichts soll den Fahrer ablenken.

 Vergleichen Sie selbst: So verändert sich der Suzuki Jimny in der Frontansicht:

Suzuki Jimny, alte und neue Version im Vergleich
Suzuki Jimny, alte und neue Version im Vergleich

 Vergleichen Sie: So verändert sich der Suzuki Jimny in der Ansicht von schräg hinten:

Suzuki Jimny, alte und neue Version im Vergleich
Suzuki Jimny, alte und neue Version im Vergleich

Von knallig bis Tarnfarbe

Für bunte Spielereien ist der Ignis zuständig, wenngleich es den neuen Jimny in einer knalligen Lackierung namens „Kinetic Yellow“ gibt. Das Gegenteil ist übrigens die Tarnfarbe „Jungle Green“. In der Seitenansicht erinnern die serienmäßigen schwarzen 15-Zoll-Stahlfelgen in der Ausstattungslinie Comfort an frühere Suzuki-Geländewagen, während in der Ausstattung Comfort+ die 15-Zoll-Leichtmetallfelgen in dunkler Metallic-Optik das kraftvolle Design unterstreichen.

Wie einst stecken die Rundinstrumente in quadratischen Elementen. Alle Elemente sollen auch mit Handschuhen zu bedienen sein. Als Zugeständnis an die Moderne gibt es den von anderen Suzuki-Modellen bekannten Sieben-Zoll-Touchscreen für Audio, Telefon und Navigation. Auch Assistenzsysteme sind im Angebot, der EuroNCAP-Crashtest lässt grüßen. Ein automatischer Bremseingriff ist in allen Ausstattungslinien ebenso an Bord wie eine Müdigkeitserkennung, ein Spurhaltewarnsystem und ein Fernlichtassistent. Erstmals in einem Suzuki-Modell verfügbar ist eine Verkehrszeichenerkennung, die ebenfalls zum Serienumfang gehört.

 Vergleichen Sie selbst: So hat sich das Cockpit des Suzuki Jimny verändert:

Suzuki Jimny, alte und neue Version im Vergleich
Suzuki Jimny, alte und neue Version im Vergleich

 Konservative Technik

Beim Antrieb bleibt der neue Jimny dagegen eher konservativ. Ein 1,5-Liter-Benziner mit 105 PS löst den bisherigen 1,3er-Motor mit 84 PS ab. Das maximale Drehmoment von 130 Newtonmeter wird bei 4.000 Touren freigesetzt, ein Turboaggregat ist es also nicht. Gleichzeitig soll der neue Motor 15 Prozent weniger wiegen. Das manuelle Fünfgang-Getriebe wurde optimiert, auf Wunsch ist eine Viergang-Automatik erhältlich.

Was echte Geländefreaks freuen wird, ist der kaum veränderte Unterbau des neuen Jimny. Aufbauend auf einem nochmals verstärkten Leiterrahmen verfügt er über Starrachsen vorne und hinten mit Längslenkern und Panhardstab, dazu einen zuschaltbaren Allradantrieb mit Untersetzung. Letztere hilft im 4L-Modus dabei, auch bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten viel Drehmoment bereitzustellen. Sobald zwei diagonal voneinaner entfernte Räder ihre Traktion verlieren, bremst ein Sperrdifferential die durchdrehenden Räder ab. Der Böschungswinkel vorne beträgt 36 Grad, hinten sind es 48 Grad. Als Kennzahl für den Rampenwinkel nennt Suzuki 27 Grad. Zugleich versprechen die Japaner mehr Torsionssteifigkeit.

Zu den Preisen äußert sich Suzuki Deutschland noch nicht, ebensowenig zum Marktstart (vermutlich Herbst 2018), wohl aber zu den Ausstattungsumfängen: Im Angebot sind die beiden Linien Comfort und Comfort+.

Zu den Highlights der Comfort-Ausstattung zählen eine Klimaanlage, ein CD-Radio mit MP3-Wiedergabe, Digitalradio (DAB), Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Lenkradbedientasten, elektrische Fensterheber vorn, ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Sitzheizung vorn, ein höhenverstellbares Lenkrad, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein Lichtsensor und Nebelscheinwerfer.

Die höhere Ausstattungslinie Comfort+ umfasst zusätzlich unter anderem eine Klimaautomatik, ein Audiosystem mit Smartphone-Anbindung und Navigationssystem, eine Laderaumbox, ein Lederlenkrad, beheizbare Außenspiegel sowie LED-Scheinwerfer. Die Optik wird zusätzlich aufgewertet durch abgedunkelte hintere Fensterscheiben, 15-Zoll-Alufelgen, schwarz lackierte Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe.

 

Lesen Sie auch:

 

  

Bildergalerie: Suzuki Jimny (2019): Erste offizielle Bilder