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Lada 4x4 Urban Fünftürer im Test

Was kann die Langversion des günstigen Russen-Geländewagens?

2018 Lada 4x4 Urban 5-Tuerer Test

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

2. Aug. 2018 um 17:09 Uhr

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Was ist das?

Eigentlich müsste dieses Auto bei Manufactum verkauft werden. Jene Läden, in denen Großstädter nachgebaute 50er-Jahre-Telefone und Porzellan-Lichtschalter für ihre hippe Altstadt-Wohnung kaufen. Wer, wenn nicht der Lada 4x4, könnte besser von sich behaupten: „Es gibt sie noch, die guten alten Dinge.“ Seit Ende 2017 gibt es das gute alte Russen-Ding auch als Fünftürer. Wir haben den XL-Lada getestet.

Mehr zu Lada:

Lada 4x4: Der Kult-Russe wird 40

Auto-Triumphe der Sowjetunion

Geboren wurde die Geländewagen-Legende noch als Niva in tiefsten Sowjetzeiten, nämlich 1976. Handlich und robust, um in alle Ecken des Riesenreiches zu kommen. Seit 1995 baut man in Togliatti, dem Wolfsburg Russlands (allerdings mit noch herberer Schönheit) den Niva auch als Fünftürer. Ende der 2000er-Jahre raubte man schließlich dem kraxelnden Lada seinen Namen, seitdem heißt er schlicht 4x4.

Was ist neu?

Warum sollte man ihn auch groß umtaufen? 4X4 bringt das Wesen des Ex-Niva auf den Punkt: Allrad. Gelände. Matsch. Schnee. Keine Tricks, pure Technik. Allerdings geraten selbst kernige Typen um die 40 in die Midlife-Crisis, weshalb der 4x4 irgendwann ein Brüderchen namens „Urban“ bekam. Letzterer wirkt auf Hardcore-Fans des Lada wie ein Familienvater mit Bauchansatz in Skinny Jeans.

Elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, lackierte Kunststoffstoßfänger, 16-Zoll-Alus und eine hosenversengende Sitzheizung vorne lauten die urbanösen Zutaten. Und noch viel wichtiger (oder schlimmer, je nach Standpunkt): lackierte Kunststoffstoßfänger.

Das alles hat auch der (zumindest für Deutschland) neue 4x4 Fünftürer, der in einem flamboyanten Blaumetallic in unserer Testwagen-Garage parkt. Ich sehe ihn mir genau an: Ungewohnt sieht der Lada schon aus, allerdings ist er kaum größer als etwa ein Seat Arona: 4,14 Meter misst der Fünftürer in der Länge, womit er den dreitürigen 4x4 Urban um exakt einen halben Meter übertrumpft. Gleiches gilt auch für den Radstand, der von 2,20 auf 2,70 Meter wächst.

Jene 50 Zentimeter zahlen sich im Fond aus, dort geht es angenehmer zu als im kurzen 4x4, vom verbesserten Zugang mittels hinterer Türen ganz zu schweigen. Auch der Kofferraum profitiert: 440 bis 780 Liter Volumen lassen viel Platz für Brennholz oder gejagte Tiere.

Wie fährt er?

Ein weiterer Pluspunkt ist der durch den längeren Radstand deutlich verbesserte Komfort. Der fünftürige 4x4 liegt klar besser auf der Straße als sein kleinerer Bruder. Erkauft wird das aber durch ein Mehrgewicht von 140 Kilogramm. 1.425 Kilogramm treffen auf den altbewährten 1,7-Liter-Benziner (natürlich ohne Turbo, aber mit Einspritzung und Euro 6), der damit seine liebe Mühe hat. Durch den Geräuschpegel aus Brummen, Klötern und Schnarren wirkt die Maschine immerhin kräftiger als sie ist: 83 PS, 129 Newtonmeter, 137 km/h Spitze und 19 Sekunden auf Tempo 100. Ein klarer Fall für Stoiker mit Buddha-Gemüt und Oldtimer-Fans, die noch Freude am Gangwechsel per langer Schaltstange und störrischem Getriebe haben.

Damit nicht genug, Väterchen Lada trinkt nicht zu knapp: 9,5 Liter auf 100 Kilometer lautet die Werksangabe, in der Stadt können es auch 12 Liter sein. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass der 4x4 auch als Fünftürer dank permanentem Allradantrieb, Untersetzungsgetriebe und Differenzialsperre seinem Namen treu bleibt. Er kommt im Gelände dorthin, wo unsereiner nicht mal zu Fuß hingelangt.

Soll ich ihn kaufen?

Mit Blick auf den Preis des Lada 4x4 Urban Fünftürer stellt sich wieder einmal die Frage: Zu viel angesichts alter Technik oder erstaunlich wenig für solch ein Geländetalent? 14.290 Euro notiert die Preisliste, das sind 1.140 Euro mehr als beim Dreitürer. Wer auf das Urban-Chichi verzichtet, ist schon mit 12.990 Euro dabei.

Rein objektiv dürfte der Lada 4x4 Urban auch als Fünftürer maximal drei von zehn Sternen bekommen. Zu antiquiert ist der Motor, zu fragwürdig die Verarbeitung. Doch es gibt zwei Extra-Sterne, denn der Russe hat, was bei vielen neuen SUVs die Werbung herbeibetet: Charakter. Wer öfters auf Asphalt fährt und nicht alleine unterwegs ist, kann den Fünftürer in Erwägung ziehen. Alle Waldwühler und Bergkraxler sollten den Dreitürer nehmen, der mit kurzem Radstand noch besser an Steigungen ist.

Wertung: 5 von 10

+ mehr Platz, hohe Geländefähigkeit, niedriger Preis
- Antrieb, Fahrgefühl und Verbrauch nicht mehr zeitgemäß

Bildergalerie: 2018 Lada 4x4 Urban 5-Tuerer Test

Lada

2018 Lada 4x4 Urban 5-Tuerer Test

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Bild von: Fabian Grass

Lada 4x4 Urban Fünftürer

Motor Vierzylinder-Saugbenziner

Leistung 61 kW (83 PS)

Max. Drehmoment 129 Nm bei 4.000 U/min

Getriebeart manuelles Fünfgang-Getriebe

Antrieb permanenter Allradantrieb

Beschleunigung 0-100 km/h 19,0 s

Höchstgeschwindigkeit 137 km/h

Verbrauch 9,5 l/100 km

Emission 216 g/km

Länge 4.140 mm

Breite 1.690 mm

Höhe 1.640 mm

Kofferraumvolumen 440 - 780 Liter

Leergewicht 1.425 kg

Zuladung 425 kg

Bodenfreiheit 220 mm

Basispreis 14.290 Euro

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